Natur
des Jahres
Seit Jahren werden in Deutschland jedes Jahr Tier- und Pflanzenarten
zu Vögeln, Insekten, Bäumen, Orchideen u.a. zu Arten des Jahres erklärt.
Ziel dieser Aktionen ist, die jeweilige Art und ihren Lebensraum einem
größeren Publikum vertraut zu machen und die Bevölkerung für die Belange
des Naturschutzes zu sensibilisieren. |
Natur
des Jahres – Adressen der Initiatoren
Hinweis:
Die Angaben stammen aus 2003.
Die Adressen und Hyperlinks habe ich im Feb.
2008
wegen des Zeitaufwands hinsichtlich einer stetigen Aktualisierung
der Daten entfernt. |
| Vogel
des Jahres :
der "Spatz" |
NABU-NRW
Naturschutzbund Deutschland e. V. |
seit
1971 |
| Blume
des Jahres
das
Hain-Veilchen |
Stiftung
Naturschutz Hamburg und Stiftung zum Schutze gefährdeter Pflanzen,
Botanischer Verein zu Hamburg e.V.
Verein für Pflanzenkunde, Naturschutz und Landschaftspflege |
seit
1980 |
| Nutztier
des Jahres
das
Angler Rind |
GEH
Gesellschaft zur Erhaltung alter und
gefährdeter Haustierrassen e.V. |
seit
1984 |
| Biotop
des Jahres
der
Garten |
Naturschutzzentrum
Hessen,
Organisationsbüro „Biotop des Jahres" |
seit
1988 |
| Baum
des Jahres :
der Wacholder |
Kuratorium
Baum des Jahres
Schutzgemeinschaft Deutscher Wald |
seit
1989 |
| Orchidee
des Jahres
Vogel-Nestwurz |
Arbeitskreise
Heimische Orchideen (AHO) |
seit
1989 |
| Landschaft
des Jahres
das
Alte Flandern
|
NFI
Naturfreunde Internationale, Wien |
seit
1989 |
| Wildtier
des Jahres
der
Rothirsch
|
Schutzgemeinschaft
Deutsches Wild |
seit
1992 |
| Fisch
des Jahres
die
Quappe |
VDSF
Verband Deutscher Sportfischer |
seit
1993 |
| Pilz
des Jahres :
der Orangefuchsige Rauhkopf |
Dt.
Gesellschaft für Mykologie |
seit
1994 |
| Insekt
des Jahres
der
Zitronenfalter |
Kuratorium
"Insekt des Jahres",
c/o Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft |
seit
1999 |
| Gemüse
des Jahres
der
Flaschenkürbis |
Verein
zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt (VEN) |
seit
1999 |
| Spinne
des Jahres
die
"Brautgeschenkspinne"
Pisaura mirabilis
|
Arachnologische
Gesellschaft e.V. (ARAGES)
Kontaktadresse: Dr. Martin Kreuels (AraDet) |
seit
2000 |
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Vogel
des Jahres 2002
NABU und LBV haben für 2002 den Haussperling (Passer domesticus)
gewählt, den es seit mehr als 10.000 Jahren gibt. Der Spatz
ist ein Singvogel aus der Gruppe der Sperlinge, zu der weltweit
36 Arten gehören. Feldsperling und Schneefink sind seine einzigen
beiden in Deutschland lebende Verwandte. Früher in Massen erschienen,
ist er bereits an vielen Orten u.a. aufgrund von Nahrungsmangel,
fehlenden Nistplätzen sowie der Versiegelung von Flächen
durch Baumaßnahmen verschwunden. Seine ursprüngliche
Heimat: Afrika und Südasien. |
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Der
Haussperling (links: Männchen, rechts: Weibchen) ist eigentlich
Vegetarier und liebt Körner und Samen, in den Städten
ist er zum Allesfresser geworden. Die Aufgabe von Kleintier-
und Pferdehaltung, saubere Dreschmethoden und artenarme Gärten
führten zu Nahrungsmangel und die Versiegelung der Landschaft
zerstörte Möglichkeiten für Staubbäder. |
Spatzen
bauen ab April ihre Nester gern in Nischen und unter Dächern
von Gebäuden oder in Baumhöhlen. In den ersten Tagen werden
die 4-6 Jungvögel nur mit Raupen und anderen Tieren gefüttert.
Durch Fassadenbegrünung, Verzicht auf Gifte im Garten, Einpflanzen
von heimischen Gewächsen kann man versuchen, dem Spatz wieder
Lebensraum zu schaffen.
Weitere Informationen bietet eine Farbbroschüre
zum Jahresvogel 2002 bzw. die Internetseite der NABU. |
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Schöne
Spatzenbilder gibt es hier : |
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Blume
des Jahres 2002
Die Stiftung Naturschutz Hamburg entschied sich für das Hainveilchen
(Viola riviniana), verwandt mit dem Gartenstiefmütterchen.
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Durch die Zerstörung seines Lebensraumes ist das Überleben
des bescheidenen Hain- oder Rivinus-Veilchens bedroht. Haine
dienten früher dem Windschutz und der Feldbegrenzung. Sie
wurden regelmäßig beschnitten und man verwendete
ihre Zweige als Feuerholz. Wallhecken (norddt. "Knicks")
sind z.B. typisch für die schleswig-holsteinische Landschaft.
Die aus den Feldern aufgesammelten Steine wurden zu Wällen
aufgebaut und mit Busch- und Baumreihen bepflanzt. |
Das
Hain-Veilchen lebt an halbschattigen Standorten im Unterholz von
Hecken und an Waldrändern. Es wird max. 20-30cm hoch und hat
5 blauviolett gefärbte Blütenblätter. In der Blütezeit
von Mitte April bis Juni wird es von Bienen, Schwebfliegen und Schmetterlingen
bestäubt. In Deutschland gibt es ca. 30 verschiedene Veilchen-Arten.
Infos über Veilchen und Fotos gibt es u.a. auch hier.
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Nutztier
des Jahres 2002
Das Angler Rind wurde im Oktober von der Gesellschaft
zur Erhaltung alter und gefährdetere Haustierrassen e.V. (GEH)
zur "Gefährdeten Nutztierrasse" des Jahres erklärt.
Es ist eine der vielen Rassen auf der Roten Liste gefährdeter
Haustiere, die zunehmend von Hochleistungstieren verdrängt
werden. Die GEH wird das Angler Rind auf der Grünen Woche in
Berlin vorstellen. |
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Die
Halbinsel Angeln im Nordosten Schleswig-Holsteins gab dem Tier
den Namen. Bereits im 17. Jahrhundert wurde das Angler Rind
in Schriften erwähnt. Damals gab es noch Rinder, die sich
in Größe und Farbe unterschieden. 1879 wurde der
Angler Viehzuchtverein gegründet und ein Herdbuch eingeführt.
Die Angler waren früher in ihrer Milchleistung unübertroffen
und daher sehr beliebt. Heute machen sie nur ca. 0,5% des Rinderbestands
in Deutschland aus. |
Aufgrund
ihrer Vorzüge war die Rasse immer wieder mit anderen gekreuzt
worden. Von dem ursprünglichen Stamm leben heute vermutlich nur
noch ca. 80 Tiere verstreut in kleinen Gruppen. Eine weitere Verkreuzung
soll vermieden werden und das alte Erbgut durch gezielte Züchtungen
erhalten bleiben.
Das Fell der (mit ursprünglich ca. 300 kg) zierlichen Rinder
ist mit Ausnahme der weißen Schwanzspitze einheitlich rot. Angler
Rinder zeichnen sich aus durch eine hohe Mastleistung und Fleischqualität
(zartes Fleisch durch geringen Bindegewebsanteil, gutes Safthaltevermögen
und Geschmack). Ihre Milch ist nach wie vor reich an Fett und Eiweiß,
sie brauchen kein Kraftfutter, sind robust ( harte Klauen, anpassungsfähig
an extreme Klimaverhältnisse), kalben früher und häufiger.
Die letzte Herde der alten Zuchtrichtung soll auf dem "Buschberghof"
in Fuhlenhagen leben. |
Biotop
des Jahres 2002
Der Garten ist auch weiterhin Biotop der Jahre 2002/2003. Näheres
finden Sie auf den Seiten des Naturschutz-Zentrum Hessen.
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Baum
des Jahres 2002
Der Wacholder (Juniperus communis) als Symbol der Heidelandschaft
wurde am 11.10.2001 vom Kuratorium Baum des Jahres (KBJ) gewählt.
Der immergrüne Baum kann bis zu 2000 Jahre alt und bis zu 12
m hoch werden. Er wächst sehr langsam und braucht zum Wachsen
Licht. Außer in der Lüneburger Heide findet man ihn u.a.
auch in Süddeutschland, z.B. im Altmühltal. |
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Die
dunkelblauen bereiften Früchte werden von Vögeln verbreitet.
Aus ihnen werden u.a. Heilmittel, Gewürze und Schnäpse
(Steinhäger, Genever, Gin) hergestellt. Das Holz ist riecht
angenehm und ist wegen seiner dauerhaften Elastizität gut
für Schnitz- und Drechslerarbeiten geeignet. |
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Orchidee
des Jahres 2002
Der "Arbeitskreise Heimische Orchideen Deutschlands" (AHO) hat die
Vogel-Nestwurz (Neottia nidus-avis) gewählt. Mit dieser
Wahl soll in erster Linie verdeutlicht werden, dass alle heimische
Orchideen gefährdet sind, auch wenn Waldorchideen noch relativ weit
verbreitet sind.
Dr.
Frank ZIMMERMANN, AHO Brandenburg:
Wichtig für den Schutz der Vogel-Nestwurz ist in erster Linie
die Erhaltung und Förderung naturnaher Buchenwälder mit möglichst
geringer Störung des Oberbodens durch Waldbewirtschaftung. Das gesunde
Pilzmyzel dieser Wälder bildet nicht nur die Lebensgrundlage für die
Nestwurz, sondern auch für zahlreiche andere Arten der Bodenflora.
Die Orchidee des Jahres kann somit auch als Indikator für gesunde
Waldbestände gelten, die im Zuge des aktuell proklamierten ökologischen
Waldumbaus Ziel aller forstwirtschaftlichen Maßnahmen in Deutschland
sein sollten. |
Zahlreiche
andere Pflanzen- und Tierarten besiedeln gemeinsam mit Orchideen besonders
bedrohte Lebensräume wie Trockenrasen, Feuchtwiesen und Moore . Die
weitaus meisten heimischen Orchideen kommen in Lebensräumen einer
extensiv genutzten Kulturlandschaft vor. Ihre Maximalverbreitung erreichten
sie somit, als Schafhaltung und kleinteilige Wiesennutzung zur Futter-
und Streugewinnung weit verbreitet waren.
Mit dem Rückgang dieser historischen Nutzungsformen ... werden auch
Orchideen immer seltener, einzelne Arten verschwanden innerhalb weniger
Jahrzehnte. Die Bestandssituation der Waldorchideen ist oft weniger
problematisch, da gerade in den Laubwaldgebieten Mittel- und Süddeutschlands
trotz intensiver Forstwirtschaft immer naturnahe Waldbereiche auf
Teilflächen erhalten blieben.
Die 20 bis höchstens 40 cm hohen Stängel erscheinen zumeist gruppenweise.
Das kriechende, dicht mit zahlreichen fleischigen Wurzeln besetzte
Rhizom ähnelt mit etwas Phantasie einem Vogelnest und hat der Pflanze
zu ihrem Namen verholfen. ... Die Nestwurz ist eine charakteristische
Orchidee schattiger Laubwälder. Dabei liegt der Verbreitungsschwerpunkt
in Deutschland in reichen Buchenwäldern, insbesondere im Seggen-Rotbuchenwald
(Carici-Fagetum). |
Landschaft
des Jahres 2001/2002 |
(Quelle:
NFI) Gegründet wurden die Naturfreunde 1895 in Wien. Im Zeitalter
des beginnenden Tourismus gelang es dem Verband, naturnahe Freizeit-
und Reisemöglichkeiten einer breiteren Bevölkerungsschicht zugänglich
zu machen. Zu den Verbandszielen gehörte schon damals, Naturschönheiten
kennenzulernen, die Liebe zur Natur zu wecken und Kenntnisse über
Natur und Kultur zu vermitteln.
Grundlage der Arbeit der Naturfreunde Internationale ist die Auffassung,
daß die Entwicklungschancen des Menschen untrennbar mit dem Schutz
der Natur und der Erhaltung der natürlichen Ressourcen verbunden sind.
Aufbauend auf ihrer hundertjährigen Tradition, engagieren sich die
Naturfreunde heute für die Realisierung einer Nachhaltigen Entwicklung,
insbesondere für grenzüberschreitende Umweltschutzlösungen und für
einen umwelt- und sozialverträglichen Tourismus.
Mit der alle zwei Jahre deklarierten "Landschaft des Jahres" wurde
ein Modell dafür geschaffen, das Anliegen einer nachhaltigen Entwicklung
von Regionen in die Praxis umzusetzen. Internationale Umweltkampagnen,
wie etwa die Aktion "100.000 Bäume für Europa" oder "Blaue Flüsse
für Europa" sollen zur Förderung eines europäischen Umweltbewußtseins
beitragen und Mitgliedern die Möglichkeit einräumen, sich aktiv für
die Umwelt zu engagieren. Mit 600.000 Mitgliedern zählen die Naturfreunde
weltweit zu den größten nichtgewinnorientierten und regierungsunabhängigen
Verbänden. Neben Seminaren, und Informationsmaterial bieten sie auch
umweltverträgliche Freizeit- und Reisemöglichkeiten für ihre Mitglieder
an und sie betreiben über 1.000 Naturfreundehäuser in Europa und Übersee.
Die Naturfreunde Internationale
(NFI) mit Sitz in Wien ist der Dachverband der nationalen Naturfreundeverbände.
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| Am
17. Juli 2001 wurde im kleinen französischen Ort Cassel die Region
"Das alte Flandern" an der Grenze zwischen Frankreich und Belgien
zur "Landschaft des Jahres 2001/2002" proklamiert.
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Alle
zwei Jahre wählen die Präsidenten der 21 Landesverbände der
Naturfreunde Internationale eine grenzüberschreitende und ökologisch
wertvolle oder gefährdete Region in Europa zur "Landschaft des
Jahres". Das von Jacques Brel viel besungene "flache Land" an
der Nordseeküste mit seinen Dünen, Marschen, Poldern, Kanälen
und fruchtbaren Hügellandschaften verbindet eine gemeinsame
Lebenskultur, die über die oftmals wechselnden Grenzen hinweg
sich über Jahrhunderte entwickelt und erhalten hat.
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Umwelt und Lebensqualität der Region sind durch
viele Entwicklungen bedroht, aber das "alte Flandern" ist auch eine
Landschaft mit Zukunft. Zwischen den Dünen und den Belfrieden (Stadttürmen)
der Städte, aber auch in den Scheldeniederungen entwickelt sich ein
sanfter Natur- und Kulturtourismus, die typischen Produkte der Region
werden wieder entdeckt und kultiviert; in vielen Orten und Städten
entwickeln sich moderne Dienstleistungsindustrien. Die Naturfreunde
wollen mit der Auszeichnung zur Landschaft des Jahres das Bewußtsein
für den Wert der noch bestehenden Natur- und Kulturlandschaften besonders
im Hinterland der Küste fördern und diesen Prozeß der Umorientierung
der Region in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung für eine bessere
Umwelt und Lebensqualität der Bevölkerung unterstützen.
Die wesentlichen Zukunftsthemen der Region: Schutz der Dünen und Naturschutzgebiete:
Vor allem an der Belgischen Küste hat eine starke Verbauung die traditionellen
Habitate weitgehend zerstört, die wenigen Dünenlandschaften stehen
inzwischen jedoch unter Schutz. Natur und Landschaft des Hinterlandes
sind jedoch noch intakt und sollten durch entsprechende Maßnahmen
- wie zum Beispiel die Einrichtung und Erweiterung von grenzüberschreitenden
"Parc naturels régionaux" für die Zukunft auch gesichert werden.
Die Kultur des Hinterlandes ist ein einmaliger Vorzug dieser Region
und sollte durch den Ausbau des Rad- und Wanderwegenetzes verbessert
erschlossen werden. In der Region wird die wechselhafte Geschichte
Europas "begreiflich" - von der Urbarmachung durch Mönche, über die
Trockenlegung der Küstenlandschaften, die Handelszeit des Mittelalters,
die Industrialisierung in Europa bis zu den Weltkriegen.
Weitere Informationen und Broschüre über die Landschafts des Jahres
gab es 2002 bei: Naturfreunde Internationale, Wien.
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Wildtier
des Jahres 2002
Die Schutzgemeinschaft Deutsches Wild wählte wie bereits 1994 wieder
das Rotwild zum Tier des Jahres 2002. Die erneute Wahl erfolgte
aufgrund der verschlechterten Situation für das Rotwild seit der
Erstwahl sowie wegen des schlechten Images der Tiere als "besonderer
Waldschädling".
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Rotwild
ist in Deutschland angeblich nur auf 15 Prozent der Landesfläche
anzutreffen. Der Lebensraum der Tiere ist stark eingeschränkt,
ein Austausch zwischen einzelnen Populationen weitgehend unmöglich.
Straßen und Siedlungen verhindert das gewohnte Wandern des Rotwildes
in den Höhenregionen (z.B. Alpen) zwischen Bergen und Tälern.
Die Schutzgemeinschaft setzt sich für eine Vernetzung der Lebensräume
der Tiere ein. |
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Fisch
des Jahres 2002
Der Verband Deutscher Sportfischer
und LÖBF Nordrhein-Westfalen
(Stand:2002) über den Fisch
2002, die Quappe (Lota lota) :
Der Wanderfisch aus der Dorsch-Familie ist noch vor 100 Jahren in
Deutschland recht weit verbreitet gewesen. Das Vorkommen des Raubfisches
ist aber inzwischen wegen der Verbauung der Flüsse und der Gewässerverschmutzung
stark zurück gegangen.
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Die
Quappe hat einen langgestreckten Körper (30-60cm, manchmal 80cm)
und einen breiten und flachen Kopf. Der Rücken ist braun, gelboliv
bis grün. Zusätzlich hat er eine undeutliche, dunkle Marmorierung.
Die Flanken sind heller und haben eine gelbliche Färbung. Der
Bauch ist weißlich. |
Die
Quappe ist ein Grundfisch in tiefen Seen und klaren, sauerstoffreichen
Fließgewässern mit geringerer Strömungsgeschwindigkeit. Sie ist
aber auch imstande, Forellenbäche sowie die Brackwasserbereiche
der Ostsee zu besiedeln. Tagsüber hält sich die Quappe in Verstecken
auf, um erst bei Einbruch der Dämmerung aktiv zu werden. Sie ernährt
sich von kleinen Wirbellosen (Insektenlarven, Muscheln, Schnecken)
und von Fischen. Zum Laichen wandern die Fische im Winter flussaufwärts.
Der Weg ist ihnen aber oft von Wehren oder Kleinkraftwerken versperrt.
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Pilz
des Jahres 2002 - Orangefuchsiger Rauhkopf
Quelle : Deutsche
Ges. für Mykologie e.V. -
Seit 1994 wird von der o.a. Deutsche Gesellschaft für Mykologie
jeweils ein "Pilz des Jahres" ausgewählt. Für 2002 ist
es der Orangefuchsige Rauhkopf, Cortinarius orellanus (Fr.).
Auszugsweise (Original: siehe Quelle):
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"Er
gehört nicht zu den auffälligen Pilzen im Lande und ... kommt
auch nicht überall vor. Dennoch sollte ihn jeder kennen, der
beim Sammeln von Speisepilzen keine unliebsamen Überraschungen
erleben will: Der Orangefuchsige Rauhkopf ... ist einer der
gefährlichsten Giftpilze Europas und rangiert auf der Skala
der lebensbedrohenden Arten gleichauf mit den gefürchteten Knollenblätterpilzen.
... |
Man findet den Orangefuchsigen Rauhkopf vom Spätsommer bis in den
Herbst in trockenen Laubwäldern auf sauren Böden, gerne unter Buchen,
Hainbuchen und /oder Eichen in wärmebegünstigten Lagen. Sein nächster
Verwandter, der ebenfalls giftige Spitzgebuckelte Rauhkopf (Cortinarius
rubellus), ist dagegen vor allem in feuchten Moorwäldern mit
Kiefern, Fichten und Heidelbeeren zu finden ....
Beide Rauhköpfe sind von unvorsichtigen Pilzsammlern mit dem Hallimasch
(Armillaria mellea agg.) oder sogar mit Pfifferlingen (Cantharellus
cibarius) verwechselt worden und verursachen in Europa fast
jedes Jahr schwere Vergiftungen. Sie enthalten ein Gift, das unter
der Bezeichnung "Orellanin" bekannt ist und vor allem die Nieren
schädigt. ...
Giftige Pilze sollte man kennen aber nicht zerstören. Die beiden
hier geschilderten Arten sind Mykorrhizapilze, das heißt sie leben
in Symbiose mit Bäumen und sind dementsprechend wertvolle Bestandteile
des Ökosystems Wald. Unabhängig von ihrer kulinarischen Verwertbarkeit
werden seltene und bedrohte Arten auf "Roten Listen" zusammengefasst.
Zu ihnen gehört auch der Orangefuchsige Rauhkopf, dem wie vielen
anderen Mykorrhizapilzen Luftschadstoffe und die zunehmende Überdüngung
mit Stickstoff zusetzen." |
Insekt
des Jahres 2002
Das Kuratorium "Insekt des Jahres" entschied sich für
den Zitronenfalter (Gonepteryx rhamni L.), der zwar nicht
bedroht, aber doch seltener geworden ist.
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| Fotoquellen
waren: tagfalter.de und leben-ist-vielfalt.de
(Websites 2008 leider nicht mehr aktiv) |
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Zitronenfalter
breiten ihre Flügel beim Sonnen nicht wie andere Schmetterlinge
aus, sondern falten sie zusammen und lassen die Sonne seitlich
auf die Flügel scheinen. Das Männchen ist leuchtend gelb
und jagt im Frühjahr die blaß weißlichgrün gefärbten Weibchen.
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Die Raupen des Schmetterlings leben vorwiegend auf dem Faulbaum
und dem Kreuzdorn. Die meisten Tagfalter leben nur sehr kurz, der
Zitronenfalter hingegen ca. 9 Monate. Bei hohen Sommertemperaturen
suchen sie kühle Stellen auf. Im Herbst verstecken sich die
Tiere im Laub, in Grashorsten, in Efeu oder Brombeerhecken und überwintern
dort.
Die Bezeichnung "Schmetterling" soll um 1780 aus Sachsen
stammen und aus dem Tschechischen "smétana" (ostmitteldeutsch
"Schmetten" = Sahne, Milchrahm) entlehnt sein. Die unter
seiner Gestalt fliegenden Hexen sollen Rahm und Butter gestohlen
haben, daher auch das englische "butterfly". |
Gemüse
des Jahres 2002
Die
Kalebasse:
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Quelle:
Prof. James M. Stephens, University
of Florida
Horticultural Sciences Department, Cooperative
Extension Service, Institute of Food and Agricultural Sciences |
Über
die Flaschenkürbis (Lagenaria siceraria (Molina)) berichtet
die VEN
ausführlich auf ihrer Website. Hier einige Auszüge:
"Der Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt (VEN)
hat den Flaschenkürbis, auch Kalebasse genannt, zur Kulturpflanze
des Jahres gewählt. Es ist die einzige Kürbisart, die vor der Entdeckung
Amerikas in Mitteleuropa kultiviert wurde. Der Flaschenkürbis gehört
zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt. Ursprünglich wohl aus Afrika
stammend, ist er in allen tropischen und subtropischen Gebieten
als Kulturpflanze verbreitet und verwildert dort auch leicht. Sehr
alte archäologische Nachweise gibt es nicht nur aus Afrika sondern
z.B. auch aus Peru (um 6-12.000 vor der Zeitrechnung) und aus Thailand
(um 8.000 vor der Zeitrechnung).
Die
harten, trockenen, wasserundurchlässigen und dabei sehr leichten
Fruchtschalen ermöglichen eine weite Verbreitung der Früchte auch
ohne menschliche Hilfe: Sie können sehr lange im Meerwasser treiben,
ohne dass die Samen ihre Keimfähigkeit einbüßen. Es wird vermutet,
dass die Art mehrfach domestiziert wurde. Die Formenmannigfaltigkeit
der Früchte und Samen ist ausserordentlich groß. Mit Sicherheit
genoss und genießt die Kalebasse in technisch weniger perfekt ausgestatteten
Zivilisationen ein höheres Ansehen als bei uns. Junge Früchte, Blätter
und Sprosse der bitterstoffarmen oder -freien Sorten können als
Gemüse gekocht werden.
Das
Fruchtfleisch ist weiss, fest und hat einen milden Geschmack. Auch
die geschälten Samen sind verwendbar, z.B. als Suppeneinlage. Ausgereifte
Schalen werden u.a. als Vorrats- und Schmuckgefäße, Geschirr, Werkzeuge,
als Schwimmer für Fischnetze, Musikinstrumente, Tabakdosen und Pfeifen,
Weinheber (Österreich und Ungarn) und Vogelnisthöhlen (Nordamerika),
-häuser und Grillenkäfige (China) verwendet, man kann Tanzmasken
daraus herstellen (Ozeanien) und vieles mehr. Das Aufbringen von
Brand- und Schnitzmustern ist sehr beliebt, aber auch das feste
Einbinden noch wachsender Früchte führt zu interessanten Schmuck-
und Gebrauchsgegenständen. In unseren Breiten ist die medizinische
Verwendung weniger bekannt und dass man aus den Samen Öl gewinnen
kann." |
Spinne
des Jahres 2002
Die Arachnologische
Gesellschaft wählte die Listspinne Pisaura mirabilis
zur Spinne des Jahres:
Auszüge aus einem AraDet-Artikel
der Autoren Dr. Peter Jäger und Dr. Martin Kreuels:
"Die Listspinne gehört zur Familie der Raubspinnen (Pisauridae)
und ist eine tagaktive Jägerin.
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Weibchen
erreichen
11-15 mm, Männchen
10-12 mm Körperlänge. |
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Nach
der letzten Häutung im Juni ist die namensgebende Balz und
Paarung zu beobachten. Das Männchen sucht eine Beute (Insekt),
welche sorgfältig umsponnen wird. Sie dient im Weiteren als
Brautgeschenk, dass dem Weibchen während des Balzrituals angeboten
wird.
Akzeptiert
das Weibchen das Präsent, beginnt sie, daran zu fressen, während
das Männchen die Paarung vollzieht. Zweck dieser Handlung
ist es, dass das Weibchen durch die Beute abgelenkt wird und
somit keine Gefahr für das Männchen während des Geschlechtsaktes
darstellt." |
Die Initiatoren:
( Zitat:) "Die Arachnologische Gesellschaft e.V (AraGes)
ist ein Zusammenschluß aller deutschsprachigen Arachnologen, die
sich auf wissenschaftlicher Basis mit Spinnentieren (excl. Milben
und Vogelspinnenzucht) beschäftigen. Ziel dieser Vereinigung ist
es, die in Mitteleuropa vorkommenden Spinnentiere (Webspinnen, Weberknechte,
Pseudoskorpione, Skorpione und Palpigradi) zu erforschen sowie diese
Aktivitäten inhaltlich zu fördern und zu unterstützen. ... Die AraGes
gliedert sich in ... Teilverbände, ... Informationsstellen, die
über Projekte informieren oder Kontakte interessierter Laien zu
Arachnologen herstellen."
Im Vorstand der norddt. Arachnologen und der AraGes arbeitet die
AraDet ("Office
for Arachnological Determinations")
in Münster mit, in der Wissenschaft, Bildung und Wirtschaft vereinigt
werden. Sie erstellt die Rote Liste der gefährdeten Webspinnen in
NRW und führt die NRW-Spinnendatenbank. |
Fotos
von einheimischen Spinnen aus dem Schwarzwald gibt es bei NaFoKu,
hier.
"Die erste populärwissenschaftliche Monographie der Brautgeschenkspinne"
von Dr. Rainar Nitzsche finden Sie hier.
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