| Natur
des Jahres
Seit Jahren werden in Deutschland jedes Jahr Tier- und Pflanzenarten
zu Vögeln, Insekten, Bäumen, Orchideen u.a. zu Arten des Jahres
erklärt. Ziel dieser Aktionen ist, die jeweilige Art und ihren Lebensraum
einem größeren Publikum vertraut zu machen und die Bevölkerung für
die Belange des Naturschutzes zu sensibilisieren.
Adressen und Links der Initiatoren |
Vogel
des Jahres 2004 - der Zaunkönig (Troglodytes troglodytes)
Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) kürte am 10.10.2004
in Berlin den zweitkleinsten Vogel Europas, den "Höhlenbewohner"
Troglodytes (Griechisch), zum Vogel 2004. Auch wenn ihr Bestand
nicht gefährdet sei, gäbe es zu wenig Futter- und Nistmöglichkeiten
für sie in den menschlichen Siedlungsräumen.
Meine
Nachforschungen über die Wortherkunft führten nur zu Hinweisen
auf eine Sage aus der Antike über die Königswahl der Vögel.
Durch eine List gewann der Zaun-(=Hecken-) König einen Wettflug,
mußte sich dann allerdings vor den anderen verstecken. Zwei
von Grimm's Märchen (siehe: "Links zu diesem Thema")
befassen sich ebenfalls mit dem Zaunkönig.

Troglodytes troglodytes |
Der
Zaunkönig ist in Europa sehr weit verbreitet. Im Winter
wandern die Vögel aus dem Norden Europas nach Süden
und rasten dabei öfters in der Ostsee auf fahrenden Schiffen.
In
strengen Wintern werden sie so stark dezimiert, dass der Verlust
erst nach 1 - 2 Jahren wieder ausgeglichen ist. Bis zu 20
Singvögel können sich in einem Nest einfinden, um
sich gegenseitig gegen die Kälte zu schützen. Manchmal
übernachten sie auch in Schuppen, Garagen oder Scheunen. |
Zaunkönige
wiegen ca. 8-10 Gramm, sind ca. 9,5 cm lang, haben eine kugelige
Gestalt, eine Flügelspannweite von ca. 13,5 cm und einen
kurzen, fast immer aufrecht stehenden Schwanz. Das Gefieder
ist zimtbraun bzw. rotbraun, die Flügel sind quergestreift.
Über den Augen ist ein heller Streifen, der Schnabel ist
sehr dünn, die Unterseite des Vogels ist bräunlich.
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Der
Winzling hat eine bis zu 90 dB laute, schmetternde Stimme,
in der Brutzeit singt er von früh bis spät. Sein
angenehmer Gesang besteht
aus vielen abwechselnden, hellpfeifenden Tönen, in der
Mitte der langen Melodie ist der Ton klangvoll, gegen Ende
sinkt er zu einem Triller.
Dort,
wo die Vegetation dicht ist, siedelt er sich an: unterholzreiche
Mischwälder, an Bächen, in Parks und Gärten
mit dichtem Buschwerk, in Heckenlandschaften, in Farn- und
Brombeerdickichte, in Haufen dürren Reisigholz. Der Zaunkönig
ist tag- und dämmerungsaktiv. |
Er kriecht geschickt durch Ritzen und Löcher und hüpft
in geduckter Stellung sehr schnell über den Boden oder durchs
Gebüsch. Im Sommer ernährt er sich vorwiegend von Kleininsekten,
deren Larven, Spinnen, kleinen Würmern und anderen Tieren,
die er bis in die entferntesten Winkel verfolgen kann. Im Winter
frißt er auch Sämereien.
Das Männchen baut im Frühjahr (Apr.-Juli) mehrere kugelrunde
Balznester, manchmal mehr als ein Dutzend, mit seitlichem Schlupfloch.
Sie liegen meistens unter 3 m hoch in dichten Efeuhecken, Reisighaufen,
Erdabbrüchen, im Wurzelwerk umgestürzter Bäume oder
tiefhängende Nistkästen. Das Nistmaterial besteht aus
Moos, dürrem Laub und kleinen Ästen und innen aus Federn,
Moos, Haaren und Wolle. Das Weibchen wählt eins der Nester
zum Brüten aus. Manchmal gibt es 2 Jahresbruten, das Männchen
übernimmt die erste, das Weibchen das zweite. Wenn die Nahrungsbedingungen
günstig sind, paart sich das Männchen auch mit mehreren
Weibchen.
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| Links
zu diesem Thema:
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Blume
des Jahres 2004 - Das Alpenglöckchen
Soldanella alpina
Die
Stiftung Naturschutz
Hamburg (Kurzbezeichnung Stiftung Natur und Pflanzen)
fördert bundesweit Naturschutzprojekte und hat das Alpenglöckchen
zur Blume des Jahres 2004 gewählt. Als typische Blume der Gebirgsregionen
soll es auf seinen Lebensraum aufmerksam machen, denn die blühende
alpine Rasen- und Wiesenpflanzenvielfalt wird durch diverse Freizeitaktivitäten,
entsprechende Bauten sowie Überweidung bedroht. Im Sommer und
Winter, d.h. ganzjährig, werden diese Lebensräume von
Wanderern, Mountain-bikern, Bergsteigern, Drachenfliegern etc. genutzt.
Für diesen Tourismus werden Wege erschlossen, Rast- und Parkplätze,
Skilifte und Bergbahnstationen gebaut. Der Boden wird versiegelt,
verdichtet, entwässert. Mit dem Alpenglöckchen soll für
einen "sanften Tourismus" geworben werden, um Eigenart
und Schönheit der Gebirgsregionen, die mit der Vorstellung
von blühenden Gebirgswiesen verbunden sind, zu bewahren.
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Das
Alpenglöckchen wird auch Almglöckchen, Blaues Schneeglöckchen
oder Alpen-Troddelblume genannt. Die mehrjährige im Mai-Juli
blühende Pflanze wird 15 - 18 cm hoch, ihre Blätter
sind dunkelgrün nierenförmig, die Blüten blau-violett,
trichterförmig, gefranst und ca. 1 cm groß. Die Blütenknospe
drückt von unten her durch dünne Schnee- und Eisschichten.
Das Primelgewächs findet man vor allem in schneebedeckten
Regionen in 600 - 3000 m Höhe, z.B. Alpen, Pyrenäen,
Karpaten und im Jura; auf dem Feldberg (Schwarzwald) kommt es
noch als Relikt aus der Eiszeit vor. Es trotzt als Gebirgspflanze
Kälte, starke Sonneneinstrahlung und Austrocknung durch
kräftige Winde. |
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Links
zu diesem Thema:
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Nutztier
des Jahres 2004 - Die Dunkle Biene
Apis mellifera mellifera (Linnaeus 1758)
Gewählt
wurde die einzige in Mitteleuropa heimische Honigbiene, auch genannt:
Schwarze Biene, Nigra, Landbiene, Heidebiene, Nordrasse. Sie nimmt
in Natur und Kultur eine Sonderstellung ein und droht nun, "unter
einem Berg von Irrtümern begraben und ausgerottet zu werden",
heißt es im November-Rundbrief des GEDB
(Gemeinschaft zum Erhalt der Dunklen Biene e.V.).

Foto:
Kai-M. Engfer, www.nordbiene.de |
Man
unterscheidet verschiedene Ökotypen, u.a. die Heidebiene
(A.m.m. lehzeni), die Deutsche Braune Biene (A.m.m.
mellifera), die Schwarze bzw. Alpenländische Biene
(A.m.m. nigra).
Die
Dunklen Bienen sind groß, haben einen auffällig
runden Hinterleib, eine dunkelbraune Brustbehaarung und schmale
Filzbinden und sind von den Westlichen Honigbienen (Apis
mellifera) leicht zu unterscheiden. Diese Bienen sind
vital, anspruchslos und robust und haben alle Klimaveränderungen
seit der Eiszeit vor ca. 1 Mio Jahren überdauert. |
In
Deutschland wurde die mellifera (=westeuropäische Honigbiene)
nicht hauptsächlich durch die Zucht der ligustica, sondern
hauptsächlich der importierten carnica (eine Balkanbiene)
bedroht. Die carnica ist auch heute noch die Zuchtbiene,
favorisiert vom Deutschen Imkerbund.
Wie
jung oder alt die Bienenrassen sind, lässt sich schwer sagen.
Eines ist jedoch sicher: die carnica (= Balkanbiene) ist
KEIN Abkömmling der ligustica (=italienische Biene);
sie ist auch nicht "jünger" als diejenige.
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Folgende
typische Eigenschaften der mellifera werden u.a. genannt:
- winterhart,
- verteidigungsbereit
gegenüber Eindringlinge,
-
varroaschädlich,
-
langlebig,
-
flugkräftig,
-
angepaßt am vorhandenen Angebot,
-
ausgeprägter Pollensammeltrieb.
Quellenangabe
für
Foto und Textteile:
Kai-Michael Engfer, www.nordbiene.de
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Ein
paar tausend Völker sind u.a. noch in Norwegen und Dänemark,
Polen, Belgien, Schweiz und Österreich vorhanden. Die Dunkle
Biene gehört zur Kategorie I, d.h. zur extrem gefährdeten
Klasse, auf der Roten Liste der Gesellschaft zur Erhaltung alter
und gefährdeter Haustierrassen. Idealisten kämpfen um
die Erhaltung der Restbestände südlicher Vorkommen. Die
Erhalter der Dunklen Bienen sind im europäischen Dachverband
SICAMM versammelt, zu dem auch die deutsche GEDB gehört, gegründet
unter der Leitung von Kai-Michael Engfer, siehe nachfolgenden Link
Nr. 1.
Herr
Engfer schreibt u.a.:
"Das Hauptargument für die Dunkle
Biene war, ist und bleibt der Artenschutz. Wir Menschen erleben
zur Zeit auf der ganzen Welt eine Globalisierung, wie es sie noch
nicht gegeben hat: die Entfernungen werden immer kleiner, Probleme
sind nur weltweit in den Griff zu bekommen, ökonomische und
ökologischen Krisen wirken sich ebenfalls weltweit aus. Folgen
dieser Globalisierung sind dramatisch: Arten sterben aus, andere
breiten sich unnatürlich stark aus, Kulturen (z.B. der Indianer,
Tibeter etc.) gehen unter und Sprachen werden ausgelöscht.
Die Vielfalt auf dieser Welt nimmt ab!
Das
Gegenstück dieser Verarmung heißt BIODIVERSITÄT.
Das bedeutet eine größtmögliche Artenvielfalt durch
Erhalt der Arten in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet.
Unter
dem Gesichtspunkt der Biodiversität ist es auch nicht zu verantworten,
in einem Gebiet die heimische Biene (in diesem Fall die Dunkle Biene)
durch eine fremdländische Biene (in diesem Fall die Carnica)
zu ersetzen.
Neben
dem Aspekt des Artenschutzes lassen sich aber noch weitere Gründe
für die nachhaltige Wiedereinführung der Dunklen Biene
aufführen: dank einer zehntausendjährigen Anpassung der
Mellifera an ihre Heimat dürfte sie sich ökologisch optimal
hier zurecht finden. Keine andere Biene ist so stark mit dem mitteleuropäischen
Klima verbunden wie die Dunkle Biene.
Ihre
Robustheit wird von keiner anderen Biene übertroffen. Dies
zeigt sich immer nach "schwierigen Jahren", wenn Regen
und Kaltlufteinbrüche den Bienen das Leben schwer machen. Dann
sind es immer die Dunklen Völker, die am besten durchkommen.
Ein
weiteres Argument für die einheimische Biene ist ein moralisch-ethisches.
Wer als Freizeit-Imker ein paar Völker am Hause stehen hat,
um Honig für sich, seine Familie und die Nachbarschaft zu ernten,
braucht keine Carnica- oder anderen Hochzuchtbienen. Als "Öko-Imker"
mit einheimischen Bienen in Bio-Holzbeuten erfreut er sich der schönen
Natur, so wie es auch schon unsere Vorfahren machten."
Links
zu diesem Thema:
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Biotop
der Jahre 2004/2005 - Die Viehweide
Am
10.11.2003 verkündete das Naturschutz-Zentrum
Hessen die Viehweide zum Biotop des Jahres. "Viehweiden
sind ein Zivilisationsprodukt, ein Lebensraum, der geprägt
wird von der Nutzung durch den Menschen und seine Haustiere. Viele
Entwicklungen haben dazu geführt, dass der naturschutzkonformen
Weidewirtschaft wieder mehr Augenmerk geschenkt werden sollte: Verbrachung
von Grünland auf der einen und Nutzungsintensivierung auf der
anderen Seite, "Höfe- und Bauernsterben" sowie mangelndes
Vertrauen der Verbraucher in die konventionelle Landwirtschaft.
Das Thema ist facettenreich, beinhaltet es doch sowohl ökologische
als auch sozio-ökonomische Aspekte."
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Baum
des Jahres 2004 - Die Weiß-Tanne (Abies alba)
Das
Kuratorium Baum des Jahres hat am 16.10.2003 die Weiß-Tanne
gewählt: Der höchste Baum (bis 65m) Europas stehe für
eine naturgerechte, nachhaltige Waldwirtschaft und zeige besonders
die Empfindlichkeit von Bäumen gegenüber Umweltveränderungen
durch Menschen. Sie mache Beeinträchtigungen durch Luftschadstoffen
besonders deutlich und stehe in einigen Bundesländern auf der
Roten Liste. Seinen Namen verdankt die Tanne ihrer auffallend weißgrauen
Rinde.
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Die
Weiß-Tanne kann 500 - 600 Jahre alt werden, wächst
in den ersten Jahren jedoch langsam. Sie ist im Alter ein
großer Baum mit "storchennestartig" abgeplatteter
Krone und aufrecht stehenden Zapfen, die sich im Sommer ausbilden,
im Herbst abfallen und im April oder Mai keimen. Am Baum bleiben
nur die Zapfenspindel zurück. Die Tannennadeln sind glänzend
dunkelgrün.
Etwa
3000 - 2500 v. Chr. soll die Tanne aus den Apenninen nach
Mitteleuropa eingewandert sein. Sie braucht mehr Feuchtigkeit,
Wärme und tiefe Böden als Fichte oder Kiefer, kann
jedoch schwere Böden aufschließen und ihre Wurzeln
haben einen geringeren Sauerstoffbedarf.
Sie
wächst am besten in Bergmischwäldern aus Buchen
und Fichten, hauptsächlich im Schwarzwald, den Vogesen,
im Franken- und Bayrischen Wald, im Voralpengebiet, im Vorarlberg
und in der Schweiz. Im Erzgebirge, Thüringer Wald und
Harz ist sie fast nicht mehr vorhanden. Im Osten findet man
sie noch bis Polen, im Südosten im Balkan und den Karpaten. |
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Neben
der Buche ist die Weiß-Tanne das zweite Standbein der naturnahen
Waldwirtschaft. Neben der Pflege muß ein Wald mit standortgerechten
Baumarten versehen und beständig verjüngt werden, indem
nur soviel Holz geschlagen wird wie nachwächst. Dabei hat die
Tanne eine wichtige Funktion: Die Waldmischung von Bäumen unterschiedlicher
Stärke und Größe wird von ihr geschützt. Ihre
Pfahl- und Senkwurzeln sorgen dafür, dass sie im Sturm stabil
bleibt, und schützen den Boden. Die Weiß-Tanne bietet
vielen Insekten, Vögeln und Pilzen Lebensraum. Das Holz der
Tanne ist gelblich- bis grauweiß, leicht, weich, elastisch,
arbeitet gering, ist harzfrei und gleichmäßig. Es wird
u.a. als Bauholz (Dielen, Schindeln, Kisten, Möbel- und Papierindustrie)
und für Musikinstrumente (Orgeln, Geigen) verwendet.
Links
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Orchidee
des Jahres 2004 - Grüne Hohlzunge
Coeloglossum viride (L.) Hartman
Die
AHO, Arbeitskreise
Heimischer Orchideen, wählte für 2004 die Grüne
Hohlzunge (Frog Orchid) zur Orchidee des Jahres. In Niedersachsen
ist sie bereits ausgestorben, in den anderen Bundesländern
mindestens stark gefährdet. Am meisten kommt sie hierzulande
in den Alpen vor sowie in Biotopstrukturen mit extensiver Wiesennutzung
(kurzer lückenhafter Rasen) wie z.B. in den Mittelgebirgen.
Vereinzelt findet man sie auch im Flachland.
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Die
meist grünliche "Frosch-Orchidee" ist eine
kräftige kleine (max. 30 cm) Pflanze mit Laubblättern
(oben lanzett-, unten eiförmig) am kahlen Stängel
verteilt. Der Blütenstand enthält bis zu 30 grünlichgelben,
grünen oder rostbraunen Blüten. Der Name "Hohlzunge"
rührt von einer bis zu 10 mm langen, zungenförmig
heraushängenden Lippe her. Der honigartige Blütenduft
lockt Käfer, Bienen und Wespen an. Sie tritt vereinzelt
oder in kleinen Gruppen auf und blüht je nach Höhenlage,
Standort und klimatischen Bedingungen von Mai bis Juli.
Mit
dieser typischen Bergwiesenorchidee soll in erster Linie die
Problematik ihres Lebensraums hervorgehoben werden, der durch
die Aufgabe traditioneller Nutzung gefährdet ist. Die
Grüne Hohlzunge wächst im Gebirge auf Bergwiesen,
Zwerkstrauchheiden und Almen auf sauren humosen Böden
und im Hügelland auf besonders kalkreichen, flachgründigen
Magerrasen. Diese Lebensräume können durch regelmäßiges
Abmähen erhalten werden, übermäßige Nutzung
und Düngung zerstören sie. Nach längerem Brachliegen
sollten sie nicht aufgeforstet, sondern behutsam entbuscht
und ausgeharkt werden. Durch Zufuhr von Mineralien, wie Thomasmehl
und Holzasche, kann der Boden vor Übersäuerung geschützt
werden. |
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Links
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Landschaft
des Jahres 2003/2004 - das Lebuser Land
Quelle:
nfi-bulletin
Nr. 19 / Juni 2002:
Die Präsidentenkonferenz der Naturfreunde Internationale (NFI)
hat die Region Lebuser Land / Ziemia Lubuska an der deutsch/polnischen
Grenze zur Landschaft des Jahres 2003/2004 ausgewählt. Sie
wird von der NFI in Zusammenarbeit mit den NaturFreunden Deutschlands,
den NaturFreunden Brandenburg und dem PTTK (Polnische Gesellschaft
für Tourismus und Landeskunde) veranstaltet.
Mit der Region wird eine historische und grenzüberschreitende
Kulturlandschaft im Herzen Europas vorgeschlagen. Die Region ist
ökologisch besonders interessant. Viele im europäischen
Raum nicht mehr vorhandene bzw. vom Aussterben bedrohte Pflanzen-
und Tierarten haben hier Lebens- und Entwicklungsraum gefunden.
Die Täler der Warthe und Oder sind Feuchtgebiete und Vogelschutzgebiete
von internationaler Bedeutung und für den sanften Tourismus
(Wandern, Radfahren) besonders geeignet. Insbesondere in der Perspektive
des Beitritts Polens zur EU bietet eine Landschaft des Jahres Lebuser
Land die Chance für neue grenzüberschreitende Kooperationen
und für die Schaffung und Unterstützung von Rahmenbedingungen
für eine nachhaltige Regionalentwicklung.
Quelle:
www.amt-lebus.de:
Lebus ist eine ehemalige Bischofsstadt im Südosten des Landkreises
Märkisch Oderland direkt an der Oder, wo eine der längsten Deichlinien
Deutschlands verläuft.
Quelle:
www.rz.fhtw-berlin.de:
Der slawische Stamm der Lebuzzi oder Lebuser siedelte sich im 7.
Jahrhundert zwischen Spree und Oder an und gründete Orte. "Terra
Lubus" wurde erstmals 1194 erwähnt, zuvor war ein Schloß und ein
Bistum dieses Namens genannt, das bis ins 13. Jahrhundert in Lebus
seinen Mittelpunkt hatte. Das seit dem Mittelalter stets umkämpfte
Gebiet erstreckt sich ursprünglich beiderseits der Oder, wurde aber
seit frühester Geschichtsschreibung zumeist auf den westlich gelegenen
Teil beschränkt, so bereits im Landbuch Karl IV. von 1375. Im Lebuser
Land zwischen Oder, Schlaube, Spree, Löcknitz und Stobber finden
sich von Nordosten nach Südwesten drei hauptsächliche Landschaftsformen:
das Oderbruch zwischen Oder und Alter Oder (Bad Freienwalde - Seelow),
das Hochland mit einem Großteil der Märkischen Schweiz bis etwa
zur Linie Müncheberg - Heinersdorf - Lebus sowie das südlich gelegene
Waldland bis zu Schlaube, Spree und Löcknitz.
Als größte Stadt und geschichtliche Hauptstadt des früheren Lebuser
Land machte sich das über 700jährige Fürstenwalde einen Namen.
Quelle:
www.lubuskie-info.com
:
Das
Lebuser Land (Wojewodschaft Lubuskie) ist bekannt durch seine umfangreichen
Wälder, zahlreichen Seen und malerischen Landschaftsparks, den Möglichkeiten
Agrar- und städtischer Touristik sowie eine gute Übernachtungs-
und Erholungsinfrastruktur. Das Lebuser Land lockt mit seinem Zauber
und seiner unberührten Natur in allen Jahreszeiten. Gorzow und Zielona
Gora sind nur einige der schön gelegenen Ortschaften mit atemberaubenden
Naturlandschaften, wo man neue, sonderbare und oft unbekannte Winkel
Polens entdecken kann.
Links
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Wildtier
des Jahres 2004 - Der Siebenschläfer
Glis glis
Zum
Wildtier des Jahres wurde der Siebenschläfer von der Schutzgemeinschaft
Deutsches Wild gekürt. Er hat viele Namen: Schlafmaus, Schlafratz,
Rellmaus, Bülmaus, Billes, Greili und gehört u.a. mit
dem Gartenschläfer und der Haselmaus zur Familie der Bilche.
Dem
kleinen Tier wird so einiges nachgesagt: "Das Wetter am Siebenschläfertag
sieben Wochen bleiben mag" oder "Ist der Siebenschläfer
nass, regnet's ohne Unterlass". Nach der alten Bauernregel
folgen auf Regen am Siebenschläfertag (27. Juni) 7 Schlecht-Wetter-Wochen,
obwohl "Siebenschläfer" nichts mit Wetter zu tun
hat. Vielmehr soll der Name von den christlichen und verschlafenen
7 Brüdern stammen: Maximiamus, Malchus, Martinianus, Dionysius,
Johannes, Serapion und Constantinus. Diese sollen 251 in einer Christenverfolgung
vom römischen Kaiser Decius in einer Höhle eingemauert
und fast 200 Jahre später an einem 27. Juni schlafend vorgefunden
worden sein. In der Meteorologie ist der Siebenschläfer eine
statistisch erwiesene Einzigartigkeit des Wetters. Häufig traten
Anfang Juli monsunähnliche Vorgänge im mitteleuropäischen
Sommer auf, die konstant eine 7-wöchige Regenperiode verursachten.
Das Eintrittsdatum verschob sich durch die Kalenderreform vom 27.
Juni auf den 7. Juli. Siebenschläfer schlafen ca. 7 Monate:
von Oktober bis Mai.
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Siebenschläfer
gibt es schon seit etwa 64 Millionen Jahren, heute sind sie
vom Aussterben bedroht. Die nachtaktiven Tiere sind ca. 16
cm groß und haben einen ca. 13 cm langen buschigen Schwanz,
große Fledermausohren und große runde Augen. Sie
können perfekt klettern und gut hören, riechen und
tasten. Im Römischen Reich galt er als Delikatesse.
Das
Nagetier lebt hierzulande in Eichenwäldern und verkriecht
sich für seinen 7-Monats-Schlaf in alte Baumhöhlen,
in Schuppen, Gartenlauben und Bienenstöcken oder gräbt
sich in die Erde ein. Es ernährt sich von Samen, Früchten,
Rinden, Knospen, Insekten, Würmern, Schnecken. In seiner
Wach-Zeit zieht es seine Jungen auf. |
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Fisch
des Jahres 2004 - Der Maifisch (Alosa alosa L.)
Der
VDSF, Verband Deutscher Sportfischer,
hat für das Jahr 2004 den Maifisch gewählt, der früher
in großen Schwärmen vorkam, heute jedoch in vielen deutschen
Flüssen als ausgestorben gilt. Nach § 1 der Landesfischereiordnung
ist der Maifisch ganzjährig geschont.
Der
Wanderfisch, auch Alse, Allis shad (engl.), Grande alose (franz.)
genannt, wird im 3. bis 4. Lebensjahr geschlechtsreif und wandert
im Frühjahr zum Laichen vom Meer flußaufwärts. Die
Weibchen legen über kiesigem bis steinigem Substrat oder Geröll
ca. 100.000 bis 200.000 Eier ab und kehren dann wieder zurück
ins Meer. Die Eier werden durch die Strömung in Lücken
des Untergrunds gespült und entwickeln sich dort. Die Jungfische
schlüpfen nach 4-8 Tagen und schwimmen im Herbst auch ins Meer.
Der Maifisch kann bis zu 11 Jahre alt werden, mit 6-10 Jahren ist
er laichreif. Er ernährt sich von Plankton, das sie aus dem
Wasser filtern. Seine Larven und Jungfische fressen vorwiegend kleine
Wirbellose.
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Heimisch
ist der Maifisch in den Küstengewässern von Nordeuropa
bis Nordafrika. Er ist bis 3 kg schwer und wird ca. 35-70 cm lang.
Er hat eine kurze Rückenflosse, seine Oberseite ist bläulichgrün
bis grau, die stark abgeflachten Seiten und der Bauch sind weiß
mit einem silbrigen Schimmer und Messingglanz. Der Unterkiefer reicht
bis an den hinteren Augenrand, unter dem Oberrand des Kiemendeckels
ist ein großer schwarzer Fleck, dem oft 1-6 verwaschene kleinere
Flecken folgen. Der erste Kiemenbogen trägt 90-130 lange haarfeine
Reusendornen, der Innenteil der Schwanzflosse ist mit kleinen Schuppen
bedeckt, die Augen haben unbewegliche (= Fett-) Lider.
Nach
alten Fischmarktstatistiken wurden in den Niederlanden 1886 269.297
kg Maifisch verkauft. Historisch überliefert ist auch die Beobachtung
von großen Laichschwärmen im 19. Jh. in Rhein, Neckar
und Main. Um 1930 wurde der Maifisch auf der Höhe von Basel
gesichtet. In den 70-er Jahren galt der Schwarmfisch in Baden-Württemberg
als verschollen. Bedingt durch starke Verschmutzung der Gewässer,
Veränderungen natürlicher Flussläufe und intensiven
Fischfang wurden die Bestände im 20. Jh. stark reduziert. Der
Bau von Wasserkraftwerken, Wehren, Staudämmen und Schleusen
störten die Laichablage erheblich und trugen ebenfalls zur
Dezimierung des Fischbestands bei.
Gefordert
wird die Anbindung von Altarmen und Auengewässer an die Flusssysteme,
Einrichtung von küstennahen Schutzgebieten in der Nordsee.
Die Ästuare der großen Flüsse wie Ems, Weser, Elbe,
Eider und angrenzende Wattenmeergebiete, die Deutsche Bucht und
größere Flussmündungen in der deutschen Ostsee,
z.B. Schlei, Trave, Warnow, Oder, Recknitz, und die Wanderwege zu
den Laichplätzen u.a. an Oberrhein und Mittel-Elbe sollten
ebenfalls mit Schutzgebieten versehen werden.
Links
zu diesem Thema:
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Pilz
des Jahres 2004 - Der Echte Hausschwamm
Serpula lacrymans (Wulfen) Schroet
Die
Deutsche Gesellschaft für Mykologie DGfM
hat den Echten Hausschwamm zum Pilz des Jahres 2004 gewählt.
Dieser unberechenbare Pilz gehört zu den gefürchtetsten
Schädlingen in Gebäuden. Über ihn wurde bereits 1789
berichtet. Bevor er sichtbar wird, hat er Holzwerke bereits stark
beschädigt. Dabei handelt es sich bei den Gebäuden nicht
nur um schlecht beheizte Fachwerkhäuser, Wald- oder Berghütten,
sondern auch um Neubauten mit Wasserstaustellen. Mit dieser Wahl
möchte die DGfM auf den gefährlichen und weit verbreiteten
Pilz aufmerksam machen.
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Foto:
Achim Bollmann
veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der DGfM |
Der
Hausschwamm sollte nicht mit anderen schädlichen Bauholzpilzen
verwechselt werden (siehe: "Links zu diesem Thema": Pilzbestimmung).
Pilze sind ein wichtiges Glied in unserem Naturkreislauf: Sie bauen
Cellulose ab und bauen andere - sonst nicht abbaubare - Stoffe um.
Sie bilden Fruchtkörper unweit von ihrer Nährstoffquelle.
Der Hausschwamm kann sich sehr weit (über 10 m) von seiner
eigentlichen Quelle entfernen; seine Versorgungsstränge wachsen
in Ritzen und Spalten des Mauerwerks. Der Name "Lacrimans"
(weinen) rührt daher, dass an manchen Stellen seiner Wassertransportsysteme
Guttationstropfen (Wasser) austreten. Bei Buchenholz werden beispielsweise
in ca. 18 Wochen 60% des Trockengewichts abgebaut.
Das silbrig-graue bis braune Mycel des Hausschwamms nutzt die kleinsten
Ritzen und Löcher, um neue Nährstoffquellen zu finden:
Holz, Tapete, Verpackungsmaterial, Bücher, Matratzen, Lebensmittel.
Den Befall entdeckt man erst, wenn sich die auffälligen Fruchtkörper
gebildet haben. Im jungen Stadium durftet der Hausschwamm nach Champignons,
später faulig, nach Schimmelpilz. Seine Sporen sehen wie roter
Staub aus, sie können Allergien hervorrufen, die Stränge
riechen unangenehm unter dem Mauerputz, es besteht Einsturzgefahr
bei Holzbalkendecken und tragenden Holzkonstruktionen. Das befallene
Gebäude verliert erheblich an Wert.
Es
gibt hierzulande noch keine umweltfreundlichen Mittel zur Bekämpfung
des Pilzes und auch nach der Beseitigung ist ein erneuter Befall
möglich. In manchen Bundesländern ist er meldepflichtig.
Links
zu diesem Thema:
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Insekt
des Jahres 2004 - Die Hain-Schwebfliege
(Episyrphus balteatus)
Auf
der Pressekonferenz vom 12.12.2003 gab die Biologische Bundesanstalt
für Land- und Forstwirtschaft die Wahl des Kuratoriums, dem
namhafte Insektenkundler und Vertreter wissenschaftlicher Gesellschaften
und Einrichtungen angehören, bekannt. Allgemeine Info der BBA:
"Mit
dem Insekt des Jahres soll auf die weltweit artenreichste Gruppe
von Tieren aufmerksam gemacht werden, die allzu oft nur als Schädlinge
oder Lästlinge abgetan werden."
Die
Hain-Schwebfliege (Quelle:
bba)
"Die Hain-Schwebfliege ist das Insekt des Jahres 2004. Das
recht häufige Insekt ist bei Landwirten und Förstern als
Nützling bekannt, denn eine Schwebfliegenlarve verzehrt bis
zur Verpuppung mehrere Hundert Blattläuse. Aufgrund ihrer schwarz-gelben
Warnfarbe wird die Hainschwebfliege auf den ersten Blick häufig
mit Wespen verwechselt. Sie ist aber völlig ungefährlich
und lebt nur von Nektar und Pollen. Gärtner sollten sie mehr
schützen als bisher, wünscht sich das Kuratorium Insekt
des Jahres.
In
Deutschland gibt es insgesamt etwa 450 Schwebfliegenarten. Davon
leben ein Viertel als Larven von Blattläusen. Die Weibchen
suchen ganz typisch für Schwebfliegen nach Blattlauskolonien,
indem sie vor der Pflanze schweben, um dann die ein Millimeter langen
Eier abzulegen, insgesamt über Tausend.
Aus
den weißlichen Eiern schlüpfen die Larven, die sich sofort
auf die Suche nach Blattläusen machen. Sie pendeln dabei mit
dem Vorderende hin und her. Mit ihren stilettartigen Mundwerkzeugen
stechen sie zu und saugen die Läuse aus. Bis zur Verpuppung
braucht eine Larve etwa acht bis elf Tage, je nach Temperatur. Den
Larven fehlt neben den Beinen auch ein deutlich abgesetzter Kopf.
Sie sind weißhäutig und transparent und schimmern weißlich
oder grünlich. Man muss schon Glück haben und ein geübtes
Auge, um sie auf den Blättern zu erkennen.
Die
Hain-Schwebfliegen überwintern als erwachsene Tiere. An milden
Wintertagen kommen sie sogar aus ihren Verstecken im Laub oder schützenden
Ritzen hervor. Sie tauchen auch mit den ersten Frühjahrsblühern
in größerer Zahl auf und sind dann an Winterling, Huflattich,
Kornellkirsche und vor allem an Weidenkätzchen zu finden. Diese
Tiere sind immer die begatteten Weibchen. Aber in manchem Frühjahr
lassen sich kaum Schwebfliegen entdecken, weil der Winter zu hart
war.
Ein
Teil der Hain-Schwebfliegen wandert wie Zugvögel im Spätsommer
nach Süden und vermehrt sich dort. Sie können durchaus
25 Kilometer pro Stunde zurücklegen. Die nächste Generation
kommt im Frühjahr wieder zurück.
Die
erwachsenen Insekten benötigen Blüten, deren Nektar und
Pollen offen dargeboten werden, denn sie haben nur einen kurzen
Rüssel. Ringelblumen, Löwenzahn, Pfefferminze, aber auch
blühende Petersilie werden von Schwebfliegen gerne aufgesucht.
Ein Gärtner, der die Nützlinge fördern möchte,
sollte diese Pflanzen im Garten haben."
Auf
der Website der bba kann man in einem Flash-Film eine Schwebfliege
beobachten und auf gestochen scharfen Fotos die Hain-Schwebfliege
bewundern: ein Weibchen, eine frisch geschlüpfte Larve bei
der Arbeit, Eier und Puppen.
Unsere
Fotos stammen von der Website von Hans-Wilhelm Grömping.
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Hain-Schwebfliege,
Gegürtelte Schwebfliege, Gemeine Winterschwebfliege:
dunkelgrün glänzender Thorax, charakteristische Bindenzeichnung
auf dem Hinterleib, 3. und 4. Segment durch schwarze Querlinien
geteilt, Gesicht und Beine gelb. Länge 7-12 mm, 4-5 Generationen
jährlich, Weibchen legt 280 Eier(weiß, länglich
oval, ca. 1mm lang) durchschnittlich, Larven fressen Blattläuse
(bis 40 Stück täglich), Maden sind weichhäutig,
transparent, bein- und kopflos, häten sich 2x, Imagines
saugen Nektar als Energiespender und fressen Pollen zur Ei-Produktion.
Heimat: Europa, Asien. |
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zu diesem Thema:
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Gemüse
des Jahres 2004 - Die Körnerbohne
Der
Verein zur Erhaltung
der Nutzpflanzenvielfalt VEN hat sich für die Körnerbohne
entschieden. Diese Bohne ist immer mehr in Vergessenheit geraten,
obwohl es sich um ein nahrhaftes, wohlschmeckendes Gemüse handelt.
"Zahlreiche Herkünfte aus Genbanken werden bereits in
diesem Jahr von verschiedenen Mitgliedern des VEN vermehrt. Lassen
Sie sich 2004 von der Vielfalt überraschen!" Bildlich
dargestellt wurden auf der Website der VEN 20 verschiedene Bohnensorten:
| Kokosbohne
"Sophie" |
Coco
"Sophie" ist eine sehr ertragreiche Trockenbohne mit
weißen, runden Kernen. Die jungen Schoten können
auch als grüne Bohnen verzehrt werden. |
| Triumph
von Farcy |
Die
fadenlose Filetbohne hat sehr feine Schoten und ist jung zubereitet
von ausgezeichnetem Geschmack. Die Bohnen sind dunkelgrün,
oft mit einer zarten, blauvioletten Zeichnung, die sich beim
Kochen verliert. |
| Meienbohne |
Eine
robuste Sorte aus dem Schweizer Kanton Aargau, auch für
höhere und rauhere Lagen geeignet, wird 2,5 bis 3 m hoch.
Blüten rot und weiß, Körnerfarbe weiß
und dunkelviolett gesprenkelt. |
| Wybelsum |
Suppenbohne
mit dünner Samenschale, kaum blähend, sehr hoher Ertrag,
Korn groß, beige-hellrosa. Ursprünglich von Dr. Becker,
Wybelsum, Ostfriesland |
| Crochu
de Montmagny |
Phaseolus
vulgaris, seltene Trockenbohne, rötlich. |
| Yin
& Yang |
Diese
Kletterbohne erhielt den Namen aufgrund der Ähnlichkeit
der Kerne mit dem Yin-Yang-Zeichen, sie wird als Zwiebohne (sowohl
Schoten als auch Kerne) genutzt. Vermehrer: Biologische Samengartnerei
Zollinger, Schweiz, Vertrieb über www.bio-saatgut.de,
Frau Ulla Grall. |
| Kleine
weiße Bohne aus der Touraine |
(Loiretal)
Man erntet die hellgrünen, zarten Kerne mit dem buttrigen,
cremigen Fleisch, bevor sie fest werden. Solche Körnerbohnen
werden nur noch selten angebaut, zu kaufen gibt es sie nicht.
Wer also diese Delikatesse geniessen will, muss sie selbst anbauen. |
| Brienzer |
Eine
gesunde, ertragreiche Bohne aus dem Berner Oberland. Geerntet
wird die grüne, leicht gesprenkelte Hülse, die zart
und dabei doch voll im Geschmack ist. |
| Aiguille |
Die
gelbhülsige Butterbohne (haricot nain beurre) ist eine
sehr feine Salatbohne. Die Schoten sollen jung geerntet werden
und eignen sich gut zum Einkochen und Einfrieren. |
| Coronabohne |
Körnerbohne,
italienische Sorte: "Fagioli Corona", sehr dicke weiße
Kerne. |
| Borlotto |
Beigefarben
mit pinselstrichartigen hellbraunen Sprenkel, leicht nierenförmig.
Schmackhaft und leicht zu verarbeiten. Wird meistens getrocknet
angeboten, da sich die Körner nur im Herbst mühelos
aus den trockenen Schoten pulen lassen. Mittelfrüh, bei
früher Ernte auch als Frischmarktbohne verwendbar; Hülsen
flachoval, ca. 10 - 12 cm lang. |
| "Tarbais
de Castres" |
Die
Körner dieser klassischen Cassoulet-Bohne werden frisch
oder getrocknet verwendet. Die Bohne wird nur noch selten angebaut. |
| Bingo |
Körner-,
Kletterbohne, hellbraune Kerne mit roten bis violetten Sprenkeln.
Kerne zum Frischverzehr oder als getrocknete Kerne. Herkunft:
Graines Beaumaux, Frankreich. |
| Schöne
von Richigen |
Die
Stangenbohne wurde in den 40-er Jahren nach einem schweren Hagelwetter,
das die Bohnensaaten vernichtet hatte, in einem "Trögli"
gefunden, als man nach noch vorhandenen Samen suchte. Die dunkelvioletten,
fast schwarzen Samen waren Jahre zuvor aus Richigen bei Worb
(BE) gekommen. Die Pflanze wird bis 4 m hoch, späte Sorte,
keine Fäden, werden nicht spänig. Zweijährige
Samen in Kamillentee quellen und in Steinmehl wenden, dann keimen
sie besser. Kurze Kochzeit, gute Trockenbohne. |
| Rote
Kidneybohne |
Typische
Indianerbohne, aber langrankend, wird über 2 m hoch, Hülsen
grün, Korn dunkelrot, nierenförmig |
| Painted
Lady |
Eine
Feuerbohne (Blumenbohne), traditionsreiche englische Sorte,
Zwiebohne, Schoten derb, grün, Kerne hellbraun mit dunkel-violettbrauner
Zeichnung, Blüte sehr dekorativ, rot-weiß. |
| Grüne
Kletterbohne |
Dies
ist eine sehr ertragreiche Flageolet-Bohne. Geerntet werden
die dicken, hellgrünen Kerne mit zartem Inneren. |
| Oeil
de Perdrix |
Das
" Auge des Rebhuhns" ist eine ertragreiche Trockenbohne
mit kastanienfarbenen Kernen. |
| Trebona |
Die
grünhülsige Stangenbohne eignet sich für frühe
Freilandernte. Ihre Hülsen rundoval, sehr lang, von ansprechender
Qualität. Unter Glas und im Freiland bringt Trebona Spitzenerträge. |
| Balise |
Die
fadenlose Filetbohne ist resistent gegen Krankheiten, hat einen
guten Geschmack und reift etwas spät. Eignet sich gut zum
Einfrieren. |
Der
WDR berichtete im September 2003 über den Biologen Christian
Havenith aus Sinzig, der u.a. alte Bohnensorten, ob Busch-, Feuer-,
Puff- oder Wachsbohnen, sammelt, sichert, pflegt und sucht (Artikel:
siehe Link).
Trotz der Vielfalt an Bohnensorten sind in den letzten Jahrzehnten
viele ursprüngliche Pflanzen verschwunden, entweder durch gentechnische
Veränderungen oder dadurch, dass sie nicht mehr angebaut wurden,
weil die Nachfrage fehlte. Die alten Bohnensorten waren u.a. nicht
leicht anzubauen, nicht maschinell zu ernten oder zu verarbeiten,
ließen sich nicht gut lagern.
Die
ersten Abbildungen von Bohnen in Deutschland stammen aus dem Jahr
1543. Bis zum 17. Jh. war die Dicke Bohne, auch Sau- (wg. Verwendung
als Schweinefutter), Puff-, Pferdebohne genannt, wichtigste Nahrungspflanze
Europas. Die alten Sorten sind zwar meistens nicht fadenfrei, aber
sie sind aromatischer, haben eine lange Erntezeit und lassen sich
gut auspulen. Die Bohnen reifen nicht alle auf einmal, sondern können
schubweise mehrfach geerntet werden. Bei Filetbohnen erntet man
die jungen Hülsen, bei Palbohnen die frischen, noch weichen
und bei Trockenbohnen die reifen Kerne. Alle Bohnen enthalten viele
Proteine, Kohlehydrate und Mineralien, auch die getrockneten enthalten
viele wertvolle Nährstoffe, sind jedoch weniger vitaminreich
als die frischen. Sie schützen u.a. vor Krebs und senken den
Cholesterinspiegel. Bohnen gibt es in allen Formen und Farben: sichelförmig
("Kipferl"), nierenförmig, oval, rund, gefleckt,
getupft, gestreift, marmoriert, dunkelviolett, rosa, sonnengelb,
schwarz, braun, beige, rot, grün, kastanienfarben, sie blühen
rot, weiß, lila.
Diverse Bohnensorten, Fotos von Jürgen
Klapprott (siehe Link "uni-bamberg")
:
Phasaeolus vulgaris nana (Buschbohne), Phasaeolus
coccineus (Feuerbohne), Phasaeolus vulgaris (Stangenbohne),
Vicia faber (Saubohnen) |
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| Feuerzunge
(Borlotto lingua di fuoco) |
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Viele
der alten Bohnensorten werden nicht mehr oder nicht überall
verkauft bzw. dürfen als "Amateursorten" aufgrund
von europäischen Vereinbarungen zur Erhaltung von Nutzpflanzensorten
nicht zur gewerblichen Nutzung verkauft werden. Verschwunden sind
gerade die Sorten, die sich besonders gut für Privatgärten
eignen. Wer sich für alte Bohnensorten interessiert, kann sich
die Samen über besondere Quellen besorgen, um die Bohne im
eigenen Garten zu halten, z.B.:
VEN,
der Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt e.V., warnt: "Was
nicht mehr angebaut wird, verschwindet!" Deshalb vermehren
seine Mitglieder alte Sorten und bieten sie in einer Samenliste,
die mittlerweile mehr als 120 Bohnensorten enthält, zum Tausch
oder gegen eine Spende an.
Der
gemeinnützige Verein Arche Noah (siehe Link) bewahrt unzählige
Bohnensorten in seinem Pool: Arche Noah fühlt sich der Erhaltung
und Wiederverbreitung gefährdeter Kulturpflanzen verpflichtet.
"Sortentausch unter den Mitgliedern dient der Verbreitung alter
Kulturpflanzensorten und sichert ihre Erhaltung. Durch ihre gärtnerisch-züchterischen
Tätigkeiten schaffen und erhalten Mitglieder Kulturpflanzenvielfalt.
Mitglieder geben ihr Wissen und ihre Erfahrungen über ihre
Tätigkeiten weiter."
Einige
Saatgutbetriebe verkaufen in kleinen Mengen Samen aus Frankreich,
wo schon immer auf eine vielseitige Küche Wert gelegt wurde
und mehr aromatische alte Sorten angebaut werden.
Mein
besonderer Dank gilt Frau Ulla Grall (Bio-Saatgut), die zu einigen
Bohnensorten meine Recherche-Ergebnisse freundlicherweise korrigierte
und ergänzte. Frau Grall ist am 12.12.2003 beim SWR
in der Sendereihe "Kaffee oder Tee" zu Gast, Thema: "Körnerbohne".
Links
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Spinne
des Jahres 2004 - Die Grüne Huschspinne
Micrommata virescens (Clerck 1757)
Die
Arachnologische Gesellschaft e.V. (AraGes) proklamierte am 09.01.2004
in Berlin die Grüne Huschspinne zur Spinne des Jahres. Dazu
schreibt sie (www.arages.de):
"Besonders
reizvoll ist die Grüne Huschspinne für Spinneninteressierte
aufgrund ihrer prächtigen Färbung. Vorderkörper und
Beine sind bei Männchen und Weibchen einheitlich leuchtend
grasgrün. Der Hinterkörper der Tiere ist ein hervorragendes
Unterscheidungsmerkmal für beide Geschlechter. Das Weibchen
besitzt auf seinem grünen Hinterleib einen gelblich abgesetzten
grünen Spießfleck. Das Männchen dagegen ist gekennzeichnet
durch einen leuchtend roten Längsstreifen, der beiderseits
eingefasst ist von gelben Streifen. Die Seiten des Hinterleibs sind
wiederum in prachtvollem Rot gefärbt. Die typischen Farben
und Merkmale der Grünen Huschspinne stellen sich erst nach
der letzten Häutung, der sogenannten Reifehäutung, ein.
Die Jungtiere besitzen eine große Farbvariabilität. Es
kommen grünliche oder bräunliche Varianten vor, die mit
dunkleren Punkten versehen sind, so häufig farblich dem Untergrund
gleichen und dadurch gut getarnt sind. Ein weiteres Unterscheidungskriterium
ist die Körperlänge, die bei Weibchen 12-15 mm und bei
Männchen 7-10 mm beträgt.
Jemand
könnte meinen, ein so auffällig gefärbtes Tier müsse
leicht im Gelände zu entdecken sein. Doch im natürlichen
Umfeld lässt ausgerechnet diese Färbung das Tier beinahe
unsichtbar werden. In den unteren Bereichen von besonnten Gebüschen
oder im Gräsergewirr wird sie Eins mit den Farben und Strukturen
ihrer Umgebung. Dadurch kann sie sich z.B. vor Feinden, wie etwa
Vögeln, schützen.
Das
Paarungsverhalten der männlichen Tiere ist vorwiegend im April
und im Mai zu beobachten. Das Männchen läuft im Zickzack
umher, um sich nach kurzer Zeit auf die Hinterbeine zu stellen und
tänzelnderweise, kreisend um die eigene Achse, die Umgebung
abzutasten. Dieses Ritual wird wiederholt, bis es auf ein Weibchen
stößt. Augenblicklich beklopft das Männchen mit
den Vorderbeinen den Rücken des weiblichen Tieres. Lässt
es das Weibchen zu, beginnt nun die mehrere Stunden dauernde Paarung.
Nach einiger Zeit baut das Weibchen eine geräumige Eikammer
aus zusammengesponnenen Blättern, in die es ihre grünen
Eier legt. Die Eikammer wird bis zum Schlupf der Jungspinnen bewacht.
Auch in den ersten Jugendphasen begleitet das Muttertier noch ihre
Jungen.
Die
Grüne Huschspinne zählt zu den Riesenkrabbenspinnen (Familie
Sparassidae). Sie ist die einzige in Deutschland vorkommende freilebende
Art dieser vorwiegend in den Tropen und Subtropen verbreiteten Familie.
Eine Ausnahme ist die in Gewächshäusern auch in Deutschland
verbreitete Heteropoda venatoria, die zur selben Familie
gehört. Im Mittelmeerraum gibt es zwei weitere Micrommata-Arten,
die Ligurische Huschspinne M. ligurina und die Hübsche
Huschspinne M. formosa.
Die
Grüne Huschspinne kommt in Deutschland von der Nordseeküste
bis zum Alpenrand vor. Die zur Zeit bekannte Verbreitung deutet
auf einen Schwerpunkt in wärmeren Lagen der Mittelgebirge.
Fundmeldungen aus ganz Deutschland sind zur Vervollständigung
der Verbreitungskarten sehr willkommen.
Micrommata
virescens ist tagaktiv und besonders wärmeliebend. Anzutreffen
ist diese Art vorwiegend auf extensiv oder nicht bewirtschafteten
Feuchtwiesen, auf Lichtungen von Laubwäldern und an sonnigen
Waldrändern.
Wie bei vielen Tier- und Pflanzenarten in Deutschland geht ihre
Bedrohung von dem Verschwinden geeigneter Lebensräume aus.
Vor allem Brachen und Randstreifen sind wichtige Habitate, die von
der Grünen Huschspinne besiedelt werden."
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