Übersicht Kalkweg
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Straßenbäume am Kalkweg: u.a. Platanen

Wer häufig durch den Kalkweg fährt, wird festgestellt haben, dass die Bürgersteige in der letzten Mai-Woche 2003 mit Platanenblättern übersät waren. Was stimmte mit den Platanen nicht ? Das Ergebnis unserer Recherchen finden Sie nachstehend.
Bilder vom 29.05.2003:

Straßenbäume sind ein wichtiges Stück Natur und prägen das Straßenbild unserer Städte. Sie haben von allen übrigen Bäumen die schlechtesten Standortbedingungen und werden am stärksten beeinträchtigt, eingezwängt zwischen Leitungen im Boden, Asphalt, Bordsteine. Sie leiden unter Wassermangel im Sommer und Streusalz im Winter. Urin von Menschen und Hunden verätzen den Baum. Das Erdreich wird durch dicht parkende Autos verdichtet, Rinde und Wurzeln werden geschädigt. Zum versiegelten Wurzelbereich kommen oft mechanische Verletzungen hinzu, die den Eintritt für holzzerstörende Pilze begünstigen. Geschwächte und bereits geschädigte Bäume sind besonders anfällig für Krankheiten und Schädlinge.

Die Blattbräune oder Blattnervenkrankheit bei Platanen ist auf einen Pilz (Apiognomonia veneta) zurückzuführen, der hell- bis dunkelbraune Blattflecken, oft vom Blattgrund ausgehend, entlang der Blattadern verursacht. Bei Befall kommt es bereits im Frühjahr zum Welken und Vertrocknen der jungen Triebe und Zweigen. Die Rinde verfärbt sich und platzt auf. Typisch ist auch das schlaffe Herabhängen geschädigter Blätter. Die infizierten Blätter fallen frühzeitig ab, bei sehr starkem Befall kann es zu weitgehender Entlaubung kommen. Trotzdem ist die Existenz der Bäume nicht gefährdet, da der Blattverlust meist rasch durch eine neue Blattgeneration ersetzt wird.

Diese auffälligste Krankheit der Platane tritt nahezu jedes Jahr auf, in manchen Jahren sehr massiv. Die innerhalb der Blattflecken gebildeten Konidien infizieren während der Vegetationszeit Knospen und neu gebildete Blätter. Im Falllaub entwickeln sich während der kalten Jahreszeit die sexuellen Fruchtkörper, deren Sporen im Frühjahr bei feuchtem Wetter ausgestoßen werden und durch Wind und Insekten auf die Bäume gelangen. Bei anhaltenden Frühjahrsniederschlägen und Temperaturen um 20°C kann sich die Krankheit rasch ausbreiten. Früher Befall löst bald die Bildung neuer Blätter aus. Nur bei ganz jungen Bäumen ist die Krankheit lebensbedrohend.
Das Falllaub sollte entfernt werden. Auf den abgefallenen Blättern entwickeln sich bis zum folgenden Frühjahr die Sporen, von denen die Primärinfektion der jungen Blätter ausgeht. Apiognomonia veneta kann auch bei entsprechender Ausdehnung zum Absterben von Zweigen führen. Auf den abgestorbenen Rindenpartien werden im Frühjahr Sporen bildet, mit denen die Blätter wieder infiziert werden. Ein weiterer Infektionsweg ist das Einwachsen des Pilzes aus der Zweigrinde in die Blätter. Durch das Entfernen des abgefallenen Laubes im Herbst kann in diesem Falle zwar der Krankheitszyklus nicht vollständig unterbrochen werden, jedoch kann der Befall im erträglichen Rahmen gehalten werden. Intensivere Bekämpfungsmaßnahmen müssen auch die Entfernung befallener Zweige und Äste beinhalten.

Obwohl für Pflege und Neupflanzung u.a. das Grünflächenamt zuständig ist, kann jeder seinen Beitrag zum Erhalt leisten. Denn Straßenbäume leisten viel für unser aller Wohlergehen. Sie verbessern das Stadtklima und dienen der Reinhaltung der Atemluft, indem sie Staub aus der Luft filtern. Sie verbrauchen das Treibhausgas CO2 und setzen den lebenswichtigen Sauerstoff frei. Außerdem erhöhen Bäume die Luftfeuchtigkeit und sorgen für Temperaturausgleich. Alleen haben einen hohen Erlebnis- und Aufmerksamkeitswert und sind ein ästhetischer Genuß. Baumlose Straßenabschnitte wirken dagegen eintönig und einschläfernd; sie animieren zu überhöhter Geschwindigkeit. Alleen bieten Schutz vor Witterung, spenden im Sommer Schatten und entwässern die Straßen durch ihre Feuchtigkeitsaufnahme. Außerdem sind sie Lebensraum für viele Tierarten.
Links zum Thema Baumschutz:

www.dstgb.de "Jahrtausend-Alleen" für Bürger und Umwelt
www.nua.nrw.de Gehölze, Hecken, Obstwiesen
www.klimaschutz-durch-wald.de Baumpatenschaften für Trinkwasserwälder
www.munlv.nrw.de Lokale Agenda 21 - Wald, Forstwirtschaft und Holz
www.agenda-transfer.de Lokale Agenda 21 in NRW - Städte stellen sich vor

Wie für alle Bereiche gibt es natürlich auch für Straßenbäume gesetzliche Regelungen. Da gibt es das Bundesnaturschutzgesetz(§ 18) und (z.B.) für NRW das Landschaftsgesetz NRW (§ 47) und die Gemeindeordnung NRW (§ 7). Diese Gesetze bzw. Ordnung könnten die Basis für eine Baumschutzsatzung bilden, die jedoch nicht in allen Gemeinden bzw. Kommunen von den örtlichen Umweltverwaltungen realisiert wird. Gefunden haben wir auch eine DIN-Norm (DIN 18920 - Baumschutz auf Baustellen) und eine Richtlinie RAS-LG4 (Richtlinien zum Schutz von Bäumen und Sträuchern im Bereich von Baustellen).
Es gibt allerdings auch entgegengesetzte Bestrebungen: den Bäumen wurde vielfach die Schuld für Verkehrsunfälle zugewiesen und sie wurden ebenso oft abgeholzt zugunsten von Baumaßnahmen. Es soll sogar eine Richtlinie geben, die von der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums erarbeitet wurde. Danach sollen entlang Landes- und Bundesstraßen alle Bäume gefällt werden, die weniger als 10 m vom Fahrbahnrand entfernt stehen ...
Duisburg verfügt über eine Baumschutzsatzung: http://www.duisburg.de/umweltamt/Baumschutzsatzung.cfm
und hat es für alle einfach gemacht: am Ende der Seite kann man einen "Fällantrag" herunterladen.

Und wo möchten Sie jetzt hin :

 


© V. Welkerling, 2000 - 2005 - Stand: 06.02.2005 -