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Heckenbraunelle,
Prunella modularis
Männchen und Weibchen sehen gleich aus: Kehle und Brust grau,
der gestreifte Rücken braun. Durch ihre Färbung wird die
unscheinbare Braunelle oft übersehen. Sie ist jedoch weit verbreitet
und wird trotz ihres langen spitzen Schnabels, der im Frühjahr
dunkel und nach der Brutzeit hornfarben ist, leicht mit dem Spatz
verwechselt. Größe ca. 15 cm, Gewicht ca. 20 g.
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| Der
Singvogel verhält sich gewöhnlich sehr unauffällig,
aber der Nestbau in unserer Hecke war nicht zu übersehen: Fast
im Minutentakt flogen Braunellen mit Nistmaterial im Schnabel eine
bestimmte Stelle an. Die Grashalmen, Rindenmulchstückchen und
Moosbrocken waren teilweise lang bzw. so groß, dass die Braunellen
öfters zweimal ansetzen mußten, um zur "Baustelle"
zu gelangen. |

Foto vom 03.05.2003 um 17:34 Uhr |
Das
Weibchen wählt den Nistplatz und baut das Nest alleine, das Männchen
hilft bei der Suche nach Nistmaterial. Das Nest wird in niedrigen,
aber dichten Sträuchern und Hecken gebaut und besteht je nach der
Beschaffenheit der Umgebung aus Zweigen und vor allem Moos für
die Polsterung. Nestgröße: ca. 15 cm Außenmaß,
Nestmulde ca. 5 cm Durchmesser und ca. 4 cm Tiefe.
Foto links: Nach 2-3 Tagen war das Nest fertig. |
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Die
Heckenbraunelle ist fast in ganz Europa verbreitet. Sie ist ein
Kurzstreckenzieher. Ein Teil zieht im Herbst in Winterquartiere,
ein Teil überwintert in den Brutgebieten. Im nördlichen
Skandinavien ist sie z.B. nur in den Sommermonaten anzutreffen.
Man findet sie in den Niederungen bis zur Waldgrenze: in Nadel-
und Mischwäldern mit gutem Unterwuchs, Schonungen, Parkanlagen,
gehölzreichen Gärten und Siedlungen, d.h. in allen Arealen
mit Hecken und Gebüschen.
Wie oben bereits beschrieben wird sie wegen ihres in Braun- und
Grautönen gefärbten Federkleides oft mit dem Haussperling
("Spatz") verwechselt, sie hat jedoch den schlanken, spitzen
Schnabel der Insektenfresser und ist ungesellig. |
Obwohl
ihr Gesang (Bitte klicken Sie
auf die Überschrift, um den MP3-Gesang zu hören. Und hier
ist eine zweite
Variante)
sehr schlicht und eher leise ist, wird sie auch Winternachtigall
genannt (Vielleicht, weil sie auch im Winter singt?). Zum Vergleich
hören Sie hier die Nachtigall.
Bis auf die Mauserzeit singt die Heckenbraunelle das ganze Jahr
über, bei Wind und Regen etwas weniger, bei klirrender Kälte
mehr. Der Gesang wird meistens aus einer hohen Warte vorgetragen,
die Männer sind etwas lauter als die Weibchen und täuschen
häufig ein größeres Revier vor, indem sie von verschiedenen
Hochwarten aus singen. Dabei strecken sie sich, öffnen den
Schnabel weit und sträuben das Gefieder. |
Meist
halten sich die Heckenbraunellen nahe am Boden und auf niedrigen
Zweigen auf. Nur selten verlassen sie das schützende Dickicht
und hüpfen dann geduckt am Boden auf der Suche nach Nahrung.
Sie
gehören zu den körnerfressenden Vögeln, deshalb haben
sie einen Kropf.
Heckenbraunellen-Männchen sind generell nur außerhalb
der Brutzeit, d.h. von Balz bis Mauser, dominant. Die Weibchen paaren
sich häufig mit zwei Männchen und die Aufzucht erfolgt
zu dritt, wobei einer der Männchen nur als Helfer fungiert. |
Die
Braunelle ernährt sich im Sommer vorwiegend von Insekten (Larven,
Puppen) und im Winter vorwiegend vegetarisch: von sehr feinen Samen
(Körner und Wildkraut). Für die Insektensuche ist der
dünne spitze Schnabel hilfreich und wie andere Körnerfresser
hat sie einen Kropf als Erweiterung der Speiseröhre. Hier wird
das Futter zwischengespeichert, bevor es in den Magen wandert oder
an die Jungvögel weitergereicht wird. |
Heckenbraunellen erkennen das andere Geschlecht erst durch schlüssiges
Verhalten. Das Männchen verfolgt das Weibchen flügelzuckend.
Dann wird das Gefieder gesträubt, bis der Körper wie eine Kugel
aussieht. Ab und zu schlägt es auf der dem Partner abgewandten
Seite mit einem Flügel aus. Ist das Weibchen paarungsbereit, so
hockt es sich mit hängenden Flügeln und hochgestelltem Schwanz auf
dem Boden. Die Paarung erfolgt mehrmals täglich, bis das Weibchen
fest brütet.
In der Regel werden von April bis Juni 2 Bruten aufgezogen. Die
erste Brut im April schlägt meistens fehl, weil der Nistplatz
vom Blattwerk nicht ausreichend verborgen gehalten werden kann.
In den frühen Morgenstunden wird täglich ein Ei gelegt. Das Gelege
enthält gewöhnlich 3-7 türkisfarbene Eier: Ei-Größe
ca. 19,6 x 14,8 mm, Gewicht 2,2 g. Das
Weibchen brütet sehr fest und verläßt das Nest nur kurz,
um Nahrung zu suchen und das Gefieder zu pflegen. Gelegentlich wird
es vom Männchen, das meistens auf einer hohen Warte in der
Nähe des Nestes und singt, aus dem Kropf gefüttert.
Nach 12-14 Tage schlüpfen die Jungvögel und das Weibchen
trägt die verräterischen Eischalen vom Nest weg. Anfangs
erhalten die Jungvögel ihre Nahrung vom Männchen über
das Weibchen. Nach wenigen Tage füttern beide bzw. alle drei
Elternteile die Brut direkt in ihre intensiv orangeroten Rachen.
Das Nest wird penibel von Kot freigehalten.
Nach 6 Tagen können die Jungvögel sehen, wenn sie 2 Wochen
alt sind, verlassen sie flugunfähig das Nest und klettern mit
ihren Flügeln im Geäst umher. Die Männchen füttern
sie noch 14 Tage, das Weibchen ist schon mit der nächsten Brut
beschäftigt.
Die 50 - 60-tägige Mauserzeit ist in der Regel von Mitte Juli
bis September. Am Anfang des Folgejahres sind die Jungvögel
dann geschlechtsreif. Während die Altvögel an Kopf und
Brust schiefergrau sind, zeigen die Jungvögel an diesen Stellen
ein Braungrau.
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