| Natur
des Jahres
Seit Jahren werden in Deutschland jedes Jahr Tier- und Pflanzenarten
zu Vögeln, Insekten, Bäumen, Orchideen u.a. zu Arten des Jahres
erklärt. Ziel dieser Aktionen ist, die jeweilige Art und ihren Lebensraum
einem größeren Publikum vertraut zu machen und die Bevölkerung für
die Belange des Naturschutzes zu sensibilisieren.
Adressen und Links
der Initiatoren |
Vogel
des Jahres 2005 - der Uhu (Bubo bubo)
Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und der Landesbund für
Vogelschutz (LBV) in Bayern kürten die größte Eule
Europas zum Vogel 2005. Damit wurde ein Vogel ausgewählt, "der
wie kaum eine andere Art für einen der ganz großen Erfolge
in Sachen Arten- und Lebensraumschutz steht" (Zitat NABU-Vizepräsident
Helmut Opitz). Der Uhu war in Deutschland mit ca. 40 Paaren in den
60-er Jahren fast ausgerottet, kommt aufgrund von gezielten Artenschutzprogrammen
wieder bundesweit vor, jedoch sind die Bestände in vereinzelten
Regionen wieder rückläufig. Mit der Wahl soll die Aufmerksamkeit
auch auf die Schutzbedürftigkeit des Felsenlebensraumes und
seiner Bewohner gelenkt werden.
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Deutscher
und lateinischer Name des Uhus (Bubo bubo) entstanden aus
der Umsetzung seiner Balzrufe: Männchen,
Weibchen,
Warnruf,
Jungvogel.
Der
Uhu hat eine Flügelspannweite von ca. 175 cm, ist ca.
70 cm groß und wiegt etwa 3 kg. Er kann mehr als 60
Jahre alt werden. An seinen orangefarbenen Augen und den Federohren
kann man ihn gut erkennen. Sein Federkleid ist hell- und dunkelbraun
gemustert, wodurch er im Wald gut getarnt ist. Außerdem
werden alle Fluggeräusche durch die Schicht weicher Federn
geschluckt.
Der
imposante Vogel jagt u.a. Mäuse, Ratten, Feldhasen, Kaninchen,
Igel, Tauben, Wasservögel und Rehkitze. Seine Augen sind
zwar sehr lichtempfindlich, aber er kann keine Farben erkennen.
Seine Beute schlingt er sofort herunter, mitsamt Knochen,
Haare, Federn, Krallen. Das Unverdauliche würgt er später
als "Gewölle" in kleinen grauen Klumpen aus.
In
Europa lebt der Uhu in mehr oder weniger offene Landschaften
mit angrenzenden Steinbrüchen und Felsen, wo er brüten
kann. Etwa 850 Paare wurden in Deutschland gezählt, und
zwar in erster Linie im Mittelgebirge und in den Alpen, allerdings
auch in Teilen Schleswig-Holsteins, wo Baum- und Bodenbruten
vorkommen.
Ungesicherte
Hochspannungsleitungen, unruhige Brutplätze (Klettersport
!) und Verfüllung von Steinbrüchen sind die heutigen
Hauptgründe für die Dezimierung. In der Antike wurde
er als "Totenvogel" von den Menschen gejagt und
im Mittelalter an Scheunentore genagelt, um Blitzschlag und
Zauberei abzuwehren. |
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Eulen:
klug und weise? |
Die
alten Griechen hielten Eulen für klug und weise, sie
übertrugen die Schärfe ihres Sehvermögens und
Gehörs auf ihren Verstand. Dieser Glaube ist bis heute
überliefert: die Eule ist das Wappentier u.a. von Schulen,
Verlage, Buchhändler, Universitäten und Apotheken.
Lesen
Sie über alles, was es Interessantes über Eulen
gibt (einschließlich Redensarten wie "Eulen nach
Athen tragen"), auf der unten verlinkten Website von
Frau Dr. Kirk. |
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| Links
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Blume
des Jahres 2005 - Der Große Klappertopf
Rhinanthus serotinus (Schönh.) Oborny / Rhinanthus
angustifolius C.C.Gmel.
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Die
Stiftung
Naturschutz Hamburg und Stiftung zum Schutze gefährdeter
Pflanzen (Kurzbezeichnung Stiftung Natur und Pflanzen)
fördert bundesweit Naturschutzprojekte und hat am 14.10.2004
den Großen Klappertopf zur Blume des Jahres 2005 gewählt.
Die Stiftung konnte zum Schutze gefährdeter Pflanzen
in ganz Deutschland teilweise recht kleine Grundstücke
kaufen, die gefährdete oder seltene und typische Pflanzen
enthielten. Der Große Klappertopf wächst u.a. auf
einigen Grundstücken der Stiftung in Schleswig-Holstein,
in Niedersachsen und in Hamburg.
Das
schöne Foto links finden Sie auf der Website von Kristin
Vigander: www.kristvi.com/flora/index.html#S,
die Sie bei Interesse direkt wegen einer Nutzungsgenehmigung
kontaktieren können.
Der
Große Klappertopf gehört zur Familie der Braunwurzgewächse
(Scrophulariaceae) wie Königskerze, Löwenmäulchen
und Fingerhut.
Den
deutschen Namen erhielt er vom Klappern der dicken Samen im
Kelch. Der Name Rhinanthus wurde abgeleitet vom griechischen
rhinos (Nase) und anthos (Blume), da die
Blütenform einer Nase ähnelt.
Die
Pflanze wird bis zu 70 cm hoch, hat dunkelgrüne gezackte
Blätter und blüht von Mai bis August/September.
Er ist Halbschmarotzer, d.h. er braucht Wirtspflanzen, zumeist
Gräser, aus deren Wurzeln er Wasser und Nährstoffe
zapft und versorgt sich dennoch durch Fotosynthese seines
Blattgrüns selbst mit Sauerstoff und Zucker.
Während
der Große Klappertopf eher auf dem feuchten Grünland
und den Halbtrockenrasen und Dünen Norddeutschlands heimisch
ist, findet man den Zottigen Klappertopf eher in Süddeutschland.
Entwässerung
der Niedermoore, Düngung der Böden und häufiges
Mähen gefährden den Bestand.
Mit
der Wahl soll allgemein für den Erhalt von Wirtschaftsgrünland
und speziell für die nährstoffarmen Wiesenflächen
geworben werden.
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Links
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Nutztier
des Jahres 2005 - Das Bentheimer Landschaf
Die Gesellschaft
zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. (GEH)
kürte das Bentheimer Landschaf zur Gefährdeten Nutztierrasse
des Jahres 2005. Die Grafschaft
Bentheim liegt im Weser-Emsland direkt an der niederländischen
Grenze und bildet im nordwestlichen Teil eine Einbuchtung, die in
das Nachbarland hineinragt.
Bereits
1868 erwähnte man ein Schaf, das dem Nutztier des Jahres 2005
vom Erscheinungsbild her glich. Erstmalig verwendet wurde die Bezeichnung
"Bentheimer Landschaf" vermutlich 1918 (Herter und Wilsdorf).
Züchterisch wurde ein großes, anspruchsloses, leistungsstarkes,
langbeiniges Heideschaf erzeugt, das in Deutschland 1934 als eigenständige
Rasse anerkannt wurde. Es ist leistungsstark, weil es mehr Fleisch
liefert, fruchtbarer ist und sich gut zur Pflege der Heiden und
Moore Niedersachsens eignet.
Mit
ca. 15.000 Tieren erlebte es Ende der 40-er Jahre einen Höhepunkt.
Durch Wegfall bzw. Kultivierung seines Lebensraumes schrumpften
die Bestände des Bentheimer Landschafs um 1970 auf ca. 50 Herdbuchtiere
(Herdbuchtiere sind die im Zuchtbuch der Zuchtverbände aufgeführten
Zuchttiere mit Leistungs- und Abstammungsnachweis). Für die
Züchter bedeutete die geringe Zahl, dass frisches Blut zugeführt
werden mußte, um den ursprünglichen Typ ohne Inzucht
erhalten zu können.
Das
heutige Bentheimer Landschaf besteht aus neun Bocklinien, von denen
3 aus Deutschland stammen. Es wurde auf die Rote Liste der bedrohten
Nutztierrassen gesetzt: der Bestand wuchs mit dem Interesse an diesem
Landschaf. In einigen Bundesländern wird heute eine Erhaltungsprämie
gezahlt und seit 10 Jahren findet in der Grafschaft Bentheim eine
einmalige Absatzveranstaltung statt. Wer den Erhalt der Rasse unterstützen
will, kann eine spezielle Schafpatenschaft über
Land Unter e.V. übernehmen: www.bentheimer-landschaf.de.
Der Verein erteilte die Genehmigung zur Veröffentlichung der
nachstehenden Bilder.
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Quelle:
www.bentheimer-landschaf.de
"Rassebeschreibung:
Das Bentheimer Landschaf ist ein großrahmiges, hochbeiniges
Schaf mit schwarzen Zeichen um die Augen und an den Füßen.
Die großen Ohren haben meist dunkle Spitzen. Der schmale
Kopf ist länglich und ramsnasig. Die ursprünglichsten
Tiere dieser Rasse haben einen langen, bewollten, fast bis
zur Erde reichenden Schwanz. Die Wolle ist schlichtweiß
(D-DE, 37 bis 38 Mikron) und fällt bei Tieren des alten
Typs lang ab. Sie reicht fast bis zum Boden."
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"Zuchtziel:
Über das aktuelle Zuchtziel gibt es derzeit eine rege Diskussion
unter den Haltern des Bentheimer Landschafes. Einige favorisieren
den alten, ursprünglichen Typ, der ausgesprochen gut in
der Landschaftspflege einzusetzen ist. Andere Züchter,
die über bessere Futterflächen verfügen, setzen
auf große, schwere Tiere (Böcke mit zum Teil weit
über 100 kg) und damit eine verbesserte Fleischleistung.
Der Verein Land Unter e.V. bemüht sich, möglichst
den anspruchslosen alten Schaftyp zu erhalten."
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Aus: www.bentheimer-landschaf.de:
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Körpergewicht |
Vliesgewicht |
Ablammergebnis |
| Altböcke |
80
- 115 kg |
4
- 5 kg |
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| Jährlingsböcke |
70
- 90 kg |
4
- 5 kg |
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| Mutterschafe |
60
- 70 kg |
2,5
- 3,5 kg |
120
- 160 % |
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Biotop
der Jahre 2004/2005 - Die Viehweide
Am
10.11.2003 verkündete das Naturschutz-Zentrum
Hessen die Viehweide zum Biotop des Jahres. "Viehweiden
sind ein Zivilisationsprodukt, ein Lebensraum, der geprägt
wird von der Nutzung durch den Menschen und seine Haustiere. Viele
Entwicklungen haben dazu geführt, dass der naturschutzkonformen
Weidewirtschaft wieder mehr Augenmerk geschenkt werden sollte: Verbrachung
von Grünland auf der einen und Nutzungsintensivierung auf der
anderen Seite, "Höfe- und Bauernsterben" sowie mangelndes
Vertrauen der Verbraucher in die konventionelle Landwirtschaft.
Das Thema ist facettenreich, beinhaltet es doch sowohl ökologische
als auch sozio-ökonomische Aspekte." |
Baum
des Jahres 2005 - Die Gemeine Rosskastanie
(Aesculus hippocastanum L.)
Das
Kuratorium
Baum des Jahres ruft jedes Jahr eine Baumart zum Baum des Jahres
aus, um diese mit Hilfe der Medien in das öffentliche Interesse
zu rücken. Möglichst vielen Bürgern soll der Baum
näher gebracht werden, ein Problembewußtsein soll entstehen
und die Bereitschaft geweckt werden, aktiv zu Lösungen beizutragen.
Im November 2004 hat das Kuratorium die Rosskastanie gewählt:
"... eine der schönsten, bekanntesten und beliebtesten
Stadt- und Alleebaumarten ... : die Gemeine Rosskastanie, Aesculus
hippocastanum L. ...", die durch die Ausbreitung der Miniermotte
vor wenigen Jahren nun gefährdet ist.
Die
Gemeine Rosskastanie (Aesculus
hippocastanum L.) darf
nicht mit der Esskastanie (Castanea vescalsativa) verwechselt werden.
Der sommergrüne Baum kann ca. 20 - 30 m hoch und 100 - 300
Jahre alt werden. Wegen seiner großen Krone ist er ein beliebter
Schattenspender, der gerne in Alleen, Parks und Biergärten
gepflanzt wird. Die Blätter sind 5- bis 7-fach fingerförmig
gefiedert und sitzen an langen rinnigen Stielen. Im Mai trägt
die Rosskastanie bis zu 30 cm lange Scheinrispen mit über 100
Einzelblüten, die in der Mitte gelb und - wenn sie pollen-
und nektarleer sind - intensiv rot leuchten. Aus den Blüten
reifen im Herbst die gelbgrünen runden Früchte mit den
weichen Stacheln, die aufplatzen und die glänzenden braunen
Kastanien mit hellem Nabelfleck enthalten. Diese sind nicht für
den Verzehr geeignet. Ihre Extrakte werden sowie die Rinde und Blätter
des Baumes u.a. in der Medizin und Kosmetik genutzt. Im Herbst ist
die Rosskastanie gelb gefärbt. Früher hat man angeblich
Rösser mit Kastanien kuriert, daher kommt vermutlich der Name.
Seit
Mitte der 80-er Jahre ist die Gemeine Rosskastanie gefährdet:
Die Miniermotte (Cameraria ohridella) läßt die Blätter
oft schon im Juli braun werden. Sie ist ca. 5 mm lang und hat eine
metallisch-ockerne Grundfarbe und schwarz-weiße Querstreifen
auf ihren 3,5 mm langen Flügel. Der Falter legt bis zu 100
weißlich-transparente Eier pro Fiederblatt an der Oberfläche
ab. Die Larven bohren sich dann in das Blatt und fressen dort einen
Gang parallel zum Blattnerv. Von da aus treiben sie ihre Gänge
wie in einem Bergwerk oder in einer Mine seitlich vor. Die Blätter
verfärben sich frühzeitig braun, rollen sich ein und fallen
ab. Der geschwächte Baum ist nun für andere Krankheiten
anfällig. Die Mottenlarven verpuppen sich in der Mine in einem
Kokon. Pro Jahr können sich 3 Generationen Miniermotten bilden.
Die letzte überwintert im abgefallenen Laub auf dem Boden und
schlüpft in den frühen Morgenstunden. Am Stamm sammeln
sie sich, paaren sich und legen ihre Eier auf den Blättern
ab. Bei mehrjährigem Befall sind auch ältere Bäume
gefährdet.
Ein
wirkungsvolles Mittel gegen die Motte gibt es noch nicht. Falllaub
soll nicht im eigenen Garten kompostiert werden, da die Motte dort
überwintern kann. Wenn das Laub eingesammelt und entsorgt wird,
kann der Baum wenigstens von der ersten Generation verschont werden.
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Habitus
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Blüte |

Früchte |
Knospe |

Schadbild Miniermotte |
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Orchidee
des Jahres 2005 - Brandknabenkraut
(Orchis ustulata)
Die
AHO, Arbeitskreise
Heimische Orchideen in Deutschland, wählte für 2005
das Brandknabenkraut (Orchis ustulata) zur Orchidee des Jahres.
Der Name der Wiesenorchidee rührt vom "angebrannten",
rußgeschwärztem Aussehen vor der Blüte. Die eurosibirische
Orchidee findet man auf mageren Halbtrockenrasen, Berg- und Tal-Mähwiesen
sowie Streuwiesen. Hierzulande gibt zwei Varianten: eine Normalform
Orchis ustulata var. ustulata mit Blütezeit
Mai - Juni und eine Sommerform Orchis ustulata var.
aestivalis. Durch die Trockenheit der letzten Jahre, die Intensivierung
der Landwirtschaft und die ausbleibende Beweidung ist der Bestand
gefährdet. Die Roten Listen der Länder geben folgendes
an:
| Bayern,
NRW |
gefährdet |
| Baden-Württemberg,
Hessen, Saarland |
stark
gefährdet |
| Rheinland-Pfalz,
Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen |
vom
Aussterben bedroht |
| Brandenburg,
Niedersachsen |
ausgestorben
bzw. verschollen |
Größte
Restvorkommen: Alpen, Alpenvorland, Kaiserstuhl (Freiburg), Eifel,
Spessart (in der Rhön eher selten).
| Schöne
Fotos aus der Rhön finden Sie auf der
Website von Marco Klüber, u.a. diese Fotos: |
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Mythologie
/ Aberglauben:
Die
Gesamtheit der Orchideengewächse bezeichnet man mit "Orchideen"
(Orchidaceae). Zur Familie der Orchideen gehört die Gattung
Orchis.
Der griechische Philosoph und Naturforscher Theophrastos von
Eresos (Theophr. IX. 18.3.) nannte die Knabenkräuter,
deren beiden Wurzelknollen hodenförmig sind, ca. 300
Jahre vor Chr. "orchis" (griechisch für "Hoden").
In der griechischen Mythologie war Orchis der Sohn eines Satyrs
und einer Nymphe, der von Bacchanten getötet wurde. Durch
die Gebete seines Vaters wurde er in eine Pflanze verwandelt.
Daher stammt auch der Aberglaube, der in viele alte Schriften
übernommen wurde: dass Frauen, die die stärkere
und saftigere der beiden Knollen aßen, einen Knaben
gebären würden: "Knabenkraut".
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Landschaft
der Jahre 2005/2006 - Der Jura (Schweiz/Frankreich)
Quelle:
nfi-bulletin Nr. 22
/ September 2003:
"Nach
einer gemeinsamen Sitzung der NFI mit den Landesverbänden Frankreich
und Schweiz und den regionalen Naturfreundegruppen hat der Geschäftsführende
Vorstand festgelegt, dass die Landschaft des Jahres 2005/06 im Jura
stattfindet. ... Das Mittelgebirge des Jura erstreckt sich entlang
der französisch-schweizerischen Grenze – auf der Schweizer
Seite etwa zwischen Basel, Neuchâtel und Genf und auf der
französischen Seite von Basel westlich über Belfort, Besançon,
Champagnole und Saint-Claude. Mit seiner kontrastreichen Landschaft
aus weiten Plateaus, dichten Wäldern, malerischen Flussläufen
und tiefen Tälern bietet der Jura die besten Voraussetzungen
für einen sanften Naturtourismus. ...
Generelle Zielsetzung der Aktion “Landschaft des Jahres”
ist, die nachhaltige Entwicklung der jeweils gewählten Region
zu fördern und zu unterstützen. Die Naturfreunde wollen
dabei die aktive Auseinandersetzung mit der Region ermöglichen,
gemeinsam mit der Bevölkerung Zukunftsinitiativen für
eine Nachhaltige Entwicklung erarbeiten und Projekte initiieren,
die auch nach der “Landschaft des Jahres“ weiter wirken."
Quelle:
Zeitschrift
"Naturfreund":
Das
Projekt der Naturfreunde
Internationale rückt die Jura, Grenzregion in Frankreich und
Randregion der Schweiz als Landschaft des Jahres in den Vordergrund.
Es will u.a. Grenzen überschreiten, Möglichkeiten des
Austausches schaffen, Verständigung auf beiden Seiten fördern.
Der
Jura wird gepriesen als Region zum Skaten, Radeln, Klettern, Tauchen,
Wandern, Schlemmen, Kanu fahren, Muße haben, Höhlen erkunden,
Leben und Lieben, Grenzen überschreiten. Gefordert wird mehr
sanften Tourismus für den Jura. "Reiten, Wandern, Biken,
Fotografieren, Philosophieren: Sanfter Tourismus kann dem Jura wirtschaftlich
unter die Arme greifen. In Sachen sanfter Tourismus haben Naturfreunde
Erfahrung. Diese gilt es umzusetzen, im Weiterführen werden
Alternativen entstehen - und (Alternativ-)Energien freisetzen. ...
Das
Proklamationsfest vom 11./12. Juni 2005 bei Les Brennets/Villers
bildet den Auftakt zu den Anlässen rund um die Landschaft des
Jahres. Daten und Details zu den einzelnen Veranstaltungen finden
sich u.a. auch im Internet ... Spezielle Publikationen (Newsletter,
ECOurier usw.) werden im 2005/06 sowohl von den Naturfreunde Internationale
NFI wie von den NFS vorgelegt. In der Januar-Ausgabe 2005 lädt
der Naturfreund zudem zu einer 3-tägigen Neuenburger-Jura-Traversierung
auf Schneeschuhen ein."
Auf
der Seite zeigen Fotos von René Moor folgende Themen: 1)
Unterwegs am Montagne du Larmont (F), 2) Im Solothurner Jura mit
dem NF-Haus Passwang, 3) Am Col de la Givrine, Kanton Waadt.
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Wildtier
des Jahres 2005 - Der Braunbär
Ursus arctos
Zum
Wildtier des Jahres wurde der Braunbär von der Schutzgemeinschaft
Deutsches Wild, Organisation zur Erhaltung der freilebenden Tierwelt,
gekürt.
Schier
endlos sind die vielen Ausdrücke, Vergleiche und Redensarten,
die mit Bären in Verbindung gebracht werden, wie u.a. "bärenstark",
"Meister Petz", "Teddybär", "Gummibärchen",
"Pu, der Bär", "Bärenmarke", "Bärenhunger",
"Schlafen wie ein Bär", "einen Schlag wie ein
Bär", "den Fell des Bären verkaufen, bevor er
erlegt ist", "einen Bären aufbinden", "einen
Bärendienst erweisen", "da tanzt der Bär",
"da ist der Bär los", "gutmütig wie ein
Bär" etc. Der Bär schmückt auch Fahnen und Wappen
und ist als Polarstern zu sehen.
Vor
etwa 170 Jahren nun wurde der Bär hierzulande ausgerottet.
In Österreich und der Schweiz wurde er durch Auswilderungsprojekte
erfolgreich heimisch. In jüngster Vergangenheit hat er die
südlichen und östlichen Grenzen in den Alpen gelegentlich
überschritten und wurde u.a. in Bayern gesichtet. In der Hoffnung,
dass der Bär sich wieder im deutschen Alpenraum ansiedelt,
soll er in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gerückt und mit
Toleranz behandelt werden. Ca. 6.000 bis 10.000 Braunbäre soll
es noch in ganz Europa geben.
Braunbären
haben ein großes Revier. Sie sind Allesfresser, d.h. auf ihrem
Speiseplan stehen u.a. Fleisch, Fisch, Aas, Pflanzen, Wurzeln, Beeren
und Honig. Im Winter halten sie Ruhe, d.h. sie schlafen viel und
fressen nur zwischendurch. Im Mai/Juni/Juli paaren sich die Einzelgänger
und zwei bis drei Junge kommen um den Februar mit 300 - 400 g auf
die Welt. Im Sommer und Herbst kann ihr Gewicht auf 60 - 70 kg steigen.
Bei bestimmten Bären-Unterarten (z.B. Kodiakbären in Alaska)
kann das Männchen zwei bis drei m groß (in Europa eher
1,70 m bis 2,20 m) und 150 - 800 kg schwer werden. Bären können
60 km/h laufen und ihr Geruchssinn ist sehr ausgeprägt.
Bären
sind hauptsächlich in bewaldeten Bergregionen heimisch. Die
Jagd dezimierte sie und ihre Lebensräume wurden durch Zersiedelung
von Landschaften, Straßenbau, Errichtung touristischer Zentren
zerstört. Notleidende Bären (aus Zwinger und Zirkussen,
ehemalige Tanzbären, Bärenkämpfer) finden im Alternativen
Bärenpark Worbis in Thüringen eine neue Heimat.
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Fisch
des Jahres 2005 - Die Bachforelle
(Salmo trutta f. fario L.)
Der
Dachverband der Angler VDSF, Verband
Deutscher Sportfischer (ca. 700.000 Mitglieder) hat für
das Jahr 2005 die Bachforelle gewählt. Der Fisch soll trotz
seiner Bekanntheit der Öffentlichkeit vorgestellt werden, da
sein Lebensraum gefährdet ist.
Zitat aus: www.vdsf.de/fishoftheyear/2005.html
Verband Deutscher Sportfischer e.V., Wolfgang Düver, Referent
für Öffentlichkeitsarbeit, 29. Oktober 2004:
"Bachforellen
kommen in klaren, kalten, sauerstoffreichen Fließgewässern
vor, aber auch in Seen bis zu einer Seehöhe von rund 1.500
Metern, wenn sie einen Zufluß mit Laichmöglichkeiten
besitzen. Die Bachforelle sucht zur Laichzeit (Spätherbst und
Winter) kleinere und kleinste Nebenbäche auf, um hier auf sandig-kiesigen,
schnell durchströmten Flachwasserbereichen abzulaichen.
Deshalb müssen die Bachsysteme durchgängig sein. Die Bachforelle
liebt Verstecke und tiefe Stellen. Unterspülte Wurzeln, überhängende
Büsche, große Steine im Wasser sind Anziehungspunkte.
Aus begradigten Bächen verschwindet sie schnell. Auch gegen
Verschmutzungen ist die Bachforelle empfindlich. Nur sehr selten
taucht sie auch in großen Flüssen auf.
Die
Verbreitung der Bachforelle erstreckt sich über ganz Mitteleuropa
von Spanien bis Skandinavien. Außerdem kommt sie in Island,
Nordafrika und im Kaukasus vor.
Ihre Nahrung besteht vorwiegend aus Krebsen, Würmern, Schnecken,
Insekten und gelegentlich aus kleineren Fischen. Bachforellen erreichen
meist eine Größe von 30 bis 60 cm und wiegen durchschnittlich
0,5 bis 2 kg. Bei entsprechendem Nahrungsangebot und größeren
Wassertiefen können Bachforellen aber auch über 1 Meter
lang werden und ein Gewicht von bis zu 9 kg erreichen. Die typischen
Färbungsmerkmale sind ein dunkel-olivgrüner Rücken
mit schwarzen Flecken und die roten Punkte auf den goldgelben Flanken.
Zeichnung und Farbe können sich dem Hintergrund anpassen, so
dass sie als Tarnung fast perfekt sind.
Bis in die 1950-er Jahre war die Bachforelle noch überall häufig
anzutreffen.
Gefährdungsursachen:
Durch die Regulierung und Verbauung unserer Flüsse und Bäche
sind ihre natürlichen Lebensräume selten geworden. Viele
Barrieren in Form von Staustufen und Wehren behindern die Bachforelle
auf ihren Wanderungen und schneiden sie von ihren Laichrevieren
ab. Außerdem finden viele von ihnen in den Turbinen von Wasserkraftwerken
den Tod.
Die Gewässerverschmutzung und der saure Regen haben ihrerseits
dazu beigetragen, dass der Bachforelle heute höchstens noch
10 Prozent ihres ursprünglichen Lebensraumes bleiben. Seit
Ende der neunziger Jahre werden zudem von Anglern aus Südbayern
im Sommer und Herbst massive Bachforellensterben gemeldet. Mit einem
groß angelegten Untersuchungsprogramm versuchen derzeit der
Landesfischereiverband Bayern (LFV) und das Bayerische Landesamt
für Wasserwirtschaft (LfW) den Ursachen auf die Spur zu kommen.
Vieles deutet darauf hin das weder Giftstoffe, noch eine Fischkrankheit
im klassischen Sinn in Frage kommen.
Dass
die Bachforelle dennoch weit verbreitet ist, ist vor allen Dingen
den Besatzmaßnahmen der Angler zu verdanken. Langfristig können
solche Bemühungen aber nur zum Erfolg führen, wenn sie
von grundlegenden Verbesserungen begleitet werden. Das bedeutet,
wir brauchen naturnahe, durchgängige und strukturreiche Fließgewässer
sowie eine hohe Wasserqualität. Nur dann hat die Bachforelle
eine Chance wieder zum normalen Inventar unserer heimischen Naturlandschaft
zu werden."
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Fotovermerk:
Die Bachforelle in ihrem Lebensraum, auf kiesigem Untergrund.
Durch Verbauung und Regulierung unserer Flüsse und Bäche
ist sie zunehmend gefährdet.
Foto: Wolfgang Hauer
Quelle: www.vdsf.de |
Und
hier die Bachforelle musikalisch:
Die
Forelle
von:
Christian Friedrich Daniel Schubart (1739-1791)
|
In
einem Bächlein helle,
Da schoß in froher Eil
Die launische Forelle
Vorüber wie ein Pfeil.
Ich stand an dem Gestade
Und sah in süßer Ruh
Des muntern Fischleins Bade
Im klaren Bächlein zu.
Ein Fischer mit der Rute
Wohl an dem Ufer stand,
Und sah's mit kaltem Blute,
Wie sich das Fischlein wand.
So lang dem Wasser Helle,
So dacht ich, nicht gebricht,
So fängt er die Forelle
Mit seiner Angel nicht. |
Doch
endlich ward dem Diebe
Die Zeit zu lang. Er macht
Das Bächlein tückisch trübe,
Und eh ich es gedacht,
So zuckte seine Rute,
Das Fischlein zappelt dran,
Und ich mit regem Blute
Sah die Betrogene an.
Die ihr am goldenen Quelle
Der sicheren Jugend weilt,
Denkt doch an die Forelle,
Seht ihr Gefahr, so eilt!
Meist fehlt ihr nur aus Mangel
der Klugheit, Mädchen, seht
Verführer mit der Angel!
Sonst blutet ihr zu spät! |
Links
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Pilz
des Jahres 2005 - Der Wetterstern
Astraeus hygrometricus (Pers.) Morgan
Die
Deutsche Gesellschaft für Mykologie DGfM
hat den weltweit verbreiteten Wetterstern zum Pilz des Jahres 2005
gewählt, um "auf einige der bizarrsten
Gestalten im Pilzreich hinzuweisen, die im Laufe der Evolution sowohl
in der Verwandtschaft der Korallenpilze als auch in jener der Steinpilze
entstanden sind. Seine frühere Bedeutung als „Wetterprophet“
hat Astraeus freilich längst verloren.
Im Zeitalter der Satellitenprognosen erinnert daran nur noch der
deutsche Name Wetterstern." Grundsätzlich
will der Verein mit der Wahl der Organismen des Jahres "zeigen,
wie wichtig gerade die Pilze im Ökosystem sind und welche grundlegende
Bedeutung der Erforschung der Pilze, der Mykologie (www.botanik.biologie.uni-muenchen.de,
für den Menschen zukommt. Eine Art steht stellvertretend für
hunderttausende von Arten, die oft weniger ins Auge fallen als gerade
der erwählte Pilz, aber vielleicht einmal entscheidend für
unsere Zukunft sein werden." (Quelle: www.dgfm-ev.de)
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Zitat
(Quelle:
www.dgfm-ev.de) :
"Eine
zuverlässige Wettervorhersage ist ein alter Menschheitstraum.
Jahrhunderte lang vertraute man auf den bekannten „Wetterfrosch“
im Glas, auf Fichtenzapfen, die ihre Schuppen spreizen, auf hoch
oder tief fliegende Schwalben – und auf einen sternförmigen
Pilz, dem man den ehrenvollen Namen Wetterstern
verlieh.
Der
Wetterstern wächst zunächst als unterirdische
Kugel mit einer zweischichtigen Hülle heran, die sich - kaum
aus dem Boden lugend - in eine äußere und eine innere
Schicht aufspaltet. Das sternförmige Aufreißen reifer
Fruchtkörper wird von der Luftfeuchtigkeit gesteuert: Bei feuchter
Witterung löst sich die äußere Schicht von der inneren,
reißt sternförmig auf und hebt den eigentlichen Sporenbehälter,
eine dünnhäutige Kugel mit kleiner, zentraler Öffnung,
empor. Trockene Luft kehrt den Vorgang um: Die „Arme“
des Wettersterns schließen sich wieder um den Sporenbehälter.
Trifft bei feuchtem Wetter ein großer Regentropfen oder ein
herabfallender Zweig auf den freigelegten Sporenbehälter, werden
die Sporen, ähnlich wie bei den Bovisten und Stäublingen,
wie mit einem Blasebalg durch die kleine, runde Öffnung gepustet.
An getrockneten und wieder angefeuchteten Fruchtkörpern lässt
sich diese „hygroskopische“ Bewegung über viele
Jahre hinweg nachvollziehen.
Es
fällt nicht immer leicht, einen gespreizten Wetterstern
von seinen Doppelgängern aus der artenreichen Gattung der Erdsterne
(Geastrum) zu unterscheiden. Neben der einzigartigen „wetterfühligen“
Reaktion ist vor allem das leopardenfellartige Muster der Sternzacken
charakteristisch. Dabei sind die Erdsterne trotz ihrer Ähnlichkeit
nur entfernt mit dem Wetterstern verwandt, gehören
sie doch in die genetische Verwandtschaft der Echten Korallen, während
Astraeus hygrometricus es eher mit dem
Steinpilz hält: Dieser und fast alle anderen Röhrlinge
gehören zur gleichen Großfamilie. Untersuchungen der
Pilzfarbstoffe, Besonderheiten des Pilzmyzels im Boden und jüngst
auch genetische Forschungen trugen zu dieser auch für viele
Fachleute überraschenden Erkenntnis bei.
Als
Mykorrhizapilz lebt der eigentümliche Pilz in Symbiose mit
den Wurzeln von Waldbäumen – besonders diverser Kiefernarten
– und ist dem entsprechend ein wertvoller Bestandteil des
Ökosystems Wald auf trockeneren, meist sandigen oder aus Granitgrus
aufgebauten, bodensauren Standorten.
Der
Wetterstern ist weltweit verbreitet, kommt in Südeuropa
vielerorts massenhaft vor, nimmt aber nach Norden zu ab. In der
Südhälfte Deutschlands scheint er auf kalkarmen Böden
nicht selten zu sein. Auch in Norddeutschland kommt er noch an vielen
Orten vor. Allgemein ließ sich in den letzten 25 Jahren allerdings
ein Rückgang der Bestände feststellen. In sauren Kiefernbeständen
und an Sonderstandorten wie wieder aufgeforsteten Abraumhalden und
Weinbergen, ja sogar an Bahndämmen sind mitunter zeitlich begrenzte
Massenvorkommen zu beobachten."
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Insekt
des Jahres 2005 - Die Steinhummel
Bombus lapidarius
Auf
der Pressekonferenz der Bundesregierung vom 24.02.2005 gab die Biologische
Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft die Wahl des
Kuratoriums, dem namhafte Insektenkundler und Vertreter wissenschaftlicher
Gesellschaften und Einrichtungen angehören, bekannt. Die Wahl
fand zum erstenmal gemeinsam mit der Österreichischen Entomologischen
Gesellschaft statt. Schirmherr ist der Bayerische Staatsminister
für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz.
Mit
der Wahl soll auf eine artenreiche Insektengruppe aufmerksam gemacht
und Vorurteile abgebaut werden. Die Steinhummel ist "ein friedfertiges
Tier und für den Menschen in vielen Bereichen sehr nützlich."
Obwohl Hummelköniginnen und Arbeiterinnen einen Stachel haben,
sind sie "extrem stechfaul". Sollten sie tatsächlich
einmal stechen, "ist ihr Stich nicht gefährlicher als
der einer Biene."
Quelle:
www.vistaverde.de :
"Die
Steinhummel gehört zur Insektenordnung der Hautflügler,
die immer zwei Paar häutige Flügel besitzen. Mehr als
100.000 verschiedene Arten von Hautflügler sind bekannt; auch
alle Ameisen, Bienen und Wespen gehören dazu. Hummeln gibt
es in fast allen Klimaregionen; selbst am Polarkreis leben spezialisierte
Arten. Honig produzieren sie zwar nur für ihren eigenen Bedarf;
ihr Nutzen als Bestäuber von Wild- und Nutzpflanzen ist jedoch
von unschätzbarem Wert. Daher sind alle Hummelarten in Deutschland
geschützt.
Hummelköniginnen
werden im Herbst begattet. Sie überwintern allein unter der
Erde oder anderen geschützten Stellen. Gegen Ende April verlassen
sie ihr Winterquartier. Jetzt beginnt die Arbeit, die sie ganz alleine
bewältigen müssen: die Suche nach einem geeigneten Nest,
der Bau eines Wachstöpfchens, das mit Nektar gefüllt wird
und danach die Ablage der ersten befruchteten Eier, die mit Wachs
überdeckt und wie bei Hennen von der Königin „bebrütet“
(gewärmt) werden.
Die
ersten Larven muss eine Königin noch selber großziehen.
Erst circa drei Wochen nach der Nestgründung schlüpfen
die ersten Arbeiterinnen. Jetzt kann sich die Königin zurückziehen
und sich ganz darauf konzentrieren Eier abzulegen. Sie wird ihr
Nest für den Rest ihres Lebens nicht mehr verlassen. Ein Hummelvolk
hat bis zu 600 Bewohner. Ist ein Volk gut entwickelt, werden aus
unbefruchteten Eiern Männchen und aus den befruchteten Eiern
„Prinzessinnen“ (Jungköniginnen). Das alte Volk
stirbt und nur die Jungköniginnen überwintern. Ein neuer
Zyklus beginnt."
Schöne
Amateur-Naturfotos
finden Sie auf der Website von Jürgen
Peters |
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Steinhummeln ernähren sich von Nektar und Pollen. Sie
sind eindeutig gezeichnet: schwarz mit rotbraunem Körperende.
Die Hummelkönigin ist 22 - 26 mm lang und nistet gern
unter Steinhaufen. Befruchtete Jungköniginnen überwintern
in Bodenlöchern, übernehmen den Bau der Brutzellen,
legen ca. 300 Eier und füttern anfangs die Larven.
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Später
übernehmen die Arbeiterinnen (Größe ca. 12
- 16 mm) Nestbau und Brutpflege. |
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| Die
Männchen sind 14 - 18 mm lang und haben am Kopf und Vorderrand
der Brust einen orange-gelben behaarten Streifen. |
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Gemüse
des Jahres 2005 - Die Zichorie
Cichorium intybus L. /
Cichorium endivia L.
Der
Verein
zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt VEN hat sich für
die Zichorie entschieden. Es gibt zwei Arten kultivierter Zichorien:
Cichorium intybus L. und Cichorium endivia L. Sie sind eng miteinander
verwandt: sie stammen aus derselben Gattung.
Das
Korbblütengewächs wird volkstümlich auch Sonnenwendel,
Sonnenbraut, Hansl am Weg, Wegleuchte, Armesünderblume, Verwünschte
Jungfer, Blaue Distel oder Kaffeekraut genannt bzw. Chicorée,
Salatzichorie, Bleichzichorie, Treibzichorie, Brüssler Endivie,
Brüssler Salat, Chicon, engl.: Brussels chicory, French endive,
franz.: chicorée de Bruxelles, flämisch: witloof.
Die
Cichorium intybus stammen von der wilden
Wegwarte Cichorium intybus var. sylvestre
Vis ab, die weltweit in gemäßigten Zonen
vorkommt. Die drei Unterarten der Wegwarte sind: die gewöhnliche
Wegwarte Cichorium
intybus var. intybus, die
Wurzel- oder Kaffeezichorie Cichorium
intybus var. sativum und
den Chicoree Cichorium
intybus var. foliosum Hegi.
Die Wegwarte wird bis zu 2 m hoch und wächst bevorzugt an Wegrändern.
Ihre Blüten sind nur während hellem Sonnenschein geöffnet
und folgen dem Lauf der Sonne (daher: "Sonnenwendel"),
sie sind meistens hellblau, seltener weiß oder rosarot.
Durch Züchtung entstanden die dicken Wurzeln der Kaffeezichorie
(bis zu 500 g schwer), aus denen man früher (ab 17. Jh.) Kaffeeersatz
herstellte, als Bohnenkaffee teuer oder gar nicht erhältlich
war. Dazu wird die Wurzel zerkleinert, gegart und geröstet.
Zichorienkaffee hat eine karamell-braune Farbe und ist koffeinfrei.
Obwohl der "Muckefuck" unangenehm an Kriegszeiten erinnert,
ist er eine gesunde und köstliche Alternative zu Bohnenkaffee.
Aus
dieser Wurzelzichorie entstand im 19. Jh. die Sorte "witloof",
d.h. die aus den Rüben im Winter ausgetriebenen Knospen: der
als Gemüse bekannte Chicorée. Um 1845
entdeckte der Chefgärtner Brézier des Brüsseler
Botanischen Gartens in einem dunklen Hauskeller zufällig Zichorienwurzeln,
die im Dunkeln nochmals zu treiben begonnen hatten. Diese Triebe
erwiesen sich als außerordentlich schmackhaft. Dieses "Brüsseler
witloof" wurde 1873 zum
ersten Mal auf einer Messe vorgestellt und
stieß bei den Besuchern aus Frankreich, Belgien und den Niederlanden
sofort auf großes Interesse.
Jährlich werden in Belgien durchschnittlich ca. 8,6 kg, in
Frankreich ca. 3,7 kg und in den Niederlanden ca. 3,2 kg Chicorée
pro Kopf verbraucht. Frankreich ist der größte Produzent,
Belgien hat den höchsten Verbrauch, die Niederlanden sind der
größte Exporteur. Der Verbrauch in Deutschland beträgt
nur ca. 200 - 400 g pro Kopf.
Dank moderner Kulturverfahren wird der Chicorée vom Winter
bis zum Frühsommer angeboten. Nach der Ernte werden die Chicorée-Wurzeln
mehrere Wochen lang aufrecht stehend in dunklen Reifekammern eingelagert.
Manche Sorten werden mit Erde abgedeckt, andere stehen in nährstoffhaltigem
Wasser. Durch die Dunkelheit bilden die Blätter kein Chlorophyll
und somit fast kein Intybin. Licht würde die Blätter grün
färben und das Gemüse würde unangenehm bitter schmecken.
Die blassgelben Sprossen sind sehr gesund, sie enthalten u.a. die
Vitamine A, B und C sowie Kalium, Phosphor, Calcium und Magnesium.
Zahlreiche Sorten, auch rotblättrige, entstanden am Mittelmeer,
zu denen auch der Radicchio gehört. Die Radicchio-Salatköpfe
haben weinrote Blätter und dicke weiße Rippen. Sie werden
als Rohkostsalat gegessen und zur Dekoration von Speisen verwendet.
Die
Cichorium endivia wurden hierzulande
zuerst in den Klostergärten mit zwei verschiedenen Blattformen
gezüchtet: breitblättrig (Eskariol) und krausblättrig
(Endivien). Sie blühen ebenfalls mit blauen Korbblütchen.
Die Blätter enthalten reichlich Vitamine. Der bittere Geschmack
kommt vom Intybin; dieser Bitterstoff regt den Speichelfluss an,
fördert die Verdauung und soll galle- bzw. harntreibend sein.
Ein
Flyer über die Zichorie ist ab Ende Januar 2005 über den
VEN
Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt e.V. erhältlich.
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Spinne
des Jahres 2005 -
Die Zebraspringspinne
Salticus scenicus (Clerck 1757)
Die
Arachnologische Gesellschaft e.V. (AraGes)
und die Belgische Arachnologische Vereniging (ARABEL)
haben am 07. Januar 2005 in Berlin erstmalig gemeinsam die Spinne
des Jahres proklamiert. Mit dieser internationalen Aktion soll grenzüberschreitend
die Spinnenart "stellvertretend für
die über 1300 zentraleuropäischen Spinnenarten ... in
der breiten Öffentlichkeit bekannter und beliebter"
gemacht werden.
Die
kleine, interessante Spinne wird wegen ihrer Körpergröße
von 4 - 7 mm oft nicht wahrgenommen. Sie hat am Hinterleib drei
breite Querstreifen ("Zebra...") und fängt ihre Beute
(u.a. Fliegen, Käfer, Stechmücken) nicht im Netz, sondern
im Sprung ("...spring..."). Die Zebraspringspinne kommt
überall in Siedlungsgebieten vor und hält sich gerne an
sonnigen, windstillen Plätzen auf. Aktuelle Verbreitungskarte:
siehe www.arages.de.
Sie
bewegt sich schleichend oder hüpfend fort und trotz ihrer kurzen
Beine kann sie bis zur 20-fachen Körperlänge weit springen.
Sie schleicht sich an glatten Oberflächen an ihre Beute heran,
befestigt zunächst einen Sicherungsfaden und springt dann das
Opfer, das um ein Vielfaches größer sein kann, exakt
an. Sollte der Sprung daneben gehen, stürzt die Spinne wegen
des Sicherungsfadens nicht ab.
Die
kleine Spinne hat enorm große, scheinwerferartige Frontaugen,
mit denen sie dreidimensional und farbig sieht, und auf dem Vorderleib
sechs weitere Augen in drei Querreihen. Dadurch kann sie in alle
Richtungen, auch nach hinten, sehen. Im Nahbereich sieht sie besser
als ein Mensch und verfolgt bewegliche Objekte, ohne den Kopf zu
drehen. Sie verläßt sich voll auf ihre Augen, während
andere Spinnen mehr tasten und auf Erschütterungen reagieren.
Die
Zebraspringspinne zieht sich bei kühlem Wetter und zur Eiablage
in ein Gespinst in Ritzen und Fugen zurück. Häufig ist
sie bereits an den ersten warmen Frühlingstagen an Hauswänden
zu sehen. Für Menschen ist sie völlig ungefährlich;
Spinnen tragen zum biologischen Gleichgewicht bei.
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