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Natur in Wedau: Kleintiere und Libellen

- Eichhörnchen - Igel - Libelle - Frosch -

Eichhörnchen

Das fuchsrot oder schwarzbraun gefärbte Eichhörnchen (Sciurus Vulgaris) trägt im Winter "Hörnchen" (Büschel) an den Ohren. Zweimal jährlich wechselt es das Fell. Sein buschiger Schwanz ist fast so lang wie sein Körper, seine Hinterbeine sind länger und kräftiger als seine Vorderbeine. Mit den starken Krallen an den Fingern kann es gut klettern und bewegt sich oft senkrecht am Baum nach unten. Mit dem Schwanz als Steuergerät und durch die Flughaut hinter dem Ellenbogen kann es ca. 4 - 5 m weit springen.
Eichhörnchen bauen und benutzen viele Nester
gleichzeitig: "Kobel" aus Moos, Federn und Wolle. Ihre Nahrung besteht aus Samen, Nüssen, Tannenzapfen, Kastanien, Knospen, Rinden und Eier, im Herbst vergraben sie Vorräte an vielen Stellen, finden diese jedoch oft nicht wieder.
Eichhörnchen werden kurz vor oder nach Sonnenaufgang sehr aktiv, vor allem am frühen Morgen und am späten Nachmittag. Gegen Winter werden sie langsamer und verlassen in der kalten Jahreszeit nur noch mittags ihren Kobel. Sie putzen und lecken sich oft, da sie häufig von Ungeziefer geplagt werden.

Igel

Igel, 03.08.2003 um 08:09 Uhr
Foto vom 03.08.2003 um 08:09 Uhr

Igel gehören erdgeschichtlich zu den ältesten noch existierenden Säugetierformen. In Westeuropa kommt hauptsächlich der Braunbrust- oder Westigel (Erinaceus europeaus Linné 1758) vor. In Deutschland ist er durch das Bundesnaturschutz-Gesetz ganzjährig geschützt. In einigen europäischen Ländern steht der Igel bereits auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten. Nistgelegenheiten in Hecken und Gebüsch sind für sie ebenso wichtig, wie ein reichhaltiges Nahrungsangebot.
Igel sind Einzelgänger, aber verteidigen ihren Aktionsraum nicht gegen Artgenossen. Sie werden bis zu 7 Jahre alt, haben jedoch in der Regel eine Lebenserwartung von 2 - 4 Jahren. 500 000 Igel werden jährlich in Deutschland überfahren.

Ein erwachsener Igel hat 6000 - 8000 Stacheln, ist 24 - 28 cm lang und wiegt zwischen 800 - 1500 Gramm. Bei Gefahr rollt er sich ein und richtet seine Stacheln auf, er faucht, pufft oder tuckert.
Igel sind dämmerungs- und nachtaktive insektenfressende Winterschläfer. Sie können sehr gut riechen und hören, aber sehen schlecht. Ihre Hauptnahrung sind Ohrwürmer, Laufkäfer, Regenwürmer, Schnecken, Tausendfüssler, Spinnen und sonstige Insekten. Sie fressen weder Obst noch Gemüse.
Einmal jährlich (Juli - September) bekommen Igel 4 - 7 Junge. In den nahrungsarmen Monaten halten sie einen Winterschlaf und zehren vom Fettpolster aus Sommer und Herbst. Sie verlieren dann 20 - 40% ihres Körpergewichts.
 

Libelle


Foto vom 14.09.2001 um 11:07 Uhr

Libellen (Odonata) gab es bereits vor über 300 Millionen Jahren , also über 170 Millionen Jahre früher als die ersten Dinosaurier; sie hatten eine Flügelspannweite von über 70 cm. Alle Libellen und ihre Larven stehen unter Naturschutz. Auch im Gartenteich ist es verboten, sie zu fangen um sie zu beobachten oder zu bestimmen. Heute gibt es in Deutschland nur noch ca. 70 verschiedene Arten, von denen 60% auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten stehen. Mit einer Spannweite von max. 10 cm bis max. 19 cm sind es immer noch die größten Insekten auf der Erde.

Es gibt hierzulande zwei Unterordnungen der Libelle: Kleinlibellen (Zygoptera) und Großlibellen (Anisoptera).
Die Kleinlibellen sind nur bis 4 cm lang, der Augenabstand ist breit, Vorder- und Hinterflügel sind fast gleich, in Ruhestellung legen sie ihre Flügelpaare über dem Körper zusammen.
Großlibellen werden bis zu 8 cm lang, die Augen stehen eng zusammen, die Hinter- sind größer als die Vorderflügel. In Ruhestellung werden die Flügel vom Körper abgespreizt, d.h. ausgebreitet.

Kopf: Die großen Komplex- oder Facettenaugen bestehen bei manchen Arten aus bis zu 28 000 sechseckigen Einzelaugen (Ommatidien) mit einem Durchmesser von ca. 0,04 mm. Zusätzlich haben Libellen drei kleine Punktaugen (Ocellen), die im Dreieck angeordnet in der Nähe der kleinen Fühler auf der Stirm sitzen. Wegen ihrer großen Augen kommen Libellen manchen Menschen bedrohlich vor. Sie sind zwar Räuber, jedoch für den Menschen völlig harmlos, sie können weder stechen noch beissen. Durch diese Augen können sie die schnellen Bewegungen der Beutetiere (überwiegend fliegende Insekten) ebenso wie ihre Freßfeinde (Vögel und Frösche) besonders gut erkennen.
Brust: Am Thorax sitzen drei Beinpaare und zwei paar Flügel. Die Beine mit den kräftigen Borsten dienen - zu einem Korb geformt - hauptsächlich zum Fang von Beuteinsekten. Die Vorder- und Hinterflügel können unabhängig voneinander durch kräftige Muskelstränge bewegt werden, dadurch können Libellen im Flug sehr gut manövrieren. Sie können sowohl in der Luft stehen als auch rückwärts fliegen und erreichen eine Geschwindigkeit von bis zu 50 km/h.
Hinterleib: Der Abdomen ist in 10 Segmente unterteilt und enthält das schlauchförmige Herz, die Verdauungs- und inneren Geschlechtsorgane. Das Weibchen hat zwischen dem 8. und 9. Segment eine Legeröhre, das Männchen zwischen dem 2. und 3. Segment sein Begattungsorgan und am Ende des Hinterleibs eine Genitalöffnung, aus der es vor der Paarung die Sperma entnimmt.

Fotos vom 30.08.2003, 11:02 Uhr
- Im Teich: Libellenlarven (ca. 8 mm lang) auf einem Hainbuchblatt bzw. im Wasser -

Libellenlarve aus dem Teich
Libellenlarve
Libellenlarve in Tonschale

Die Libelle legt ihre Eier im oder am Wasser ab, daraus schlüpfen nach einigen Wochen die wurm-ähnlichen Prolarven, kurz danach häuten sich diese zu richtigen Larven. Bis zur fertigen Libelle dauert es ca. 11 Häutungen in einem Zeitraum von 3 Monaten bis 5 Jahren. Im Gegensatz zu vielen Insekten verpuppt sich die Libelle am Ende des Entwicklungsstadiums nicht, die Larve entspricht in etwa dem fertigen Insekt mit mehr oder weniger gut ausgebildeten Flügeln. Das Schlüpfen kann bei einer Großlibelle einige Stunden dauern. Die fertige Libelle lebt nur max. 10 - 12 Wochen. Sie ernährt sich als Larve von Regenwürmern, Molchen, Kaulquappen, Insekten und später von Fliegen, Blattläusen, Käferlarven und anderen Insekten.

Hier die Bilder einer Exuvie aus August 2003:

Alle Libellenarten stehen unter Naturschutz. Ihre Lebensräume, klare Bäche, Quellhänge, Wiesengräben, Tümpel, Kiesgruben und Moorgewässer müssen erhalten und geschützt werden, denn ohne Gewässer gibt es keine Libellen! Jeder Gartenbesitzer kann durch Anlage von naturnahen Gartenteichen ohne Fischbestand und Naturschutztümpeln den Libellen eine Lebensgrundlage bieten. Zumindest den Arten, die sich auch in ganz gewöhnlichen Kleingewässern vermehren können.

Frosch


Foto vom 21.08.2003 um 16:45 Uhr

Redensarten:
"einen Frosch im Hals haben" (nicht reden können; heiser sein; sich räuspern müssen), "Sei kein Frosch!" (Zier dich nicht so! Sei kein Spielverderber / Angsthase! Ausruf, wenn man jemandem zu etwas überreden will; Ausruf, wenn man will, dass jemand etwas tut, was man sich wünscht
), "sich wie ein Frosch aufblasen" (sehr eitel sein, eingebildet sein), "aus der Froschperspektive" (von unten) - Diese Redensarten zeigen es: der Frosch ist hier nicht unbedingt positiv behaftet.

Quak! Sind Frösche gern gesehene Teich-Gäste?
Das Bundesnaturschutzgesetz BNatSchG schützt auch Frösche: Wenn sie quaken wollen, dürfen sie das gesetzlich auch. Aber: Es gibt sogar eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs z.B. über quakende Frösche, deren Konzert mit 64 dB(A) den Richtwert von 35 dB(A) übersteigt.

Auch Frösche in einem künstlich angelegten Gartenteich sind nach § 20 Abs. 1 Nr. 1 Anlage 1 BArtSchVO geschützt. Dies gilt auch für solche, die dort ausgesetzt worden sind. Zivilgerichte müssen bei Lärmbelästigung des Nachbars prüfen, ob eine Ausnahmegenehmigung nach BNatSchG in Betracht kommt. Bei einem abschlägigen Bescheid ist keine Abwehr gegen den Lärm möglich.

Wir betrachten Frösche im Garten als erfolgreichen Umgang mit der Natur. Bei den beiden Fröschen, die sich in unserem Gartenteich niedergelassen haben, könnte es sich um Grasfrösche handeln. Zu diesem Rana temporaria fanden wir folgende Informationen:

Der Grasfrosch gehört zur Familie der Echten Frösche (Ranidae) und lebt u.a. in Nord- und Mitteleuropa in Moorgebieten, Sümpfen und am Rand von Laubwäldern in der Nähe von Wasser. Er wird ca. 10 cm lang und pflanzt sich im Frühjahr in Bächen und Tümpeln fort. Das zumeist größere Weibchen legt bis zu 2000 Eier ab, aus denen Kaulquappen schlüpfen und bis zur Umwandlung in Frösche im Wasser leben. Als Frosch verbringt er die meiste Zeit an Land.
Meistens ist er bräunlich bis leicht gelblich gefärbt und trägt dunkelbraune bis schwarze Flecken auf dem Körper. Die Unterseite der Weibchen ist meist unifarben weiß-gelblich. Die kräftigen Hinterbeine ermöglichen Sprünge bis zu einem Meter, Tauchen und Schwimmen. Deutlich sichtbare Trommelfelle bilden einen dunklen keilförmigen Fleck hinter den Augen, auf dem Rücken verlaufen zwei Drüsenleisten parallel.

Foto vom 24.08.2003 um 11:40 Uhr
Foto vom 24.08.2003 um 11:41 Uhr

Im Winter vergräbt er sich tief im Erdboden oder im Schlamm. In dieser Zeit entwickeln sich die Eier im Weibchen. Paarungszeit ist im Frühjahr, am Tag nach der Paarung wird bereits gelaicht. Laichgewässer sind fast alle stehenden oder langsam fließenden Gewässer. Die Eier werden durch eine gelatinöse Hülle geschützt im Wasser abgelegt. Gleich nach der Eiablage wandern die Frösche wieder zurück in die Sommeraufenthalte. Dort verbergen sie sich an feuchten Verstecken, bei Nacht oder Regen begeben sie sich auf Nahrungssuche: wirbellose Kleintiere wie Insekten, Larven, Asseln, Spinnen, Nacktschnecken, Würmer. Im Herbst (Ende Okt. / Anfang Nov.) suchen sie ihre Winterquartiere auf. Da die Überwinterung eine kritische Phase in ihrem Leben ist, legen sie weite Wege (oft mehrere Kilometer) zurück, um günstige Plätze zu finden.

Ein naturlich gestalteter Teich mit vielen verschiedenen Pflanzen, Steinen und Wurzeln lockt Frösche und Kröten an, denn dort ist das Nahrungsangebot üppig. Bei der natürlichen Besiedlung braucht man Geduld, bis sich dieser oder jener überraschende Gast einstellt. Dies gilt besonders für die auf dem "Landweg" nur langsam zuwandernden Amphibien. Sie suchen nur zur Fortpflanzung das Wasser auf (meistens ihr Geburtsgewässer). Als wechselwarme Tiere können sie ihre Körpertemperatur, die sich immer der Umgebungstemperatur anpasst, nicht selbst regeln. Im Winter suchen sie geeignete (vor Dauerfrost geschützte) Überwinterungsstellen auf und fallen dann in die Kältestarre. Entnahme von Amphibienlaich aus der freien Natur ist übrigens verboten.

Und wo möchten Sie jetzt hin :

 


© V. Welkerling, 2000 - 2008 - Stand: 27.01.2008 -