Übersicht Bahn und Wedau
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Das Ausbesserungswerk der Bahn in Wedau

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Mit der Gründung des Ortsteils Wedau entstand das Ausbesserungswerk der Eisenbahn zur Reparatur von Güterwagen.

Das Werkscasino auf dem Gelände des Wedauer Eisenbahnausbesserungswerkes wurde vor einigen Jahren geschlossen. Im Januar 2003 erklärte sich das Essener Büro der DB-Services-Immobiliengesellschaft bereit, das leerstehende Gebäude an Vereine zu vermieten. Für eine gastronomische Nutzung seien allerdings die entsprechenden Auflagen zu beachten. Diese Möglichkeit für Veranstaltungen mit mehr als 100 Teilnehmern wurde auch davon abhängig gemacht, wie die Bahn bzw. die Stadt das Gelände grundsätzlich nutzen wollte.

Mitte Mai 2003 beschloss der Bahnvorstand, das Ausbesserungswerk Ende 2003 ersatzlos zu schließen. Ursprünglich angedacht war, als Ersatz in Oberhausen-Osterfeld-Süd ein neues Werk zu bauen. Was mit den ca. 150 Mitarbeitern geschehen wird, war am 23.05.2003 noch nicht bekannt.

Ende Juni 2003 wurde die Entscheidung vom Mai 2003 revidiert und die betriebsinternen Zahlen der Bahn sollten neu analysiert werden.

Die Idee der Issumer Firma "Rheindampf", historische Dampfloks und -waggons im Ausbesserungswerk zu reparieren, wurde von der Deutschen Bahn leider nicht akzeptiert. Sie plante Ende Juli 2003 nach wie vor, das Werk zu schließen und die Belegschaft auf andere Werke zu verteilen. Das Gelände sollte von der Stadtentwicklung genutzt werden.

Kurzer geschichtlicher Abriss
1878 Errichtung des Bahnbetriebswerks (Bw) Wedau als Lokomotivwerkstätte der Rheinischen Eisenbahn. Stückgut- und Kohlezüge wurden von und nach Süddeutschland, zwischen den Kalksteinwerken, Zechen, Stahlwerken und Häfen bespannt.
1908 Beginn der Vorarbeiten für die neue Hauptwerkstatt
März 1910 Die Königliche Eisenbahndirektion Essen erhielt den Auftrag zum Grunderwerb.
April 1910 Auftragsvergabe Entwurf einer Wagenwerkstätte
März 1911 Nach Bewilligung der ersten Geldmittel wurden die Arbeiten ausgeschrieben und mit dem Fundament begonnen. Der hohe Grundwasserstand bereitete Probleme: Nördlich der Baustelle wurden die Erdmassen zur Trockenlegung gewonnen.
1912 Aufstellung der Hallen, Errichtung von Wohnungen in der Steinbruchstraße für 64 Arbeiter, 8 untere und 2 mittlere Beamte, Errichtung von Wohnungen am Werkstätteneingang, Zuführung der Abwässer zur Kläranlage der Siedlung Wedau.
1913 Eröffnung des Rangierbahnhofs
Nov. 1913 Übersiedlung der ersten Gruppe von Arbeitern und Beamten aus Speldorf nach Wedau, Kennzeichnung "Wd" für die in Wedau verwogenen und untersuchten Wagen.
1. Weltkrieg Die Werkstätte bewältigte trotz der reduzierten Belegschaft viele Aufgaben für das Heer. Später wurden für die leichteren Arbeiten noch ca. 100 Frauen und auch ca. 50 Kriegsgefangene eingesetzt. Eine Werksküche wurde eingerichtet, ebenfalls eine Schusterei.
Nachkriegszeit In dieser Zeit war das Leben in der Werkstätte von vielen Ereignissen geprägt: Aufruhr, Streik, Besetzung, Stillegung.
Nov. 1924 Aus der Werkstätte wurde das Reichsbahnausbesserungswerk Wedau.
1927 Die Werkstätten Arnsberg und Betzdorf wurden geschlossen, die meisten Eisenbahner wurden nach Wedau versetzt. Die Ausbesserungswerke Langenberg und Oberhausen wurde Wedau angegliedert und 1930 geschlossen.
1929 Im Frühjahr 1929 gründete sich im damaligen Reichsbahn-Ausbesserungswerk Duisburg-Wedau der Musikverein "Harmonie" als Werkskapelle, später unter dem Namen "DB Cargo Orchester Duisburg" bekannt und somit auch eine Freizeitgruppe in der Stiftung BahnSozialWerk BSW.
1935  Täglich erreichten ca. 134 Güterzüge Wedau, ca. 121 begannen hier ihre Fahrt, ca. 31 hielten hier kurz, setzten Wagen ab, nahmen welche auf, ca. 25 hielten zum Lokomotivwechsel an. Das Bahnbetriebswerk hatte mehr als 60 Rangier- und Güterzuglokomotiven, mehr als 500 Mitarbeiter und 2 Ringlokschuppen und 2 Drehscheiben.
1936 Das Ausbesserungswerk befaßte sich mit Reparatur- und Revisionsaufgaben an Güter- und Schienentransportwagen. Es beaufsichtigte die beauftragten Privatwerke in Duisburg und Essen. Der Bedarf an Fachhandwerker wuchs und die Einrichtungen des Ausbesserungswerks reichten für die Lehrlinge nicht mehr aus. Im Juli 1936 wurde die Lehrlingswerkstatt vergrößert und eine neue Werkschule gebaut. In unmittelbarer Nähe wurde ein großer Sportplatz angelegt.
2. Weltkrieg Bei Kriegsbeginn waren der westliche Teil der Richthalle sowie die Nebengebäude (Arbeitsaufnahmehalle, Maschinenschreinerei und Lager, Lackierhalle, Schmiede und Stofflager) fertiggestellt.
Nachkriegszeit Die zerstörten Werkanlagen wurden wieder aufgebaut.
1957 Einrichtung von zentralen Fertigungstätten für Zubehörteile (Puffer, Zughaken, Bremsventile etc.)
1959 Übernahme der Eisenbahner nach Schließung des Ausbesserungswerks Mülheim-Speldorf
1961 Übernahme von Mitarbeitern des Güterwagenausbesserungswerkes Recklinghausen. Die gleichzeitige Verlagerung der Fertigung von 5000 Großraumgüterwagen nach Wedau erforderte umfangreiche Baumaßnahmen: Einbau von Krananlagen, neue stählerne Hallenstützen, Erneuerung des Bürotraktes an der Westwand.
1962  Rechtsrheinisch wurde die Güterzugstrecke stillgelegt und die Dampflokdienste beendet.  
60-er Jahre In den darauffolgenden Jahren gab es nur noch ca. 40 Lokomotive. der Mittelteil des nördlichen Lokschuppens wurde nach dem Krieg nicht wieder hergestellt. E-Loks wurden dort nur abgestellt, deren Wartung übernahmen Oberhausen und Köln. Im südlichen Lokschuppen konnten in der Achssenke die Dampflok-Laufwerke für Reparaturen vom Kessel getrennt werden.
1977 Bis 1977 fuhren die Dampfloks im westlichen Ruhrgebiet. Die letzten Maschinen der Baureihe 50 wurden in Wedau zusammengezogen. Am 17.02.1977 fuhr der letzte Güterzug mit Koks von Castrop-Rauxel nach Wedau.

Momentan findet freitags und samstags ein Trödelmarkt auf dem Gelände des Ausbesserungswerks statt.

Diverse Pläne zur Nutzung des Geländes wurden im Dezember 2007 / Januar 2008 wieder verstärkt diskutiert, u.a. die Einbeziehung in die neue "Wasserwelt Wedau". Der Begriff 'Wedau' hat sich im Laufe der letzten paar Jahre wieder gewandelt. Die Entscheidungsträger haben ihn aufgegriffen und stellen ihn in einer weitergefassten neuen Dimension dar. Entsprechende Seiten bei WedauLink: Bahngelände.


Interessante Links
Ringlokschuppen, Mülheim

(Zitat:)
"Das Gebäude
Der Ringlokschuppen verdeutlicht als Industriedenkmal den Strukturwandel in Mülheim an der Ruhr. Entstanden um 1900 war das Gebäude zunächst Teil des Reichsbahn-Ausbesserungswerks Speldorf. Bis zur Zerstörung der vorgelagerten Drehscheibe durch einen Bombenangriff im Jahre 1943 diente es zur Unterstellung von Dampflokomotiven, die vom zugehörigen Wasserturm versorgt wurden.
Nach dem Krieg war bis 1968 die Zentralstelle der Bundesbahnbusse im Ringlokschuppen untergebracht. In den letzten Jahren vor der Komplettsanierung wurde der ehemalige Lokschuppen von einem im Gelände ansässigen Fuhrunternehmen lediglich als Reparaturwerkstatt genutzt.
Seit dem kompletten Umbau 1992 dient der Ringlokschuppen als Spielstätte der Freien Kulturszene."

DBG Privat- und Museumsbahnseiten von Alexander Bückle und Mathias Fetscher mit Informationen über Privat-, Regional-, Neben-, Feld-, Schmalspur- und Museumsbahnen einschließlich Fahrzeuglisten, Fahrzeugportraits, Bahnportraits, Bildern von Bahnen und Strecken sowie Abkürzungsverzeichnis.
Zitat: "Ergänzungen (auch Bilder) sind erwünscht!!!"
 
Railfan Europe: Foto Zitat:
" Railfaneurope.net, the European Railway Server provides information about the European Railways, for railway fans as well as for travellers who wish to explore Europe by train."
gfw-duisburg Zitat von der Website der Gesellschaft. für Wirtschaftsförderung Duisburg (Stand: 01.03.2008):
"Gebäude / Infrastruktur
Auf dem Gelände befinden sich die Werkstätten des DB Ausbesserungswerkes. Der Standort wurde aufgegeben. Die Werkstattgebäude stehen entweder für eine Folgenutzung zur Verfügung oder werden im Zuge der Neuplanung des Geländes abgerissen.
Konditionen
Das Gelände steht zum Kauf bereit. Einige Grundstücksteile sind sofort verfügbar. Interessierte Unternehmen wenden sich bitte an die GFW Duisburg."
westbahn "Einige Eindrücke vom "Hoffest" bei der Deutsche Bahn Gleisbau (DBG) in Duisburg-Wedau am 20.September 2003 für Mitarbeiter, deren Familienangehörige und Kunden."
miniatur-wunderland Forumsbeitrag: "Wo die Bahn sich zurückgezogen hat"
wikipedia Zitat (Stand: 01.03.2008):
"Personenverkehr
Der Personenverkehr auf der Strecke fand in der Nachkriegszeit nur noch auf den Abschnitten Mülheim-Speldorf–Düsseldorf-Rath (KBS 307, weiter zum Düsseldorfer Hauptbahnhof) und Hilden–Opladen (KBS 409) statt. Am 6.Dezember 1971 wurde der Personenverkehr zwischen Duisburg-Wedau und Mülheim-Speldorf eingestellt, am 23.September 1983 folgte die Stilllegung von Duisburg-Entenfang bis Düsseldorf-Rath. Seitdem gibt es hier nur noch die RB-Linie 37 "Der Wedauer" von Duisburg Hbf nach Duisburg-Entenfang. Auf dem Teilstück Opladen–Hilden wurde - wie bei der KBS 307 - am 23.September 1983 der Personenverkehr eingestellt. Den Personenverkehr hatten auf beiden Teilstücken in den Nachkriegszeit überwiegend Akkutriebwagen der Baureihe 515 übernommen, aber auch Nahverkehrszüge mit den Baureihen 140, 212 und 430 waren anzutreffen. Eine Reaktivierung des Personennahverkehrs wird immer wieder diskutiert."
lost areas
Zitat:
"Betriebswerk Duisburg Wedau
An der Strecke Oberhausen-Duisburg wurde im Rahmen der Erbauung des Rangierbahnhofes 1912 bis 1914 auch das BW Duisburg Wedau errichtet. Da das BW aus 2 Ringlokschuppen bestand, waren auch 2 Drehscheiben mit Durchmessern von 20 und 23m im Einsatz. Die 23m Drehscheibe ist noch vollständig erhalten - über den Verbleib der kleineren Drehscheibe ist mir nichts bekannt.
Im Rahmen der Elektrifizierung in den 70er Jahren ist auch Wedau vollständig mit Fahrdrähten ausgerüstet worden."
lost places Interessengemeinschaft für historische Militär-, Industrie- und Verkehrsbauten, Forum: "Verkehrsgeschichte Schiene" / "Ehemaliges Bahnbetriebswerk Duisburg Wedau"

 

 

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© V. Welkerling, 2000 - 2008 - Stand: 30.03.2008 -