Tier
des Jahres 2001 :
Der Feldhase (gewählt von der Schutzgemeinschaft Deutsches
Wild, Organisation zur Erhaltung der freilebenden Tierwelt).
| Anlass
ist der Rückgang der Hasenbestände in Deutschland, außerdem
die Tatsache, dass die Gründe der Verringerung noch weitgehend
unbekannt sind. Mümmelmann ist in einigen Regionen noch in ausreichender
Zahl anzutreffen. Der Feldhase ist außer in Nordrhein-Westfalen
kein Tier der Roten Liste. |
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Wildbiologen
forschen nach Gründen für den "Hasenschwund":
Fruchtbarkeitsstörungen, Umweltchemikalien? Sein Lebensraum
verschlechterte sich durch Intensivlandwirtschaft sowie die
vielen Füchse in Deutschland. Etwa 120.000 Langohren sterben
alljährlich im Straßenverkehr, jedes zehnte gewilderte Tier
ist ein Hase.
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Kaum
ein anderes Tier kommt so häufig in Legenden und Märchen vor
wie der Feldhase, um den sich aber auch viele falsche Vorstellungen
ranken: Vom Osterhasen bis zu der immer noch verbreiteten Annahme,
der Hase sei ein Nagetier. Tatsächlich gehört er zur Ordnung
der Hasentiere, die 45 Arten umfasst.
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Baum
des Jahres 2001
Die Esche wurde vom Kuratorium Baum des Jahres (KBJ) gewählt.
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Sie
hat keine spektakulären Blüten, Früchte oder Rinde und zeigt
wenig Farbe. Aber: sie hat eine Reihe einmaliger botanischer
und ökologischer Besonderheiten zu bieten. Die Esche mit ihrer
silbrigen oder aschgrauen Rinde erkennt man am besten im Winter,
sie hat samtschwarze, zwiebelspitzige Knospen und ihre stattliche
Krone ist grob verzweigt. Ihre Blätter haben eine enorme Reaktionsfähigkeit
auf die Lichtverhältnisse. Sie drehen und biegen sich, um das
Licht optimal auszunutzen. |
Die
Esche gehört in die Familie der Ölbaumgewächse - zusammen mit den
Sträuchern Flieder, Forsythie und Liguster. Sie wird bis zu 40m
hoch mit kugelförmiger Krone und ein Stammdurchmesser bis 2m. Verbreitungsgebiet:
ganz Europa und Vorderasien. Das Holz hat eine größere
Zug-, Biege- und Schlagfestigkeit als Eichenholz und ist ein Edellaubholz.
Wichtigste Verwendung heute: Herstellung von Sportgeräten, Werkzeugstielen,
Möbeln (Biegemöbel) und Deckfurnieren.
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Blume
des Jahres 2001
Ausgewählt wurde der Blutrote Storchschnabel von der Stiftung
Naturschutz Hamburg und Stiftung zum Schutze gefährdeter Pflanzen.
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Die
Staude gehört zu der Familie der Storchschnabelgewächse (Geraniaceae)
und hat einen dicken, weit kriechenden Wurzelstock. Die Stängel
sind oft schon vom Grund an gabelig verzweigt, werden 15 bis
50 cm hoch und weisen im Herbst durch Anthozyanbildung eine
leuchtend rote Färbung auf. Bleibt ein Insektenbesuch aus, kann
eine spontane Selbstbestäubung eintreten. Die Spaltfrüchte mit
schnabelartig verlängerten Teilfrüchten springen zur Reifezeit
auf und schleudern die Samen weit fort. Der Wurzelstock enthält
beträchtliche Anteile von Gerbstoffen und wurde daher früher
zum Gerben gebraucht, aber auch blutstillende Mittel hat man
aus der Pflanze gewonnen. |
Der
Gattungsname Geranium bezieht sich auf die Schnabelfrüchte und wurde
aus dem Griechischen Geranion, eine Verkleinerung von Geranos (=
Kranich) abgeleitet, der korrekte Name Kranichschnabel hat sich
jedoch nicht durchgesetzt. Volkstümlich wird die Pflanze in manchen
Gegenden Blutröslein, Blutwurzel oder Hühnerwurz genannt. Der Blutrote
Storchschnabel wächst auf sonnenexponierten Halbtrockenrasen, in
trocken-warmen Laub- und Kiefernwäldern, am häufigsten aber an sonnigen
Waldrändern sowie entlang von Waldmantel-Gebüschen. Aus zoologischer
Sicht stellen Saum-Biotope eine Besonderheit dar. So zählen solche
Obergangsbereiche zwischen Wald oder Gebüschen und offener Kulturlandschaft
zu den artenreichsten Lebensstätten, die auch als Vernetzungsstrukturen
von besonderem Wert sind. Der Blutrote Storchschnabel ist im größten
Teil Europas heimisch. Die Nominierung des Blutrote Storchschnabels
zur Pflanze des Jahres 2001 soll auf die ökologische Bedeutung solcher
Saumgesellschaften hinweisen.
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Fisch
des Jahres 2001
Der Verband Deutscher Sportfischer hat den Stör gewählt.
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Der
"gemeine" Stör, auch echter oder Atlantischer Stör genannt,
gilt in Deutschland seit etwa den 30ern Jahren als verschollen
oder gar ausgestorben. Bis ca. in die Mitte des 19. Jahrhundert
hinein war diese Fischart ein bedeutender Teil der heimischen
Fischfauna. Vereinzelt existieren noch Exemplare in wissenschaftlichen
Einrichtungen, insbesondere in Frankreich. |
Der
Stör wird 2 - 3m lang, in der Literatur werden sogar Rekordlängen
von 5 m und bis zu einer Tonne Gewicht genannt. Das Verbreitungsgebiet
des Störs reichte von der Ostatlantikküste über Nordskandinavien
bis Marokko, es gab ihn im Mittelmeer und im Schwarzen Meer. Seine
Laichwanderung führte ihn in Rhein, Elbe und Oder jeweils bis in
die Oberläufe. Noch in den zwanziger Jahren wurde ein Stör in der
Vechte, ein Nebenfluss der Ems, gefangen. Die Ursachen für sein
Verschwinden in Deutschland sind eindeutig. Der Stör wurde Opfer
von Flussregulierungen, Gewässerverschmutzungen und Überfischung.
Schon im 19. Jahrhundert, als die Störfischerei zum Erliegen kam,
wurde erfolglos versucht, den Stör künstlich zu vermehren. Diese
Versuche werden auch heute unternommen. Der Verband Deutscher Sportfischer
unterstützt die Versuche der "Gesellschaft zur Rettung des Störs
(A. sturio L.) e. V.", den Stör vor dem Aussterben zu bewahren und
beabsichtigt im Jahr 2001 eine Besatzaktion mit Stören in der Oder
durchzuführen, die nahezu ideale Lebensbedingungen für den Stör
bietet. Der Stör steht auch stellvertretend für alle aquatischen
Lebewesen, deren Lebensraum "Gewässer" durch Eingriffe des Menschen
leichtfertig und gedankenlos vernichtet wurden und die für uns fast
unwiederbringlich als Bestandteil unseres Ökosystems verloren gegangen
sind. Das Beispiel "Stör" zeigt auch, dass trotz moderner Forschung
und vielfältiger Bemühungen die Folgen eines einmal eingeleiteten
Prozesses, der die Vernichtung einer Tierart auslöste, nicht so
einfach umgesetzt und ungeschehen gemacht werden können.
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Insekt
des Jahres 2001
Die Plattbauch-Segellibelle wurde vom Kuratorium Insekt des Jahres
stellvertretend für alle bedrohten, insgesamt 80 Libellenarten in
Deutschland gekürt.
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Von
Mai bis Juli sieht man sie manchmal an Flußläufen, aber auch
an Gartenteichen. Häufig sitzen die hellblau gefärbten Männchen
auf Pflanzen und bewachen ihr Revier. Die Weibchen sind gelb
gefärbt. |
Die
Plattbauch-Segellibelle frißt nur Mücken und Fliegen, die sie während
des Fluges mit den Beinen ergreift und dann mit ihren kräftigen
Mundwerkzeugen zerbeißt. Sie kann hervorragend sehen, denn ihre
riesigen Komplexaugen bestehen aus 30.000 Facetten. Libellen sind
uralte Tiere. Bereits vor 250 Millionen Jahren lebten die größten
Libellen mit 75 cm Flügelspannbreite. Dagegen ist die Plattbauch-Segellibelle
mit 7 bis 8 cm klein. Ihr Name beschreibt den wie flach gedrückten
Hinterleib, daher heißt sie zoologisch korrekt Libellula depressa.
Die durch Wachsausscheidungen der Haut hellblau gefärbten Männchen
sind ortstreu, während die Weibchen zeitlebens umherstreifen. Die
Eier werden während des Fluges in flache, leicht bewachsene Gewässer
abgeworfen. Die Larven leben unter Wasser, vor allem von Insektenlarven
und Kleinkrebsen. Den Winter verbringen die Libellenlarven im Schlamm
vergraben. Bis zur flugfähigen Libelle brauchen sie 1 - 2 Jahre.
Aufgrund ihrer Jugend im Wasser sind die Libellen selten geworden,
weil es kaum noch unverbaute Flüsse mit flachen Gewässerteilen gibt,
aber man sieht sie noch! Gartenteiche haben sich dabei wahrscheinlich
positiv ausgewirkt.
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Vogel
des Jahres 2001
Zum ersten Mal wurde mit dem Haubentaucher (Naturschutzbund Deutschland
(NABU)) ein Wasservogel gewählt, um somit auf die Gefährdung
unserer Gewässer und ihrer Bewohner aufmerksam zu machen.
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Der
etwa entengroße Haubentaucher, einer der markantesten heimischen
Wasservögel, prägt mit seinem prächtigen Federkleid und der
charakteristischen Haube aus rotbraunen und schwarzen Federn,
seinem auffälligen Balzritual und seinem unverwechselbaren Ruf
im Frühjahr die Stimmung an vielen Seen. |
Er
stellt nur wenige Bedingungen an sein Revier: Der See sollte groß
genug sein, mindestens etwa zehn Hektar. Er benötigt Ufer mit geeigneten
Nistplätzen, vor allem Schilfgürtel, und ein ausreichendes Nahrungsangebot
an kleinen Fischen. Damit kann er ein weites Spektrum von Gewässern
besiedeln: Stehende und langsam fließende Gewässer von der Küste
bis zu den Voralpenseen, auch künstliche Gewässer wie Talsperren
oder Baggerseen. Dort lässt sich der Haubentaucher gut beobachten.
Viele
Wasservogelarten weisen heute in Deutschland einigermaßen stabile
Populationen auf. Dazu haben die ganzjährige Schonzeit vieler Arten,
die Ausweisung von Feuchtgebieten als Schutzgebiete nach deutschem
oder internationalem Recht und die Verbesserung der Wasserqualität
der meisten Gewässer beigetragen. Dennoch sind einige Arten durch
fortschreitenden Lebensraumverlust oder die Nachstellung des Menschen
immer noch stark bedroht. Und auch die Freizeitgesellschaft fordert
ihren Tribut: "Ein einzelner Surfer reicht aus, um bis zu 90 Prozent
der rastenden Wasservögel im Umkreis von einem halben Kilometer
zu verscheuchen", betonte NABU-Vize Opitz. Besonders an kleineren
Gewässern sei es notwendig, geeignete Brut- und Ruhezonen auszuweisen.
"Die wirkungsvollste Maßnahme zum Schutz des Haubentauchers ist
die Sicherung geeigneter Lebensräume". Weitere Informationen bietet
die 28-seitige Farbbroschüre zum Jahresvogel 2001. Bezug gegen fünf
Mark in Briefmarken (inkl. Versand) beim NABU-Infoservice, Postfach
30 10 54, 53190 Bonn. |
Liste
der Initiatoren
Weitere Informationen zu den ausgewählten Arten des Jahres*):
*) Stand: 2002,
Kontaktadressen im Feb. 2008 entfernt, Hinweis: über das Internet
sind die aktuellen Adressen leicht zu finden.
| Vogel
des Jahres |
NABU
Naturschutzbund Deutschland e. V. |
| Tier
des Jahres |
SDWi
Schutzgemeinschaft Deutsches Wild e. V. |
| Fisch
des Jahres |
VDSF:
Verband Deutscher Sportfischer e. V. |
| Blume
des Jahres |
Stiftung
Naturschutz Hamburg und Stiftung zum Schutze gefährdeter Pflanzen |
| Insekt
des Jahres |
Kuratorium
"Insekt des Jahres"
c/o Deutsches Entomologisches Institut |
| Baum
des Jahres |
KBJ
Kuratorium Baum des Jahres,
c/o Bund deutscher Baumschulen (BdB) e. V. |
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