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Geschichte des Ortsteils Duisburg-Wedau

Infos über Wedau

Über die Stadt Duisburg gibt es umfangreiche Schriften. Autoren brachten anderen Stadtteilen Duisburgs offensichtlich großes Interesse entgegen. Literatur über Wedau war jedoch schwer zu finden. Dann machte der Wedauer Friedhelm Rosen auf ein einmaliges Werk aufmerksam und lieh sein Exemplar aus: Der Bürgerverein Wedau/Bissingheim von 1972 e.V. hatte anläßlich des 75-jährigen Jubiläums der Siedlung Wedau 1987 die Veröffentlichung des Buches "Wedau, die Geschichte einer Siedlung" initiiert.


Im Vorwort der ersten Auflage berichtet der Autor Friedhelm Stöters, wie er dazu kam, die Geschichte von Wedau zu erforschen. Nach Auskunft des Bürgervereins wurden von diesem Werk lediglich ca. 2.500 Exemplare aufgelegt.


Wedauer Grenzen, früher ...

Wedau erstreckte sich ursprünglich innerhalb folgender Grenzen: die Nordgrenze verlief über den Alten Friedhof. Ostgrenze war der Mülheimer Wald, Südgrenze die heutige Wedauer Straße. Die Westgrenze bildete der Dickelsbach.

ursprüngliche Wedauer Grenzen

Zu Wedau gehörten damals auch die Krupp-Seen (Margarethen-, Berta- und Barbarasee), die Regattabahn, das Stadion, der Sportpark, die Kliniken, die Jugendherberge usw. Die damalige südliche Grenze bildet in etwa die Nordgrenze des heutigen Ortsteils Wedau.
Viele Einrichtungen verwenden noch den Flurnamen Wedau, auch wenn sie sich nach den heutigen Grenzen nicht mehr in Wedau befinden: Sportpark Wedau, Wedau-Stadion, Strandbad Wedau, Wedau-Kliniken und Jugendherberge Wedau etc.

und heute:

Wedau liegt heute nach Auskunft der Kartographischen Abteilung des Vermessungs- und Katasteramtes Duisburg vom März 1999 innerhalb folgender Bezirksgrenzen:
Im Norden verläuft die Grenze im Zickzack entlang dem Pregelweg, am Kalkweg nach Süden bis zum Tilsiter Ufer. Von dort aus parallel zum Kieferweg zur Regattabahn und um die südliche Spitze der Regattabahn wieder nach Norden bis zum Hauptgebäude des Ausbesserungswerks der Deutschen Bahn AG. Die Nordgrenze führt quer durch das Bahngelände, dann Richtung Süden zur Wedauer Brücke und an der Brücke entlang zur Bissingheimer Straße.
Die Ostgrenze verläuft entlang der Bissingheimer Straße bis zum Lintorfer Waldweg (südlich vom Entenfang).
Von dort führt die Südgrenze entlang der Saarner Straße bis "Im Dickershorster Grund".
Die Westgrenze verläuft wie folgt: "Im Dickershorster Grund", deren geradlinige Fortsetzung nach Norden quer durch den Wildförstersee bis zur Halbinselgrenze zum Böllertsee, von dort aus westlich bis zum Dickelsbach, am Dickelsbach entlang bis zum Pregelweg.

Über die Flurbezeichnung "Wedau" ist nichts genaues bekannt, vermutlich ist der Name auf "Waldau" zurückzuführen.


Erste Funde in Wedau

Duisburg ist seit ur- und frühgeschichtlicher Zeit besiedelt gewesen. Zahlreiche Funde und Befunde sind ausgegraben bzw. dokumentiert worden und beweisen, dass es bereits im 5. Jh. am Zusammenfluß von Rhein und Ruhr eine Siedlung gegeben hat. Die erste urkundliche Erwähnung jedoch bezieht sich auf die Eroberung und Plünderung durch die Normannen im Jahre 883.

Fund und Grabhügelfeld :
Der Hortfund von Wedau stammt aus der jüngeren Bronzezeit von 1.200 bis 800 v. Chr. und besteht aus Bronzebeilen und Bronzearmringen.
Zwischen Bronze- und Eisenzeit von 800 bis 400 v.Chr. entstanden die ausgedehnten Hügelgräberfelder südlich und nördlich der Ruhr.
Das Gräberfeld von Wedau reichte vom Kaiserberg bis zum alten Friedhof an der Düsseldorfer Landstraße, ist einer der größten Friedhöfe und enthielt vermutlich Tausende von Gräbern. Im Bereich des Bertasees lagen die niedrigen Hügel besonders dicht.
Leider sind nur noch wenige erhalten geblieben. Hinter den (ehem.) Städtischen Kliniken sollen noch welche sein.

2007 - Neue archäologische Funde in Wedau: mehr ...


Der Duisburger Wald

Der Duisburger Wald befand sich in frühen Zeiten in Königsbesitz. Waldnutzung, Holz- und Jagdrechte gingen im Lauf des Mittelalters an die Landesherren und die Stadt über.
Um 1570 gelangten Besitz und Verwaltung der Duisburger Wälder von den Herrschaftshäusern in die Hände der Walderben. Diese waren Bedienstete des Reichshofes, geistliche Würdenträger und Kaufleute.
Von 1718 bis 1785 war der Wald freie Wildbahn für Wildpferde, die zum Gestüt der Grafen von Berg gehörten. Wölfe streiften durch den Wald und rissen Pferde. Für die Wolfsjagd wurden Fanggruben ausgehoben, daher rührt noch der Straßenname "Zur Wolfskuhl".

Ende 1814 wurde auf der letzten Wildpferdejagd mit 2.500 Treiber die letzten 260 Pferde eingefangen. Das Ende der alten Waldordnung wurde durch die geplante Neu-Aufteilung der Gemarken herbeigeführt. Das Gestüt wurde aufgelöst. Letzter Wildförster war Franz Anton Graf von Spee.
Verwaltung und Nutznießung des Waldes waren fortwährend Gegenstand von Streitigkeiten, die 1833 zu einem Vergleich führten: Von den Einkünften wurden 7/16 den Stadtkämmern zugesprochen, 9/16 den Walderben.
Das Walderbentum wurde später durch eine Entscheidung der Preußischen Kammer aufgelöst. Die Stadt versuchte zunächst, den Wald vollständig in Besitz zu bekommen, verkaufte dann doch große Gebiete an die Industriellen Krupp, Haniel und Curtius.


Die Industrialisierung

Friedrich Krupp erwarb 1873 für 188.000 Taler ein 147 Hektar großes Wald- und Heidegelände in Wedau zur Gewinnung von Sand und Kies und zur Ablagerung von Hochofenschlacke. Letztendlich baute er jedoch das Hüttenwerk auf der anderen Rheinseite.
1880 verloren Haniel und Krupp Geländeteile, als die Bahnlinie nach Hochfeld quer durch ihren Besitz geführt wurde.
Anfang des 20. Jahrhunderts boten Kino, Verein, Kneipe und Sport den Arbeitern nach körperlich harter Arbeit in den Werken der Schwerindustrie nach einem bis zu 12 Stunden langen Arbeitstag Entspannung und Erholung. Auch Kleingartenanlagen waren sehr beliebt.
Die Firma Krupp vermietete 1919 zu einem symbolischen Preis ihre Baggerseen und Landflächen an der Wedau an die Stadtväter mit der Auflage, ein Stadion und ein Strandbad zu schaffen. Die Seen wurden zum Dank nach den Krupp-Töchtern Barbara, Berta und Margarete benannt.
Die Sportanlagen an der Wedau boten ab 1922 die Voraussetzungen für sportliche Großveranstaltungen: Leichtathletik, Wasserball, Turnen, Eissport, Kanusport, Segeln, Windhundrennen, Fußball, Boxen, Handball usw. Heute hat Duisburg ca. 500 Sportvereine.
Haniel verkaufte sein Wald- und Heidegelände an die Eisenbahnverwaltung. Heute steht dort das Ausbesserungswerk.
Curtius verkaufte 1938 sein Waldgebiet an die Stadt.
1967 wurde am Wambachsee ein städtisches Forsthaus errichtet.

 

Und wo möchten Sie jetzt hin :

 


© V. Welkerling, 2000 - 2007 - Stand: 09.10.2007 -