| Natur
des Jahres
Seit Jahren werden in Deutschland jedes Jahr Tier- und Pflanzenarten
zu Vögeln, Insekten, Bäumen, Orchideen u.a. zu Arten des Jahres
erklärt. Ziel dieser Aktionen ist, die jeweilige Art und ihren Lebensraum
einem größeren Publikum vertraut zu machen und die Bevölkerung für
die Belange des Naturschutzes zu sensibilisieren.
Adressen und Links der Initiatoren |
Vogel
des Jahres 2003 - der Mauersegler (Apus apus)
NABU und LBV (Landesbund für Vogelschutz) wählten 2003 einen
weiteren, in Siedlungsräumen bekannten Vogel, den Mauersegler, um
ihn bekannter zu machen und stellvertretend für viele andere Tiere
auf die ökologischen Probleme unserer Dörfer und Städte aufmerksam
zu machen. Nach der Sanierung bieten alte Häuser genauso wie Neubauten
keine Nistmöglichkeiten mehr. Der Mauersegler lebt lang und kehrt
immer wieder in die Nähe seines Brutplatzes zurück. Wenn
er dort keine Nistplätze mehr vorfindet, verringert sich sein Bestand
auf Dauer in den Städten und Dörfern.
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Mauersegler
verbringen fast ihr gesamtes Leben rastlos in der Luft, sie
legen als Langstreckenzieher jedes Jahr rund 190.000 Kilometer
zurück und sind nicht mit den Schwalben verwandt.
Mehr
zum Thema "Mauersegler" finden Sie auf der Website
der NABU (Link unter dem Foto anklicken) und hier:
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Blume
des Jahres 2003 - die Kornrade
Die
Kornrade (Agrostemma githago) war früher in ganz Europa auf Getreideäckern
und Unkrautgesellschaften heimisch. weitgehend verdrängt worden.
Heute ist sie in Mitteleuropa durch die Kultivierung der Getreideäcker
immer seltener geworden. Sie kommt aber in Gärten als Zierpflanze
vor.
Die ganze Pflanze ist stark giftig, bereits wenige Gramm Samen sind
lethal. Im letzten Jahrhundert kam es häufig zu den sogenannten
Brotvergiftungen durch Verunreinigungen der Getreidesamen mit Samen
der Kornrade.
Das Ackerwildkraut, das zu den Nelkengewächsen (Caryophyllaceae)
gehört, hat viele Volksnamen: Kornnelke, Kornrade, Raad, Ratt, Radenbleamer,
Klockenblome, Pißpöttken (Rheinisch).
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Die
Kornrade ist eine einjährige Pflanze, wird ca. 30-100 cm hoch
und besitzt einen wenig verzweigten Stängel. Die ganze
Pflanze ist zottig behaart, die Blätter sind graufilzig und
linealisch. Die rötlichen bis purpurfarbenen Blüten (Blütezeit:
Juni - Juli) stehen endständig, lang gestielt und einzeln, die
Kronblätter sind etwa zwei cm groß. Sie besitzen lange, schmale
Kronzipfel und haben einen Durchmesser von 3-5 cm. Die Frucht
besteht aus einer vielsamigen Kapsel. Die spindelförmige Hauptwurzel
wird bis zu 90 cm lang. |
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Links
zu diesem Thema:
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Nutztier
des Jahres 2003 - Haus- und Hofhunde
Die
Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen
e.V. (GEH) hat die typischen und in ihrem Bestand akut bedrohten
Haus- und Hofhunderassen zur Gefährdeten Nutztierrasse 2003
gewählt: "Spitze sind spitze und der Deutsche Pinscher
steht ihnen in nichts nach!"
Pressemitteilung
der GEH: (Zitat Anfang)
Von Spitzen und Pinschern
Spitz pass auf, dürfte wohl in unserem Lebenskreis eines
der bekanntesten Gesellschaftsspiele des letzten Jahrhunderts gewesen
sein. Heute muss der Spitz mehr denn je aufpassen, ist er doch einer
der gefährdetsten Hunderassen in Deutschland mit gerade einmal 11
Zuchttieren, 5 Hündinnen und 6 Rüden beim Großspitz. Etwas besser
geht es da noch dem Mittelspitz und dem Deutschen Pinscher, die
die Riege der gefährdeten Haus- und Hofhunde vervollständigen.
Der Hund ist der älteste Wegbegleiter des Menschen. Von Beginn seiner
Domestikation an, vor etwa 10 000 Jahren stellt er einen wichtigen
Partner und Helfer dar. Heute gibt es über 440 bekannte Hunderassen.
Die meisten hatten ursprünglich ganz spezifische Aufgaben, für die
sie gezüchtet wurde. Diese Aufgaben sind häufig nicht mehr existent,
wie z. B. für den Groß- und Mittelspitz als Spezialist für die Bewachung
der Weinberge und der Transportgüter.
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Spitzartige Haushunde sind die älteste Form des Haushundes in Europa
und eine der ältesten Rassen der Welt. Sie waren um die Jahrhundertwende
von Petersburg bis Italien hinab weit verbreitet und bis weit in
das 20. Jahrhundert hinein waren Spitze vom täglichen Leben auf
dem Bauernhof nicht wegzudenken. Sie zeigen keine Neigung zum Streunen
und sind als ausgezeichnete Wächter unbestechlich. Der Spitz bewährte
sich auch bei der Bewachung der Nutztieren des Hofes, Ratten und
Mäuse hingegen werden schonungslos verfolgt.
Der weiße Großspitz war auf Grund seiner eleganten Erscheinung eher
in vornehmen und gutbürgerlichen Gesellschaftskreisen und den Küsten
der Nord- und Ostsee zu finden. Die schwäbischen Weinbauern hingegen
hielten schwarze Großspitze, deren typische Aufgabe es war, die
reifen Trauben in den Weinbergen vor vier- und zweibeinigen Dieben
zu schützen und die daher als Weinbergspitz bekannt waren.
Der Mittelspitz stellt in der Größe von über 25 cm bis 40 cm Rückenhöhe
wohl den häufigsten Vertreter in früheren Jahrhunderten dar. Er
war bei Handwerkern, Fuhrleuten, Kleinbauern und beim einfachen
Volk vor allem als Wachhund verbreitet. Als Zuchttiere sind beim
Mittelspitz etwa 25 Hündinnen und 12 Rüden erfasst.
Heute sind Groß- und Mittelspitze ausgesprochene Haus- und Familienhunde
und ideale Wächter für Haus und Hof. Ohne aggressiv zu sein teilt
der Spitz jede mögliche Gefahr mehr oder weniger lautstark mit.
Groß- wie Mittelspitz sind bei langen Wanderungen unermüdliche Begleiter
und auch im Hundesport (Agility) begeistert dabei. Sie sind intelligent,
gelehrig, lebhaft, geflügelfromm, umgänglich, geduldig mit Kindern,
robust und witterungsunempfindlich beschrieben. Das dem Spitz anhaftende
Image des "Kläffers" stammt aus der Zeit, in der die Hunde frustriert
an der Kette lebten mussten- und die hoffentlich bald nicht nur
für Spitze vorbei ist. Spitze sind meist recht langlebig und gelten
als wenig krankheitsanfällig.
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Über
die genaue Herkunft des Deutschen Pinschers weiß man wenig. Bereits
seit dem vorletzten Jahrhundert wird darüber gestritten, ob Pinscher
und Schnauzer von englischen Terriern abstammen oder umgekehrt.
Fest steht jedoch, dass sich die Pinscher seit Beginn der Rassehunde-zucht
in Deutschland vor rund 100 Jahren kaum verändert haben. Pinscher
wurden gerne zur Vertilgung von Raubzeug (Ratten und Mäuse) gehalten
und waren als Stall- und Kutschenhunde um die Jahrhundertwende auf
bald jedem Hof anzutreffen. Daher stammen auch Lokalbezeichnungen
wie "Stallpinscher" und "Rattler", die zunächst wenig anziehend
klingen und doch eigentlich eine Auszeichnung darstellen. Diese
mittelgroßen, robusten, wendigen und mutigen Hunde sind in der Lage,
mit Ratten fertig zu werden. Streunen durften die Stallhunde nicht.
Größere, rauhaarige Pinscher spielten bei den Fuhrleuten eine wichtige
Rolle. Solange der Pinscher auf dem Fuhrwerk saß, konnten die Kutscher
ruhig abwesend sein. Es wagte niemand Pferd und Wagen anzurühren.
Hier erfüllten Spitz und Pinscher dieselbe Funktion, für die Ausdauer
und unermüdliche Wachsamkeit notwendig sind. Beim Deutschen Pinscher
sind etwa 40 Hündinnen erfasst.
Pinscher wie Spitze sind selbständige, selbstbewusste Persönlichkeiten.
Sie brauchen den Familienanschluß und wollen überall dabei sein.
Spitze und Pinscher sind anpassungsfähige, vielseitige und "praktische"
Rassen, die zu Unrecht vergessen werden und sicherlich auf zahlreichen
Bauernhöfe und in Familien begeistern können.
Im Verein für Deutsche Spitze e.V. und im Pinscher und Schnauzer
Klub 1895 e.V. werden diese beiden Rassen seit vielen Jahren züchterisch
betreut.
Es
ist zu hoffen, dass durch die Ernennung zur Gefährdeten Nutztierrasse
für diese typischen Haus- und Hofhunde wieder neues Interesse geweckt
werden kann und die bisherigen Erhaltungsmaßnahmen Unterstützung
finden werden. (Zitat Ende)
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Biotop
des Jahres 2002/2003 - der Garten
Der Garten ist auch weiterhin Biotop der Jahre 2002 / 2003. Näheres
finden Sie auf den Seiten des Naturschutz-Zentrum
Hessen.
Zitat:
Mit dem Garten fiel die Entscheidung bewusst für einen stark vom
Menschen geprägten Lebensraum. Gärten sind nicht nur im besiedelten
Bereich ein wichtiger Rückzugsraum für Tiere und Pflanzen, auch
in ländlichen Bereichen können sie zur Artenvielfalt beitragen.
Dabei haben die Initiatoren des Biotops des Jahres absichtlich nicht
die Einschränkung auf den Naturgarten gewählt, sondern den Garten
in seinen unterschiedlichen Ausprägungen zum Biotop des Jahres erklärt.
Dazu zählt der extensiv genutzte Garten mit “Wildnis” -Ecken oder
der Nutzgarten genauso wie der Schulgarten oder der Kinder-Garten.
Hier kann der einzelne Bürger sein praktisches Engagement für die
Natur verwirklichen. Im Garten kann durch Gestaltung oder bestimmte
Bewirtschaftungsformen ein Lebensraum für gefährdete Arten geschaffen
werden. Das können Artenschutzmassnahmen z.B. für Fledermäuse, Hautflügler,
Vögel oder Kleinsäuger sein, aber auch die biologische Bewirtschaftung
von Nutzgärten durch den Verzicht auf Biozide. Der Garten bietet
die Chance für ca. ein Drittel der Bevölkerung in Deutschland, das
über eigene Gartenflächen verfügt, nicht nur über den Schutz der
Natur zu reden, sondern auch danach zu handeln. Hier kann Arten-
und Biotopschutz verbunden werden mit einer nachhaltigen Bewirtschaftung
z.B. durch sinnvollen Einsatz von Regenwasser oder die Kompostierung
von Grünabfällen.
Zitat-Ende.
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Baum
des Jahres 2003 - die Schwarz-Erle
Das Kuratorium Baum des Jahres hat für 2003 die Schwarz-Erle
gewählt. Auf der Website www.baum-des-jahres.de
finden Sie alles Wissenswerte über sie: Charakteristika, Ökologie,
Nutzung/Heilkunde, Mythen/Bräuche, Literaturverweise. Die nachstehenden
Inhalte und Fotos stammen von der o.a. Website.
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Der
Erlkönig |
Wer
reitet so spät durch Nacht und Wind?
Es ist der Vater mit seinem Kind;
Er hat den Knaben wohl in dem Arm,
Er fasst ihn sicher, er hält ihn warm.
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Mein
Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht?
Siehst Vater du, den Erlkönig nicht?
Den Erlenkönig mit Kron und Schweif?
Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif... |
"...die
Schwarz-Erle ist eine wertvolle und interessante, aber durch Entwässerungsmaßnahmen
und das derzeitige Erlensterben hochgradig bedrohte Baumart, die
dringend unserer Aufmerksamkeit und Pflege bedarf. Die Hochwasser
sollen uns Warnung sein! ...", stellen Prof. Dr. Andreas Roloff,
TU Dresden und Tharandt, Stellv. Vorsitzender des KBJ, fest.
Schwarzerlen-Pflanzungen eignen sich durch ihr dichtes Wurzelwerk,
das auch unter die mittlere Grundwasserlinie reicht, zur dauerhaften
Uferbefestigung von Bächen und Flüssen.
Die
einheimische Laubbaumart (Alnus glutinosa [L]. GAERTN.) hat von
Boden bis zur Spitze hin einen auffallend geraden Stamm von max.
ca. 1 m Durchmesser. Diese Erle gibt es erst seit 100 - 120 Jahren.
Sie wirft die Hälfte ihrer grünen Blätter bereits
im Frühsommer ab und blüht sehr früh im Jahr. Im
Alter ist ihre Borke sehr schuppig und zerfurcht, daher nennt man
sie Schwarz-Erle. Bakterien in den Wurzelanschwellungen versorgen
den Baum durch Bindung von Stickstoff aus der Luft mit Nahrung.
Der Baum bietet Lebensraum für über 150 Insektenarten,
Dutzenden von Vogelarten und mehr als 70 Großpilzen.
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Orchidee
des Jahres 2003 - der Fliegen-Ragwurz
Die Fliegen-Ragwurz (Ophrys insectifera L.) gehört zur Familie der
Orchideen und ist eine besonders raffinierte Pflanze. Sie hat einige
Strategien entwickelt, um bestäubt zu werden. Sie täuscht den
männlichen Grabwespen vor, ein begattungshungriges Weibchen zu sein:
ihre Blüte verströmt einen weiblichen Sexuallockstoff.
Die Grabwespenmännchen gehen leer aus, denn der Ragwurz hat
auch keinen Nektar. Unterbleibt eine Bestäubung, so vermehrt
sich die Pflanze durch Knollenteilung.
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Aus:
monet.fh-friedberg.de:
Die Fliegen-Ragwurz ist eine schlanke Orchidee mit vielen
kleineren Einzelblüten an einem bis zu 50 Zentimeter hohen
gelblich-grünen Stängel. Der Blütenaufbau ist typisch für
Orchideen: 6 Blätter pro Einzelblüte. Besonders auffällig
ist eines der Blütenblätter: die Blütenlippe ist längsgezogen,
hat ein blaues Mal und eine pelzige Oberfläche. Die restlichen
fünf kleineren Blütenblätter sind so angeordnet, dass die
Gesamtblüte einem Insekt mit Fühlern ähnelt.
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Lebensräume
für die Fliegen-Ragwurz finden sich im gesamten mittel-europäischen
Raum (Kalkmagerrasen, basische, stickstoffarme Böden, Jahresdurchschnitttemperaturen
von mind. 6 °C).
Dennoch gehört die Orchidee zu den gefährdeten Pflanzenarten,
da ihre Lebensräume durch zunehmende Bebauung und Verbuschung
auf Dauer vernichtet werden. |
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Links
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Landschaft
des Jahres 2003/2004 - das Lebuser Land
Quelle:
nfi-bulletin
Nr. 19 / Juni 2002:
Die Präsidentenkonferenz der Naturfreunde Internationale (NFI)
hat die Region Lebuser Land / Ziemia Lubuska an der deutsch/polnischen
Grenze zur Landschaft des Jahres 2003/2004 ausgewählt. Sie
wird von der NFI in Zusammenarbeit mit den NaturFreunden Deutschlands,
den NaturFreunden Brandenburg und dem PTTK (Polnische Gesellschaft
für Tourismus und Landeskunde) veranstaltet.
Mit der Region wird eine historische und grenzüberschreitende
Kulturlandschaft im Herzen Europas vorgeschlagen. Die Region ist
ökologisch besonders interessant. Viele im europäischen
Raum nicht mehr vorhandene bzw. vom Aussterben bedrohte Pflanzen-
und Tierarten haben hier Lebens- und Entwicklungsraum gefunden.
Die Täler der Warthe und Oder sind Feuchtgebiete und Vogelschutzgebiete
von internationaler Bedeutung und für den sanften Tourismus
(Wandern, Radfahren) besonders geeignet. Insbesondere in der Perspektive
des Beitritts Polens zur EU bietet eine Landschaft des Jahres Lebuser
Land die Chance für neue grenzüberschreitende Kooperationen
und für die Schaffung und Unterstützung von Rahmenbedingungen
für eine nachhaltige Regionalentwicklung.
Quelle:
www.amt-lebus.de:
Lebus ist eine ehemalige Bischofsstadt im Südosten des Landkreises
Märkisch Oderland direkt an der Oder, wo eine der längsten Deichlinien
Deutschlands verläuft.
Quelle:
www.rz.fhtw-berlin.de:
Der slawische Stamm der Lebuzzi oder Lebuser siedelte sich im 7.
Jahrhundert zwischen Spree und Oder an und gründete Orte. "Terra
Lubus" wurde erstmals 1194 erwähnt, zuvor war ein Schloß und ein
Bistum dieses Namens genannt, das bis ins 13. Jahrhundert in Lebus
seinen Mittelpunkt hatte. Das seit dem Mittelalter stets umkämpfte
Gebiet erstreckt sich ursprünglich beiderseits der Oder, wurde aber
seit frühester Geschichtsschreibung zumeist auf den westlich gelegenen
Teil beschränkt, so bereits im Landbuch Karl IV. von 1375. Im Lebuser
Land zwischen Oder, Schlaube, Spree, Löcknitz und Stobber finden
sich von Nordosten nach Südwesten drei hauptsächliche Landschaftsformen:
das Oderbruch zwischen Oder und Alter Oder (Bad Freienwalde - Seelow),
das Hochland mit einem Großteil der Märkischen Schweiz bis etwa
zur Linie Müncheberg - Heinersdorf - Lebus sowie das südlich gelegene
Waldland bis zu Schlaube, Spree und Löcknitz.
Als größte Stadt und geschichtliche Hauptstadt des früheren Lebuser
Land machte sich das über 700jährige Fürstenwalde einen Namen.
Quelle:
www.lubuskie-info.com
:
Das
Lebuser Land (Wojewodschaft Lubuskie) ist bekannt durch seine umfangreichen
Wälder, zahlreichen Seen und malerischen Landschaftsparks, den Möglichkeiten
Agrar- und städtischer Touristik sowie eine gute Übernachtungs-
und Erholungsinfrastruktur. Das Lebuser Land lockt mit seinem Zauber
und seiner unberührten Natur in allen Jahreszeiten. Gorzow und Zielona
Gora sind nur einige der schön gelegenen Ortschaften mit atemberaubenden
Naturlandschaften, wo man neue, sonderbare und oft unbekannte Winkel
Polens entdecken kann.
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Wildtier
des Jahres 2003 -
der Wolf
Quelle:
RP-Online vom 18.11.2002:
Der
Wolf (Canis lupus) ist dabei, auf natürlichem Weg nach Deutschland
zurückzukehren. Um für diese Wiederansiedlung auch in der Öffentlichkeit
eine breite Unterstützung zu erreichen, hat die Schutzgemeinschaft
Deutsches Wild den Wolf zum "Tier des Jahres 2003" ernannt.
Seit
Herbst 2000 lebt wieder ein kleines Rudel Wölfe in der Muskauer
Heide in Sachsen. Die Schutzgemeinschaft begrüßte, dass das "Rotkäppchen-Syndrom"
vom bösen, menschenfressenden Wolf abgebaut werden konnte.
In
Europa ohne Russland leben nach Angaben der Schutzgemeinschaft noch
etwa 3.000 Wölfe, die in der EU unter Naturschutz stehen. Sehr viel
mehr Tiere leben in Russland, wo demnach jährlich bis zu 40.000
Tiere erlegt werden.
Zukunft
hängt von den Jägern ab
Die Zukunft des Wolfes hängt nach Ansicht der Schutzgemeinschaft
am stärksten von den Jägern ab, da vor allem Rehe und Rotwild zu
seiner Beute gehören. Die Organisation wies darauf hin, dass Untersuchungen
in Ländern mit größeren Beständen gezeigt haben, dass Wölfe den
Wildbestand nicht ernsthaft gefährden: Sie würden selektiv und bevorzugt
schwach, kranke und überalterte Tiere jagen. Die Bevölkerung in
Sachsen habe die Existenz des kleinen Wolfsrudels eher begrüßt als
abgelehnt. Wegen des dichten Verkehrsnetzes sei es aber eher unwahrscheinlich,
dass sich Wölfe in andere Bundesländer ausbreiten.
Am
8. November tauchte im niedersächsischen Hemeln südwestlich von
Göttingen ein Wolf auf. Er riss insgesamt sechs Schafe. Woher der
Wolf stammt, ist unklar. Die zuständige Landesbehörde entschied,
ihn zunächst nur zu beobachten. Eine Gefahr für Menschen sehen Experten
nicht.
Das
Tier des Jahres wird seit 1992 von der Schutzgemeinschaft Deutsches
Wild gewählt. Die Organisation will damit auf die Bedrohung einzelner
Tierarten aufmerksam machen.
(Zitat Ende)
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Fisch
des Jahres 2003 - die Barbe
Der Verband Deutscher Sportfischer e.V. hat die Barbe (Barbus barbus
L.) zum Fisch des Jahres 2003 gewählt. Diese Fischart - wie schon
einige Fische des Jahres bisher - gehört zu den wandernden Fischarten.
Sie kommt außer in Skandinavien, Dänemark, Schottland und Irland
in fast ganz West- und Mitteleuropa vor.
Weitere Namen: Flußbarbe, Pigge, Schnutenhecht, Barbel (engl.),
Barbeau (frz.)
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Merkmale:
Das hervorstechendste Merkmal der Barbe ist ihr Schnauzbart
aus vier Bartfäden. Der Körper der Barbe ist auffallend muskulös
und kräftig. Die Schuppen werden zum Schwanz hin größer. Das
Maul ist unterständig. Die Färbung der Barbe wechselt: der Rücken
ist grau und die Flanken heller-grünlich oder golden gefärbt.
Länge bis etwa 75cm.
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Lebensweise:
Die Barbe lebt gesellig und hält sich durch ihre ideale Körperform
auch in der stärksten Strömung. Als typischer Grundfisch nimmt die
Barbe alles, was sie bekommen kann: Sprock, Würmer, Algen, Krebse
stehen auf der Speisekarte. Laichzeit Mai-Juni, Bodenlaicher.
Die
Barbe ist wie alle anderen Wanderfischarten als gefährdet anzusehen:
Nachteilige Veränderungen des Lebensraums durch Stauwerke, fehlende
Durchgängigkeit des Flußlaufs als Folge der Sperrwirkung von Wasserkraftanlagen.
Die Barbe ist Leitfisch des Mittellaufs unserer Flüsse, vergesellschaftet
mit einer entsprechenden typischen Lebensgemeinschaft von Organismen
in diesem Lebensraum.
Dieser Mittelabschnitt des Flusses wird daher Barbenregion
genannt. In natürlichem Zustand ist diese gekennzeichnet durch klares,
rasch fließendes und gut belüftetes Wasser, dessen Abflußmenge gefällebedingt
insbesondere bei Hochwasser deutlich erhöht sein kann. Das sind
aber auch die idealen Voraussetzungen für die energetische Nutzung
des Abflusses vor allem im Mittellauf unserer Flüsse und Ströme.
Die gesellig lebende Barbe zieht zur Laichzeit in großen Schwärmen
zu ihren flußaufwärts liegenden Laichgebieten, wo sie Geröll und
Kies als Laichunterlage antrifft. Wird der Barbe jedoch der Weg
durch Querbauten im Wasser verwehrt, ist ihre Fortpflanzung bei
fehlendem Laichsubstrat im gestauten Flußabschnitt gefährdet bzw.
unmöglich, ihr Bestand vom Untergang bedroht.
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Pilz
des Jahres 2003 - Papageigrüner Saftling
Quelle : Deutsche
Ges. für Mykologie e.V. -
Seit 1994 wird von der o.a. Deutsche Gesellschaft für Mykologie
jeweils ein "Pilz des Jahres" ausgewählt. Für 2003 ist
es der Papageigrüne Saftling, Hygrocybe psittacina.
Zitat (Original: siehe Quelle):
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Für
den Kochtopf ist er nicht geeignet! |
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"Man
hat die bunten Saftlinge (Hygrocybe) schon mal die „Orchideen
unter den Pilzen“ genannt: Knallrote, rosafarbene, gelbe, violette,
braune, graue und weiße Arten gibt es – und eben ihn, den "papageigrünen".
Er ist ein exotisch anmutender Pilz mit feucht glänzendem grünem
Hut, der im Alter oft ins Gelbliche ausblasst und selten breiter
als 5 cm wird; mit gelben Lamellen und einem glatten, tiefgrünen
bis ocker-orangefarbenen Stiel, der wie der Hut bei Feuchtigkeit
schmierig-schleimig ist. |
Wer
dem Papageigrünenen Saftling (Hygrocybe psittacina) begegnet,
steht in einem ökologisch wertvollen Biotop: Sein Lebensraum sind
ungedüngte oder allenfalls extensiv genutzte Wiesen wie Magerrasen,
Dünenstandorte, alpine Matten oder auch ungedüngte Zierrasenflächen
in Gärten und Parks. Die Pilzflora dieser Lebensgemeinschaften ist
überaus reich – und wird empfindlich gestört, sobald die anfälligen
Habitate landwirtschaftlicher Intensivnutzung mit Gülle- und Kunstdüngung,
Pestizideinsatz und übermäßig häufiger Mahd anheimfallen.
Es ist noch heute unbekannt, warum die meisten Saftlinge bei uns
auf Wiesen wachsen, während man sie in anderen Kontinenten oft in
Wäldern findet. Auch ein anderes Rätsel bleibt bisher ungelöst:
das intime Zusammenleben der Saftlinge mit den Gräsern und Kräutern
auf unseren Wiesen. Wem wird es gelingen, die biologischen Zusammenhänge
zu entschlüsseln? Es wäre ein großer Schritt auf dem Weg zu einem
besseren Verständnis des "Lebensraums Wiese", den jeder
zu kennen glaubt, der aber in seiner Komplexität und Vielfalt noch
längst nicht alle seine Geheimnisse preisgegeben hat.
Die "‘Deutsche Gesellschaft für Mykologie" hat den Papageigrünen
Saftling zum "Pilz des Jahres 2003" gewählt, um auf die
starke Bedrohung der Pilze auf Wiesen und Weiden hinzuweisen. Oft
wachsen dort neben anderen Saftlingen auch Rötlinge, Erdzungen,
Boviste und verschiedene Korallen- und Keulenpilze in erstaunlicher
Mannigfaltigkeit. Je artenreicher eine "Saftlingswiese"
ist, desto wertvoller ist sie als Überlebensraum für eine faszinierende
Lebensgemeinschaft, zu der nicht nur Kräuter, Gräser und Pilze zählen,
sondern auch Kriechtiere, Insekten und ungezählte Mikroorganismen
im Boden."
Links
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Insekt
des Jahres 2003 - die Feldgrille
(Gryllus campestris)
Quelle: Biologische
Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft Berlin und Braunschweig
(Veröffentlichung eines Teils der Texte
mit freundlicher Genehmigung der BBA Pressestelle) Auf der Seite
der BBA finden Sie den gesamten Artikel. Sie können sich das
Zirpen der Grille anhören, es als mp3-Datei herunterladen,
und sich dort die - ebenfalls herunterladbaren - Bilder betrachten.
Auszug
aus der Presse Information der BBA:
Die Feldgrille ist das Insekt des Jahres 2003. Die schwarz
gefärbten, bis zu zwei Zentimeter langen Feldgrillen sind
vor allem wegen ihrer Musik bekannt. An warmen Sommertagen
hat wohl jeder Spaziergänger das Zirpen schon einmal gehört.
Die Grillen selbst sind sehr schreckhaft und verstecken sich
bei drohender Gefahr sofort. Die Feldgrille gehört zu den
Heuschrecken. Im Gegensatz zu vielen der 80 heimischen Heuschreckenarten
kann sie nicht fliegen.
Feldgrillen
sind sehr wärmebedürftig und bevorzugen daher trockene, schütter
bewachsene Böschungen und Hänge. Auch in Feldrainen, Heiden
und sogar Äckern halten sie sich auf. Die Männchen zirpen,
indem sie die Flügel rasch gegeneinander bewegen, wobei eine
glatte Schrillkante über eine Sägeblatt ähnliche Schrillader
streift. Vom späten Vormittag bis in die warmen Nachtstunden
ist diese Musik bis zu einem Umkreis von 50 Metern zu hören.
Die Weibchen hören mit den Ohren auf den beiden Vorderbeinen.
Mit jeweils einem großen und kleinen Trommelfell kann das
paarungsbereite Weibchen den Partner bis zu zehn Meter Entfernung
orten, um ihm dann zielsicher entgegenzulaufen. Daraufhin
beginnt das Männchen einen für Menschen kaum hörbaren Werbegesang.
Grillen
sind sehr scheu. Schon bei den ersten Annäherungsversuchen
hört der Gesang auf. Das Insekt versteckt sich in einem selbst
gegrabenen Erdloch und bewacht den Eingang der Höhle. Nähert
sich ein konkurrierendes Männchen, entstehen häufig Kämpfe,
wobei sich die Tiere beißen und mit den Köpfen zusammenstoßen.
Die Grille ist mit ihrem großkugeligen, schwarzglänzenden
Kopf und den langen Fühlern eine imposante Erscheinung. Der
Körper und die Flügel erinnern an einen schwarzen, mit feinen
Goldsamt besetzten Frack. Wie alle Heuschrecken ähneln die
Larven den erwachsenen Tieren, nur haben sie noch keine Flügel.
Das stumme Weibchen ist an seiner Legeröhre zu erkennen. Es
legt einige hundert Eier in Haufen zu jeweils 20 bis 40 und
hinterlässt sie ohne jegliche Brutpflege. Die nach zwei bis
drei Wochen schlüpfenden Larven sind nicht wählerisch. Sie
fressen eigentlich alles, auch kleinere Bodentiere, bevorzugen
jedoch Blätter und Wurzeln von Gräsern und Kräutern. Sie häuten
sich bis zu zehnmal, bevor sie sich für den Winter in selbstgegrabene
Erdgänge zurückziehen.
Die Feldgrille ist ein echter, wärmeliebender Europäer, sie
kommt aber auch in Nordwest-afrika vor. Im südlichen Deutschland
ist sie an vielen Stellen noch häufig zu finden, doch dünnen
die Vorkommen schon aus klimatischen Gründen nach Norden hin
aus. Hinzu kommen Verluste an Lebensräumen, so dass die Feldgrille
inzwischen in vielen Landschaften vom Rückgang betroffen und
in manchen Gegenden sogar schon ausgestorben ist.
Dass auch Menschen Grillen haben können, ist altbekannt. Die
wechselnden Stimmungen und psychischen Eigenheiten, verwunderlichen
Einfälle und Launen werden bei Luther und Goethe mit Grillen
bezeichnet. Ein Zusammenhang mit der Feldgrille und der nahe
verwandten Hausgrille, dem Heimchen, ist aber nicht erkennbar.
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| (Link
aus Italien nicht mehr aktiv) |
(Link
aus Japan nicht mehr aktiv) |
Links
zu diesem Thema:
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Gemüse
des Jahres 2003 - die Kartoffel
Der
Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt VEN
hat sich für die Kartoffel (Solanum tuberosum L. ssp. tuberosum)
als Gemüse des Jahres entschieden. Sie ist eine alte Kulturpflanze
aus Südamerika, kam zwar schon um 1570 nach Europa, gewann
jedoch erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts an wirtschaftliche Bedeutung.
Die Inkas nannten sie "papas" (= Knollen), in Italien
wurden sie wegen ihrer Trüffelähnlichkeit zu "Tarathopholi"
bzw. "Taratouphli" und in Deutschland wandelte sich die
Bezeichnung zunächst zu "Tartuffeln", "Artuffeln"
über "Artoffeln" zu Kartoffeln. Weitere Namen sind:
Erdapfel, Erdbirne, Grundbirne, Grumbirn, Batata, Knolle, Knulle,
Nudel, Erdschocke, Schocke, Erdkastanie, Erdrübe.
Aus einer seltenen, anfangs wegen ihrer Blüten bewunderten
Zierpflanze entwickelte sich ein allgemeines Grundnahrungsmittel.
Weitere Verwendung: Schweinemast, Alkoholherstellung, Stärke
zur Eindickung, Puddingpulver, Klebstoff, Textil-Appretur, Papierindustrie.
Zitat
VEN (Dr. Heidi Lorey/U. Reinhard):
" Die Sortenvielfalt bei der Kartoffel hält sich heutzutage
in Grenzen, vor 100 Jahren gab es eine viel größere Formen-Farben-
und Geschmacksvielfalt. In Südamerika, in den Vielfaltszentren der
Hochanden, reicht die Kultur der Kartoffel zurück bis 2000 vor Christus.
Die Kartoffel wird dort noch in großer Vielfalt von Landsorten von
den Bauern angebaut. Diese Vielfalt und auch wertvolle Wildarten
drohen aber auch durch die Vermarktung von modernen Sorten und den
Verlust von Biotopen verloren zu gehen."
Am 27. / 28.09.2003 veranstaltet der VEN den 6. Tag der Kulturpflanze
im Maximilianpark in Hamm; dort dreht sich alles um das Gemüse
des Jahres 2003. Ein Infoblatt zur KARTOFFEL ist ab Januar 2003
bei VEN erhältlich.
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Die
Kartoffel gehört zur Familie der Nachtschattengewächse
und ist eine bis 1m hohe Staude, die sich durch Ausläuferknollen
vermehrt. Sie ist vor allem in ihren oberirdischen Teilen
hochgiftig (Solanin).
www.botanikus.de |
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Artikel
aus:
http://www.welt.de
(Zitat Anfang:)
Warum das Frittieren der Kartoffel riskant ist
Drei Forscherteams entschlüsseln die Entstehung von Krebs erregendem
Acrylamid in Lebensmitteln
(Von Barbara Witthuhn)
Ottawa/Lausanne - Im April hatten schwedische Wissenschaftler das
möglicherweise Krebs erregende Acrylamid in Pommes frites, Chips
und Brot entdeckt. Seitdem versuchen Forscher auf der ganzen Welt
herauszufinden, unter welchen Bedingungen diese unerwünschte Chemikalie
entstehen kann.
Dieses Rätsel scheint nun gelöst zu sein. Verantwortlich ist wahrscheinlich
eine chemische Reaktion zwischen dem natürlichen Zucker Glukose
und der Aminosäure Asparagin. Das berichten jetzt übereinstimmend
verschiedene Forschergruppen aus Kanada, der Schweiz und Großbritannien.
Glukose kann aus der in Kartoffeln enthaltenen Stärke gebildet werden.
Asparagin wiederum ist in allen Gemüsesorten enthalten, besonders
große Mengen jedoch gerade in Kartoffeln und Getreide.
Die Forscher fanden unabhängig voneinander, dass Acrylamid durch
die so genannte Maillard-Reaktion gebildet werden kann. Unter großer
Hitze reagieren dabei Zucker und Eiweißmoleküle in einer komplexen
Abfolge chemischer Prozesse. Die Maillard-Reaktion findet bei allen
Back- und Bratvorgängen statt. Sie bewirkt die Bildung von braunen
Pigmenten, die dem Gebratenen die appetitliche Farbe geben, und
erzeugt Aromastoffe, die zu dem typischen Geschmack und Geruch der
Speisen führen.
Die Maillard-Reaktion und damit die Bildung von Acrylamid völlig
zu vermeiden, würde also auch Färbung und Geschmack beeinträchtigen,
erklärt der an den Studien beteiligte Lebensmittelchemiker Donald
Mottram von der Universität Reading. "Nicht zu viel frittierte Nahrung
zu sich nehmen", empfiehlt er stattdessen. Da Acrylamid aus natürlichen
Nahrungsbestandteilen entstehe, wäre dies derzeit die einzige Möglichkeit,
dem zu entgehen. Als viel größeres Risiko als Acrylamid bewertet
er ohnehin die anderen Risiken einer fettreichen Ernährung aus der
Friteuse: Diabetes, Fettleibigkeit und Herzerkrankungen. Dennoch
können mit der neuen Erkenntnis Lebensmittelproduzenten ihre Herstellungsprozesse
überprüfen und gegebenenfalls gezielt ändern, um die Entstehung
von Acrylamid zu verringern. In Kanada ging bereits die Order vom
Gesundheitsministerium Health Canada an alle Lebensmittelhersteller,
die Kombination von Asparagin und Glukose bei hohen Temperaturen
zu vermeiden und nach alternativen Herstellungsprozessen zu suchen.
Die Diskussion um das Acrylamid in Lebensmitteln brachten schwedische
Wissenschaftler dieses Frühjahr in Gang. Mit neuen Analysemethoden
fanden sie erstmals die Chemikalie in stärkehaltiger Nahrung, die
frittiert oder gebraten worden war, und lösten mit ihrer Entdeckung
große Besorgnis aus. Acrylamid hat in Tierversuchen Veränderungen
des Erbguts hervorgerufen und auch Krebs erzeugend gewirkt. Bislang
ist noch nicht völlig sicher, ob es beim Menschen die gleiche Wirkung
zeigt. Sicherheitshalber wurde es jedoch als Erbgut schädigend und
Krebs erregend eingestuft.
Bei gekochten Lebensmitteln fanden Forscher bislang übrigens kein
Acrylamid. Das heißt auch Entwarnung für alle Spargelfreunde: Spargel,
der Namensgeber der Asparaginsäure, kann also weiterhin gefahrlos
verzehrt werden, solange er nicht frittiert wird. (Zitat Ende)
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zu diesem Thema:
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Spinne
des Jahres 2003 - Die Große Zitterspinne
Die Arachnologische Gesellschaft
wählte die Große Zitterspinne (Fuesslin, 1775) Pholcus
phalangioides zur Spinne des Jahres:
Auszüge aus einem Artikel der AraDet-Autoren
Dr. Peter Jäger und Dr. Martin Kreuels:
Die
Große Zitterspinne ist ein Kosmopolit, dessen eigentliche
Herkunft noch nicht geklärt ist. Jedoch scheint sich die
Art in gemäßigten Breiten im Gegensatz zu den Tropen stärker
durchgesetzt zu haben.
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Allgemeines:
Pholcus phalangioides kommt in Europa vor allem in den südlichen
Teilen vor, hat sich von dort nach Norden hin ausgebreitet
und ist heute in fast jedem Haus zu finden. Vor allem in Kellern
und ruhigen Ecken in der Wohnung ist diese zart anmutende
Spinne häufig anzutreffen. Die Art kann bis 3 Jahre alt werden
und ist ganzjährig mit geschlechtsreifen Tieren vertreten.
Neben der Spinne fallen ihre z.T. großflächigen Netze auf,
vor allem, wenn sie verlassen und nach einiger Zeit verstaubt
sind.
Zitterspinnen werden häufig mit den ähnlich langbeinigen Weberknechten
verwechselt. Letztere besitzen keine Spinndrüsen - damit auch
keine Netze - und sind öfter an sonnigen Hauswänden oder im
Garten anzutreffen. Neben eher unscheinbaren Unterschieden
kann man die Zitterspinnen auch daran erkennen, dass sie im
Gegensatz zu einem Weberknecht einen deutlich zweigeteilten
Körper besitzen. Neben der hier genannten häufigen "Großen
Zitterspinne", gibt es noch einige weitere Arten. Alle Arten
lassen sich sicher nur anhand der Geschlechtsorgane unterscheiden.
Der Name der Zitterspinnen geht auf ein interessantes Verhalten
zurück. Wird die Spinne in ihrem Netz gestört oder berührt,
schwingt sie heftig hin und her. Sie zittert! Dadurch verschwinden
die Umrisse der Spinne und der potentielle Räuber wird in
der Beutefanghandlung gestört und lässt von der Beute ab.
Aussehen:
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Der
Körper der Zitterspinne ist eher klein (0,7-1,0 cm), grauweiß
und an einigen Stellen durchsichtig erscheinend. Vorder-
und Hinterkörper sind mit einer bräunlichen Zeichnung
versehen. Der Hinterleib hat eine zylindrische Form. Im
Gegensatz zum Körper können die charakteristischen Beine
bis zu 5 cm lang werden. Trotz der imponierenden Beinspannweite
sind Zitterspinnen für den Menschen völlig ungefährlich. |
Männchen und Weibchen lassen sich im geschlechtsreifen Zustand
leicht auseinanderhalten: Die Männchen verfügen an ihren Tastern
über große Geschlechtsorgane. Diese trägt die Spinne wie Boxhandschuhe
am Kopfende. Den Weibchen hingegen fehlen diese Organe. Sie
weisen lediglich dünne, beinartige Taster auf. Weibchen können
kurz vor der Eiablage einen großen Hinterleib aufweisen, wobei
dieser mit Eiern prall gefüllt ist.
Brutpflege:
Weibliche Zitterspinnen verpacken ca. 20 Eier in einen hauchdünnen
Seidenkokon und tragen diesen in ihren Fängen mit sich herum.
Wenn die Jungspinnen schlüpfen, verbleiben sie noch einige
Zeit in einem Knäuel aus langen Beinen und zarten durchsichtigen
Körpern im Kokon. Später weben sie ihr eigenes kleines Fangnetz
und sind auf sich selbst gestellt.
Netz
und Beutefang:
Die Netze der Zitterspinnen erscheinen unstrukturiert und
bestehen aus zahllosen, kreuz und quer gewebten Fäden, die
eine Netzdecke bilden. Diese wird durch zahlreiche Haltefäden
aufgespannt. In diesem Netz sitzt die Spinne mit dem Bauch
nach oben. Die Fangfäden weisen keine Leimtropfen auf wie
z.B. die Fangspirale der Kreuzspinne. Wie kann Pholcus trotzdem
so erfolgreich Beute machen? Zum einen gibt es sogenannte
Schraubfäden, die dem Faden eine zusätzliche Elastizität verleihen
und bei Berührung wie Fußangeln wirken. Zum anderen schießt
die Spinne blitzschnell zu einem Beutetier und wickelt es
mithilfe ihren langen Hinterbeinen ein, indem sie Fäden aus
den Spinnwarzen herauszieht und diese über die Beute wirft.
Im nächsten Schritt wird die Beute ein Stück weit herangezogen
und in Rotation versetzt und dabei weiter eingesponnen.
Von Pholcus phalangioides ist auch bekannt, dass Individuen
in Netze anderer Spinnen eindringen, um die Bewohnerin zu
töten. Dies ist aber sicher die Ausnahme von der Regel.
Die
Große Zitterspinne ist ein Mitbewohner in unseren Häusern,
der nicht nur ungefährlich, sondern im Gegenteil sehr nützlich
ist beim Vertilgen von lästigen Insekten. Überdies lassen
sich interessante Verhaltensweisen direkt vor bzw. hinter
unserer Haustür beobachten. Zitterspinnen eigenen sich außerdem
als Terrarientiere, wo sie nicht nur Kindern zur Anschauung
dienen können. |
| Literaturliste:
siehe AraDet. |
Die Initiatoren:
( Zitat:) "Die Arachnologische Gesellschaft e.V (AraGes)
ist ein Zusammenschluß aller deutschsprachigen Arachnologen, die sich
auf wissenschaftlicher Basis mit Spinnentieren (excl. Milben und Vogelspinnenzucht)
beschäftigen. Ziel dieser Vereinigung ist es, die in Mitteleuropa
vorkommenden Spinnentiere (Webspinnen, Weberknechte, Pseudoskorpione,
Skorpione und Palpigradi) zu erforschen sowie diese Aktivitäten inhaltlich
zu fördern und zu unterstützen. ... Die AraGes gliedert sich in ...
Teilverbände, ... Informationsstellen, die über Projekte informieren
oder Kontakte interessierter Laien zu Arachnologen herstellen."
Im Vorstand der norddt. Arachnologen und der AraGes arbeitet die AraDet
("Office for Arachnological Determinations")
in Münster mit, in der Wissenschaft, Bildung und Wirtschaft vereinigt
werden. Sie erstellt die Rote Liste der gefährdeten Webspinnen in
NRW und führt die NRW-Spinnendatenbank.
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