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Rotkehlchen - ein Erlebnis aus Köln

Im Jahre 2006 erlebte die Familie Herdt aus Köln eine eigene Rotkehlchen-Geschichte.
Fotos
Lesen Sie hier über das Kölner Erlebnis:

Das Tagebuch über die Rotkehlchen-Familie Ping aus 2006
(Autorin: Beate Herdt©)

Heute möchte ich euch die Familie Ping vorstellen:
10.04.06 Ein Rotkehlchen-Pärchen hat sich bei uns auf dem Balkon zwischen zwei Koniferen ein Nest gebaut. Sieht aus wie ein tiefes Loch, drum herum hat das Vogelpaar Moos, Laub, kleine Äste und viel silbernes Lametta gelegt.
18.04.06 Ich habe in dem Nest zwei kleine Eier gesehen, jedoch das Elternpaar den ganzen Tag nicht. Ich mache mir Sorgen, ob das alles gut geht.
19.04.06 Heute liegt noch ein Ei mehr im Nest. Die Eltern habe ich auch an diesem Tag nicht einmal gesehen.
20.04.06 Insgesamt fünf Eier gezählt und heute das Elternpaar zum ersten Mal am Nest gesehen. In einem Bericht im Internet habe ich gelesen, dass Rotkehlchen bis zu neun Eier legen und es ungefähr fünfzehn-zwanzig Tage dauert, bis die Kleinen schlüpfen. Nach weiteren fünfzehn Tagen sind sie soweit, dass sie das Nest verlassen.
22.04.06

Heute ist mir aufgefallen, dass die Mutter die ganze Nacht über auf dem Nest gesessen hat. Es war ein sehr warmer Tag, daher war ich viel auf dem Balkon und habe das schöne Wetter ausgenutzt. Da habe ich irgendwann am Nachmittag das erste Mal gesehen, dass die Mutter im Nest war. Ich habe zuerst nur die Schwanzfeder entdeckt, sie lag ganz weit ausgebreitet auf ihrem Gelege.

Ich habe auch einmal den Vater im Baum vor unserem Balkon beobachtet, ich glaube, dasselbe hat er mit mir auch gemacht. Mein Eindruck war, dass er keine Angst hatte. Ich bin auch häufiger mal vom Balkon weggegangen und habe meine Fliegenschutztüre laut auf und zu gemacht. Das scheint dem Vogelpaar überhaupt nichts auszumachen.

So gegen 18 Uhr habe ich mich vom Balkon entfernt, weil es langsam ein wenig kalt wurde. Ich werde die nächsten Tage bestimmt noch einige interessante Sachen über Familie Ping zu berichten haben. War gerade um 18:32 noch einmal vorsichtig nachsehen, aber im Moment ist keiner am Nest. Gestern Abend habe ich bemerkt, wie so gegen 20 Uhr die Vogelmama wieder ins Nest geflogen ist. Kurze Zeit später erschien auch der Vogelpapa. Er saß auf dem Balkongeländer und beobachtete uns. Wir haben uns nicht weiter um ihn gekümmert. Für heute habe ich erst einmal genug erzählt.

23.04.06 So gegen 10 Uhr habe ich beobachtet, dass die Mama auf dem Nest sitzt. Ich denke mir, dass sie da wohl die ganze Nacht gesessen hat. Mal sehen, was der Tag heute noch so bringt. Habe auch gesehen, dass der Vogelpapa sehr oft seine Frau, die den ganzen Tag auf ihrem Nest gesessen hat, mit Essen versorgt hat.
24.04.06 Morgens um 7 Uhr ist mir aufgefallen, dass die Vogelmama immer noch auf ihrem Gelege sitzt. Ich werde mich sofort wieder melden, wenn ich etwas Neues sehe.
25.04.06-30.04.06

In dieser Zeit sitzt die Mutter viel auf ihrem Nest und der Vogelpapa füttert sie zwischendurch mit Würmern und anderen kleinen Tieren. Wenn die Mama das Nest verlässt, passt das Männchen auf die Eier auf.

Da wir jetzt unseren Balkon mit Pflanzen und mit Teppich fertig gemacht haben, sind wir auch häufiger draußen. Dann sitzt der Vogelpapa schon mal im Baum und beobachtet uns. Bei dem momentanten schlechten Wetter sind wir nicht immer auf dem Balkon und das Vogelpärchen hat dann seine Ruhe. Nach dem, was ich ausgerechnet habe, werden - wenn alles gut geht - die Jungen um den 10. Mai schlüpfen. Bis dahin müssen wir uns noch ein bisschen gedulden. Ich melde mich, sobald es wieder etwas zu berichten gibt.

Ach so, warum heißen die beiden eigentlich Familie Ping? Das ist ganz einfach: irgendwie haben wir uns alle überlegt, dass die Tiere einen Namen haben sollten, weil sie sich ja auch unseren Balkon als ihr neues Wohndomizil ausgesucht haben. Und unsere Familie, das sind Ralf, Dominik, Natalie und ich, fanden den Namen Ping einfach toll. Wir haben ihn aus dem Kinderbuch "Urmel aus dem Eis". Urmel hat dort einen Freund, einen Pinguin mit dem Namen Ping. Soviel zu unserer Namensidee. Ich melde mich wieder, wenn es etwas Neues gibt.

05.05.06

Hallo, seit ein paar Tagen ist es draußen richtig warm und ich verbringe viel Zeit auf dem Balkon.

Die Vogeleltern passen sehr gut auf ihre Eier auf, zwischendurch verlässt das Weibchen für circa 1 Stunde das Nest. In dieser Zeit sitzt der Papa im Baum und beobachtet alles. Wenn ein anderer Vogel zu nah an das Nest kommt, wird lauthals geschimpft und schon mal eine wilde Verfolgungsjagd gestartet. Ralf und ich haben schon Tauben vom Balkon gejagt, damit die Pings ihre Ruhe haben.

Heute habe ich auf dem Balkon geschlafen. Als ich wach wurde, hat der Vogelmann auf dem Balkongeländer gesessen und mich beobachtet. Die Gina hat ganz ruhig auf meinem Schoss gelegen und das hat den Herrn Ping überhaupt nicht gestört. Danach ist er wieder zu seiner Frau ans Nest geflogen und hat sie mit Würmern gefüttert.

Einmal haben beide sich erschrocken, denn ich hatte in der Nähe meine Jacke zum Trocknen aufgehängt; das hat beide wohl ein wenig gestört. Das habe ich schnell geändert und hab die Jacke weggehängt. Danach bin ich so gegen 17 Uhr hineingegangen, weil die Sonne langsam wegging.

Ralf hat gegen 19 Uhr gesehen, dass immer einer rein und raus aus dem Nest geflogen ist. Wenn alles gut geht, werden wir bald - wenn die Rechnung stimmt - ungefähr um den 10.05.06 die ersten kleinen Vögelchen auf dem Balkon haben. Mal sehen, ob wir uns nicht verrechnet haben. Ansonsten sieht alles gut aus.

 

Ich habe heute morgen in einer Fernsehsendung gesehen, dass der WDR die verrücktesten Vogelnester sucht und darüber im Fernsehen berichten will. Ich werde gleich mal im Internet nachsehen, ob man sich da noch melden kann. Das Programm war in der Sendung: Aktuelle Stunde. Ich melde mich, wenn es wieder etwas Neues zu berichten gibt.

Hallo, da bin ich wieder! Ich habe im Internet nachgesehen, aber nicht gefunden, wie man bei der Aktion mitmachen kann. Ist ja auch nicht schlimm.

08.05.06

Heute habe ich dem Vater Ping aus der Patsche geholfen. Ich saß am Computer, als ich ein wildes Vogelgezwitscher hörte. Als ich hinsah, wurde der Vogelpapa von einem größeren Vogel angegriffen und da er sehr klein ist, habe ich mich entschlossen ihm zu helfen. Bin dann auf den Balkon gegangen und habe den größeren Vogel vertrieben.

Dabei habe ich bemerkt, dass da noch ein großer Vogel saß. Auch diesen habe ich verjagt. Ich habe noch versucht, Herrn Ping ein wenig zu beruhigen. Gerade habe ich um 8:41 noch einmal nach dem Nest gesehen und bemerkt, dass die Vogelmama auf ihrem Nest sitzt. Ich habe mich sofort entfernt, denn in ein paar Tagen müssten die kleinen schlüpfen und dann sehen wir weiter. Wenn sich wieder etwas tut, werde ich mich sofort wieder melden.

09.05.06

Heute habe ich um 11:35 einen schwarzen Fellknäuel im Nest liegen sehen. Ich vermute, dass die Kleinen geschlüpft sind. Der Haufen sah aber seltsam aus: wie eine große Vogelspinne. Die Vogelmama und der Vogelpapa waren nicht da.

Kurze Zeit später wollte ich meinem Besucherkind Malika die Kleinen zeigen, da kamen Mama und Papa zurück, um die Kleinen zu füttern. Die Vogelkinder sahen noch sehr müde aus. Heute werde ich auch nicht so oft auf den Balkon gehen, da die Babys sich ja noch eingewöhnen müssen. Mal sehen, was sonst noch passiert .

 

Gestern habe ich noch zwei der Vogelbabys gesehen: Sie sind sehr dunkel im Gefieder und haben gelbe Schnäbel, die Mama und der Papa versorgen sie den ganzen Tag mit Würmern und Raupen und anderem Kleingetier. Das geht so lange, bis die Dunkelheit kommt.

Heute Morgen habe ich mal nachgesehen und da saß die Vogelmama auf dem Nest. Jetzt müssten in circa 15 Tagen die Kleinen so weit sein, dass sie das Nest mit ihren Eltern verlassen können, mal sehen, was noch alles passiert.

Habe gestern im Internet noch einmal über Rotkehlchen nachgesehen und bin dabei auf eine total tolle Seite über Rotkehlchen gestoßen. Da stand ein toller Bericht drin, dass in Rotkehlchennestern auch gerne Kuckucke ihre Eier ablegen. Die sind aber größer und haben eine andere Farbe. Das war aber bei uns nicht der Fall. Bei uns sind es wirklich nur Rotkehlchen. Aber ich wollte da mal in diesem Forum nachfragen, ob ich weiter auf meinen Balkon darf, denn mir ist aufgefallen, dass die Vogeleltern die Kleinen nicht mehr versorgen, wenn wir herauskommen.

Ich hatte einen sehr netten Kontakt mit der Frau Welkerling, die mir verschiedene Tipps gab, wie zum Beispiel einen Sichtschutz anzubringen oder circa 15 Tage den Balkon zu meiden. Ich werde den zweiten Rat befolgen, da ich nicht möchte, dass den Kleinen etwas passiert. Frau Welkerling bat mich um Fotos, aber damit kann ich leider nicht dienen, da das Nest unzugänglich ist. Ich bot ihr an, wenn das Tagebuch der Familie Ping fertig ist, es ihr zu senden. Sie wollte es dann mit meiner Erlaubnis ins Internet stellen. Das finde ich eine sehr gute Idee.

 

Heute sind die Kleinen schon 3 Tage alt. Die Eltern füttern sie den ganzen Tag und sitzen viel im Baum vor unserem Balkon. Wenn ich Wäsche aufhängen will, werde ich sofort auf meinem Balkongeländer beobachtet.

Meistens haben die Eltern Futter im Schnabel und warten, bis ich weg gehe. Habe auch schon beruhigend mit ihnen gesprochen. Klar, dass sie meine Worte nicht verstehen, aber sie sehen mich mit einem schiefen Köpfchen an, das sieht so aus, als würden sie doch etwas verstehen.

Aber ich glaube, ich lasse sie so gut, wie es geht, in Ruhe, bis die Zeit gekommen ist und sie wegfliegen. Dann werde ich mich mit der Liege bei und vor dem Haus auf den Spielplatz legen. Das mache ich jetzt schon seit 2 Tagen. Dabei trifft man auf einmal sehr viele Nachbarn, die sich dazu gesellen und das wird ein lustiges Beisammensein. Aber ich bin auch wieder froh, wenn ich meinen Balkon wieder für mich habe .

  Die kleinen Vögel verändern sich täglich immer mehr, aber die Eltern versorgen sie gut. Ich werde aber nicht so oft nachsehen, außer wenn Gefahr für die Tiere besteht. Ich melde mich wieder, wenn es etwas Neues zu berichten gibt.
 

Heute sind die Kleinen schon sieben Tage alt, sie werden viel von ihren Eltern versorgt und verhalten sich sehr ruhig. Ich hatte schon gedacht, dass die Kleinen einen Höllenlärm veranstalten, wenn sie Hunger haben, aber das tun sie nicht.

Sie schlafen sehr viel, sie sind übereinander geknubbelt, so dass man nie richtig sehen kann, wie viele es sind.

Da im Moment kein schönes Wetter ist, haben die Rotkehlchen den ganzen Tag ihre Ruhe. Wenn meine Rechnung aufgeht, müssten sie am 23.05.06 flügge sein. Na, wollen wir mal abwarten, was noch passiert. Für heute gibt es eigentlich keine besonderen Vorfälle; es ist alles in Ordnung und friedlich.

19.05.06

Heute habe ich folgende Beobachtung gemacht: Es war sehr stürmisch und ich wollte meine Margeriten im Balkonkasten zusammenbinden, weil sie sonst weggeknickt werden.

Als ich so gegen 13:15 Uhr den Balkon betrat, erschrak ich zuerst. Denn dort hüpfte ein kleines Mitglied unserer Familie Ping herum. Dann haben meine Tochter Natalie und ich einen Blick in das Nest geworfen und gesehen, dass das Nest leer war.

Gleichzeitig haben wir direkt daneben ein zweites Nest entdeckt, das aber auch leer war. Wir haben uns sofort vom Balkon entfernt, weil eines der Elternteile uns ganz aufgeregt beobachtete. Aus einer sicheren Entfernung, von wo aus sie uns nicht sehen konnten, haben wir circa 30 Minuten zugesehen, wie die Eltern das Kleine mit Futter vom Balkon gelockt haben und nach weiteren 30 Minuten war auch dieses weg.

Eigentlich waren wir doch ein wenig traurig, aber es musste ja irgendwann so sein. Ich werde jetzt um 21:19 Uhr mal nachsehen, was mit dem zweiten Nest ist. Aber so, wie das aussieht, ist es noch leer. Ich höre zwar in der Nähe ein Gepiepste, was aber nicht heißen muss, dass das unsere Familie Ping ist.

Ich werde noch ein paar Tage warten, ob sich in dem neuen Nest noch etwas tut. Ansonsten werde ich beide Nester entfernen. Wäre ja genial, wenn da noch mal Rotkehlchen reingehen würden, da der Aufbau genau identisch mit dem anderen Nest ist. Sobald ich etwas bemerke, melde ich mich wieder, und wenn sich nichts mehr tut, ist mein Tagebuch der Familie Ping abgeschlossen

Meine Tochter und ich haben der Familie ein gutes und glückliches Leben gewünscht und hoffen, dass im Winter, wenn das Futterhäuschen wieder steht, vielleicht einer von den Kleinen wiederkommt und uns besucht.

21.05.06

Heute hat mein Sohn Dominik seinen 12. Geburtstag.

Ich war heute morgen auf unserem Balkon und wollte nachsehen, was der gestrige Sturm so alles angerichtet hat und habe in dem zweiten Nest schon ein Ei entdeckt. Das ist ganz toll, denn jetzt geht alles wieder von vorne los. Mal sehen, wie viele Eier diesmal kommen.

Ich werde heute eine E-Mail an das nette Forum schreiben, dass ich immer noch warte, um íhnen die Geschichte zu senden. Ich hoffe, das geht in Ordnung. Sobald es wieder etwas zu berichten gibt, werde ich mich wieder melden. Denn heute wird gefeiert: Man wird schließlich nur einmal 12 Jahre alt.

22.05.06-25.05.06

Hallo, da bin ich wieder, es sind 4 Eier dazu gekommen. Also mal wieder 5 insgesamt.

Mir ist aufgefallen, dass die Mutter morgens die Eier ins Nest gelegt hat. Dabei habe ich sie mehrmals sehen können. Auch dieses Nest ist direkt neben den Koniferen und sehr gut getarnt. Es gibt immer noch keine Möglichkeit, Fotos von dem Nest zu machen.

28.05.06

Heute habe ich ein paar Mal gemerkt, dass andere kleine Vögel, die aussahen wie Kohlmeisen, versucht haben, an das Nest zu gelangen, sich aber aus welchen gründen auch immer nicht richtig getraut haben.

Im Moment haben wir sehr schlechtes Wetter und sind nicht viel draußen, deshalb geht es draußen auf dem Balkon auch ruhig zu. Wenn ich aber mal raus muss, schaue ich immer mal nach unserer Vogelmama und sie schaut aus ihrem Nest ganz zutraulich heraus. Ich glaube sie merkt, dass sie hier in Sicherheit brüten kann.

Wenn ich mich nicht verzählt habe, müssten die Kleinen am 14.06.06 schlüpfen. Es läuft im Moment genauso ab, wie bei dem ersten Gelege. Wenn sie dann alle weg sind, werde ich die Nester entfernen und in der Grundschule meiner Tochter Natalie für den Biologieunterricht zur Verfügung stellen. Aber bis dahin dauert es noch ein wenig und wir werden bestimmt noch einiges erleben mit unserer Familie Ping. Sobald es etwas Neues gibt, melde ich mich wieder.

08.06.06

Heute habe ich eben im Nest die neuen Vogelbabys gesehen. Jetzt beginnt die Zeit, dass ich hin und wieder ein wenig aufpassen muss, dass da keine fremden Vögel an die Jungen gehen. Während der Brutzeit war alles sehr friedlich. Die Tiere sind nicht gestört worden: weder durch Mensch noch Tier.

Die Eltern haben die Eierschalen schon aus dem Nest geholt. Die Jungen sind ganz klein und ich glaube, es sind wieder 5, das kann ich aber in den nächsten Tagen besser sehen. Am 15.06.06 müssten die Kleinen dann eigentlich ausziehen. Mal sehen, was noch so alles passiert in dieser Zeit.

20.06.06

Heute muss ich euch etwas erzählen, die Vogelbabys sind noch nicht ausgezogen. Wir hatten in den letzten sehr heißes Wetter, so dass ich keine Lust hatte, mich draußen auf der Wiese hinzusetzen. Deshalb hatte ich mir überlegt, es doch mal auf meinem Balkon zu versuchen. Ich habe dabei festgestellt, dass es den Vögeln nichts ausmacht.

Ich konnte immer beobachten, wie sie ihre Jungen gefüttert haben. Das ging immer im Sekundentakt: So viele Spinnen, Larven, Würmer und Raupen, wie sie ihren Kindern gefüttert haben, dürfte es normalerweise gar nicht geben. Beim Füttern machten die Kleinen einen Höllenlärm, aber sobald die Eltern verschwunden waren, wurden sie ganz leise. Die Jungen werden bis zur Dämmerung versorgt. Zwischendurch holen die Eltern den Kot und sonstige Abfälle aus dem Nest.

Letzten Samstag war mein Nachbar Andreas oben und hat die Tiere mit einer riesiggroßen Kamera fotografiert. Ich bin gespannt, ob die Bilder etwas geworden sind.

Mutter Ping

 

Copyright Foto und Texte:
Beate Herdt /
Nachbar Andreas
Kind Ping

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Vater Ping (gespiegelt)
Mutter Ping
ein Ping-Kind
Vater Ping

Ich habe gerade um 10:05 Uhr mal nachgesehen, aber im Nest ist alles ruhig. Die Kleinen liegen aneinander gekuschelt und schauen einen mit großen Augen an, sieht echt niedlich aus.

Letzte Woche ist fast ein Elterntier einer frei laufenden Katze zum Opfer geworden. Die Besitzer haben ihre Katze noch ermuntert, das Tier zu jagen. Da musste ich einmal laut werden und habe mit den Leuten geschimpft. Die haben nicht verstanden, warum ich sauer war. Schließlich sei ihre Katze immer draußen.

Ich selber hatte auch einmal zwei Katzen und leider sind sie an Nierenversagen gestorben. Heute besitze ich einen kleinen Hund und ein Streifenhörnchen. Das heißt ja nicht, dass ich es gut finden muss, das freilaufende Tiere andere, die ein Nest zu versorgen haben, töten.

Da wir in der Großstadt Köln wohnen, ist es selten, dass man ein Vogelnest auf dem Balkon hat. Man kann das den Kindern schön nahe bringen und diese können beobachten, wie das so abläuft.

In der Grundschule meiner Tochter ist die Familie Ping jeden morgen im Sitzkreis Tagesthema und alle sind sehr interessiert an den täglichen Geschichten. Wenn die Vögel ausgezogen sind, möchte die Schule die beiden Nester als Anschauungsmaterial benutzen und vielleicht dazu mal Unterricht abhalten. So, für heute höre ich mal auf.

20.06.06

Hallo, die Babys sind heute aus ihrem Nest geflogen. Heute ist auch leider eins der Vogelbabys von der Nachbarskatze gefangen und getötet worden. Wir konnten das beobachten. Ich habe die Katze sofort mit Wasser übergossen, aber leider war der Jungvogel schon gestorben.

Im Moment sitzt noch eins im Nest. Die Eltern locken das Kleine mit Pieps-Geräuschen, aber so richtig will es nicht heraus. Mir ist aufgefallen, dass es noch sehr klein ist. Ich warte mal ab, ob es es heute noch schafft. Ansonsten werde ich es großziehen und ich hoffe, dass es alles gut übersteht, dass es von alleine rausgeht und die blöde Katze es in Ruhe lässt.

25.06.06 Heute waren Herr und Frau Ping noch einmal bei uns auf dem Balkon, es sah so aus, als wenn sie sich verabschieden wollten.
 

Es ist soweit, die Vögel sind alle weg.

Ich habe die Nester rausgemacht und der Schule meiner Tochter zur Verfügung gestellt. Ich hoffe, dass sie nächstes Jahr wiederkommen. Und hiermit möchte ich die Geschichte der Familie Ping beenden und hoffe, dass alle, die diese Geschichte lesen, ein wenig Freude daran finden, wie auch wir Spaß und auch ein wenig Trauer mit der Familie Ping hatten.

 

Vielleicht gibt es nächstes Jahr wieder eine Vogelgeschichte aus Köln zu berichten. Bis dahin alles Liebe und viel Gesundheit allen, die da draußen im Freien leben.

Eure Familie Herdt aus Köln am Rhein.

Und wo möchten Sie jetzt hin :

 


© V. Welkerling, 2000 - 2008 - Stand: 03.02.2008 -
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