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Rangierbahnhof
Wedau
Die Eisenbahn hat entscheidend zur Entstehung des heutigen Wedau
beigetragen. Die Rheinische Eisenbahngesellschaft mit Sitz in Köln
hatte ihr Eisenbahnnetz zunächst linksrheinisch ausgebaut.
1866 stieß sie mit der Eröffnung der Bahnlinie Osterrath-Essen
ins Ruhrgebiet vor. Zur Entlastung dieser Bahnlinie und zur Abfuhr
der Kohlentransporte nach Süden errichtete sie 1874 die Bahnlinie
Troisdorf-Speldorf mit der Signalstation Wedau. 1880 wurde die Verbindungsbahn
Lintorf-Duisburg/Hochfeld, die an der Signalstation Wedau abzweigt,
gebaut und 1890 der Rangierbahnhof
Wedau eröffnet.
Die industrielle Entwicklung schritt außerordentlich schnell
voran, so dass die betrieblichen Anlagen und Werkstätten des
Duisburger Hauptbahnhofs sowie des Speldorfer Rangierbahnhofs bald
überlastet waren. Südlich von Duisburg gab es ausreichend
freies Gelände zur Ausbau der Eisenbahnanlagen. Zur Entlastung
des Duisburger Hauptbahnhofs wurde die Umgehungsbahn Wedau-Oberhausen
West 1901 in Betrieb genommen.
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Bahnhof-Ausbau
und Personalunterbringung
1907 wurde der erste Entwurf zur Erweiterung der Wedauer Bahnanlagen
eingereicht. Der Bahnhof Wedau hatte zu diesem Zeitpunkt bereits
40 Gleise, aber einen Personen-Bahnhof oder Haltepunkt gab es noch
nicht. Das Personal kam damals vorwiegend aus Mülheim-Speldorf
und mußte zur Arbeit einen 1-stündigen Fußweg in
das sümpfige Wedauer Gelände zurücklegen.
Die Königliche Eisenbahnverwaltung als Rechtsnachfolgerin der
Rheinischen Eisenbahngesellschaft erwarb 1908 Grundstücke vom
Reichsgrafen von Spee zu Schloß Heltorf, von den Industriellen
Haniel, Peters, Diemen sowie von der Stadt Duisburg. Nachdem die
Planung zum Ausbau der Wedauer Bahnanlagen 1911 fertiggestellt war,
mußte die Unterbringung des künftigen Bahnpersonals geregelt
werden. Grundstücke wurden an der Steinbruchstraße erworben,
jedoch ging es mit der Planung von Wohnungen nicht voran.
1913 erteilte die Bahn nach erfolglosen Verhandlungen mit der Stadt
Duisburg dem Beamten-Wohnungsverein zu Duisburg den Auftrag, schnellstens
300 Wohnungen fertigzustellen. Der Verein erwarb 13 Morgen Gelände
am Kalkweg auf Duisburger Gebiet nahe dem Grenzweg "Im Lith"
und sicherte sich notariell weitere Grundstücke für den
Bau von Kleinhäusern mit Gärten. Aufgrund der Probleme
mit der Stadt Duisburg wechselte der Verein zur anderen Grenzseite
über und einigte sich mit der zu Angermund gehörigen Gemeinde
Huckingen über den Bau einer Wohnsiedlung am Bahnhof Wedau.
1915 wurde der Vertrag zwischen dem Wohnungsverein und der Gemeinde
Huckingen ergänzt: Nun sollte die Siedlung Wedau auf ca. 100
"preußische Morgen" Land entstehen, das sich im
Rechteck zwischen den heutigen Straßen Masurenallee, Am See,
Kalkweg und Wedauer Straße befindet.
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Straßennamen,
damals und heute
Die Masurenallee wurde früher zwischen Strohweg und Brückenauffahrt
"Seitenweg" genannt und zwischen Wedauer Brücke und
Kruppstraße "Schwarzer Weg". Am See hieß "Speldorfer
Straße", die Wedauer Straße war "Im Lith".
Die Sittardsberger Allee hieß damals "Mülheimer
Straße", die Wedauer Brücke war die "Speldorfer
Brücke", die Rüsternstraße hieß "Rehweg",
die Straße Am See war zuerst "Speldorfer Weg", dann
"Speldorfer Straße", dann "Admiral-von-Hipper-Straße".
Die Neidenburger Straße hieß zwischen Kalkweg und Dickelsbach
"Speldorfer Straße" und der Braunsberger Weg war
der "Königsberger Weg".
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Einzug
des Bahnpersonals
Im November 1913 zogen die Eisenbahner aus Mülheim-Speldorf
in die Häuser im Birkenweg, Heimweg und Im Grünen Winkel
ein. Im Januar 1914 wurden Eisenbahner aus Mülheim, Oberhausen,
Osterfeld sowie Ruhrort nach Wedau versetzt. Nach Fertigstellung
der Häuser Im Lith (heute: "Wedauer Straße")
im März 1914 konnten diese nicht bezogen werden, denn die Stadt
Duisburg hatte weder Bürgersteig noch Straßen gebaut,
ein tiefer Graben durchzog die Straße. |
Die
Siedlung Wedau
1915 waren 312 Häuser mit 485 Wohnungen fertiggestellt. Wer
durch Zahlung von RM 300 Mitglied im Beamten-Wohnungsverein wurde,
durfte eine Wohnung in der Siedlung Wedau mieten. Der Wohnungsverein
stellte der evangelischen und der katholischen Kirche geeignete
Grundflächen zum Selbstkostenpreis zur Verfügung, regelte
die Konzession für eine Apotheke, schenkte der Gemeinde Huckingen
ein Schulgrundstück, errichtete ein katholisches und ein evangelisches
Volksschulgebäude und richtete einen Kindergarten ein.
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Personenbahnhof
Wedau
Am 15. Oktober 1914 war der Personenbahnhof Wedau fertiggestellt
und der Personenverkehr zwischen Wedau und Mülheim konnte aufgenommen
werden. Der Verkehr von Duisburg nach Wedau war allerdings erst
ab 15. Mai 1919 möglich.
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Vereinsleben
Eisenbahnervereine wurden gegründet, deren Mitglieder sich
zum Ziel gesetzt hatten, durch gemeinnützige Einrichtungen
und Pflege der Kameradschaft und Geselligkeit fürsorgerisch
und kulturell tätig zu werden. Der Eisenbahnverein Wedau wurde
am 01. Oktober 1913 gegründet und wirkte sich förderlich
auf das kulturelle Leben in der Gemeinschaft aus. Gegründet
wurden ein Sportverein, zwei Männergesangvereine, ein Kirchenchor,
ein Zitherverein zur Pflege der Volksmusik, ein Theaterverein sowie
später der Eisenbahner Turn- und Sportverein ETuS und der Bürger-Schützen-Verein
BSV Wedau.
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Besetzung
durch Franzosen und Belgier
Als am 11. Januar 1923 das Ruhrgebiet von Frankreich und Belgien
besetzt wurde, erhielten die Eisenbahner die Anweisung, keine Kohlenzüge
in diese Länder zu fahren bzw. deren Züge nicht weiterzuleiten.
Sie mußten Geld- und Freiheitsstrafen auf sich nehmen und
wurden mit ihren Familien aus ihrer Heimat ausgewiesen. Französische
und belgische Eisenbahner zogen in die freigewordenen Wohnungen
ein. 407 Eisenbahner verließen mit ihren Familien Wedau und
Bissingheim. Die meisten Familien konnten erst im Spätherbst
1924 aus Norddeutschland in ihre Wohnungen zurückkehren.
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Übernahme
durch Ruhr-Niederrhein
1923 trennte sich die Siedlung Wedau vom Duisburger Beamten-Wohnungsverein
und eine neue Genossenschaft "Bauverein Wedau eGmbH" wurde
gegründet. Zum 01. Januar 1925 übernahm diese die Siedlung
Wedau. Als 1929/1930 die Ausbesserungswerke Oberhausen, Langenberg
und Arnsberg geschlossen wurden, kamen noch mehr Eisenbahner nach
Wedau und Bissingheim. Gemäß Verschmelzungsverordnung
von 1940 sollten die Wohnungsunternehmen der Reichsbahn zusammengelegt
werden. Diese Gesetzeslage nutzten viele der großen Unternehmen
wie z.B. die Wohnungsgesellschaft Ruhr-Niederrhein, kleinere Vereine
einzuverleiben. Zum Zeitpunkt der Eingliederung des Bauvereins am
01. August 1941 bestand die Siedlung Wedau aus 611 Wohnhäuser
mit 1043 Wohnungen. |
Nachkriegszeit
Nach dem Zweiten Weltkrieg bemühte sich der Bauverein Wedau
vergeblich um Wiedereinsetzung in den vorigen Stand. Es entstand
lediglich eine "Interessengemeinschaft" ehemaliger Mitglieder.
Eisenbahnerfamilien zogen aus dem Osten und Berlin nach Wedau und
bewirkten Erweiterungen des Wohngebietes.
Mit dem Großbauprojekt am Allensteiner Ring wurde September
1953 begonnen und 1958 beendet. Zunächst mußten die alten
Häuser an der Wedauer Straße und die Behelfsunterkünfte
aus dem Krieg abgerissen werden. Gebaut wurden dann 480 Wohnungen,
3 Gewerbeobjekte sowie 24 Garagen.
1956 entstand das erste Ledigenheim an der Masurenallee für
die Bundesbahn. Zwischen 1960 und 1962 gab es im Dirschauer Weg
284 Wohnungen, 1985/86 kamen weitere 23 Einfamilienhäuser hinzu.
Die Schließung der Ausbesserungswerke in Mülheim-Speldorf
1959 und in Recklinghausen 1962 führten zu weiteren Zuzügen
nach Wedau. 1961 kamen die ersten italienischen Gastarbeiter zur
Wedauer Bahn, 1963 die Türken und später Jugoslawen, Marokkaner,
Griechen und Spanier.
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Interessante
Links
(in Arbeit)
www.bahnen-am-niederrhein
www.induruhr.de
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